Campus-Maut weiter in der Kritik

GeldAus der Heidenheimer Zeitung:

„Die Hochschulgebühren von 500 Euro pro Semester sollen die Lehre verbessern. Doch nach Ansicht des SPD-Hochschulexperten Martin Rivoir fließt so viel Geld, dass es einzelne Hochschulen und Fakultäten gar nicht mehr ausgeben können und aufs Sparbuch tragen. So habe die Universität Heidelberg Rücklagen von acht bis neun Millionen Euro gebildet. Rund drei Prozent der 212.000 Studenten an Unis, Fachhochschulen und Berufsakademien nützen die von der landeseigenen Förderbank angebotenen Studiengebühren-Kredite. Doch selbst L-Bank-Chef Christian Brand hat in Interviews vor der Inanspruchnahme gewarnt: Er könne Studenten nur raten, wenn irgend möglich, kein Darlehen in Anspruch zu nehmen. Dabei sei es gleich, ob der Zinssatz nun bei 7,64 Prozent liege oder bei 5,5 Prozent. Diesen niedrigeren, aus Landesmitteln subventionierten Zinssatz hat die Bank erst vor kurzem eingeführt. Brand empfahl, statt des Kredits lieber zu jobben oder sich einen „Sponsor in der Familie“ zu suchen. „Damit ist der Lack von der angeblichen Sozialverträglichkeit der Campus-Maut endgültig ab“, schimpft Rivoir. Die Gebühren seien sozial diskriminierend, was sich auch am Ausweichen der Studenten von den Unis auf Fachhochschulen zeige – dort ist die Ausbildung kürzer und damit billiger. Einen eigenen Gesetzentwurf plant die SPD allerdings nicht, er würde angesichts der Mehrheiten scheitern. Vielmehr setze man auf die Zusammenarbeit mit der FDP, in deren Reihen Rivoir ebenfalls Kritiker der hohen Zinsen ausmacht. Als Sofortmaßnahme müsse zunächst der Zinssatz auf „symbolische“ 0,9 Prozent abgesenkt werden. Eine Parlamentsanfrage der FDP hatte im Februar ergeben, dass die Zinssätze in Westdeutschland zwischen 5,9 Prozent (Nordrhein-Westfalen) und 6,5 Prozent (Hessen) schwanken. Mit 7,64 Prozent lag damals Baden-Württemberg noch mit Abstand vorn. Auch die Grünen, die das Studium in Baden-Württemberg bis zum ersten Abschluss, dem Bachelor, kostenfrei halten wollen und erst danach Studiengebühren fordern, sehen Änderungsbedarf.“

Quelle: http://www.hz-online.de/index.php?mode=full&cat=173&open=&open_u=&&minDate=&begin=0&id=404900&s_id=abbe7ce464e0d7ae4023c94cfbe76477
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