Erstellt am 21.04.2008 von Markus Lochmann
Die Stuttgarter Zeitung berichtet über Missstände in den neuen Studiengängen:
Angesichts der hohen Abbrecherquote bei Bachelor-Studiengängen hat die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, Änderungen bei der Reform der Studiengänge verlangt.
“Wir müssen die Studieninhalte prüfen und Stoff, der nicht unbedingt notwendig ist, herausnehmen”, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur dpa. Als Ursache für die hohe Abbrecherquote in einigen Studiengängen nannte sie eine Überforderung vieler Studenten und eine schlechte Personalausstattung der Hochschulen.
Die Rektoren von 258 deutschen Hochschulen treffen sich an diesem Montag in Jena zu ihrer zweitägigen Jahresversammlung. Thema ist die Qualität des deutschen Hochschulsystems.
Ein Ziel der Umstellung auf Bachelor-Abschlüsse war es, die Abbrecherquote zu senken. Doch laut einer Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) ist dieser Anteil in den straff organisierten Bachelor-Studiengängen zu hoch. “Oftmals wurden die Inhalte, die früher in einem Studiengang mit neun Semestern vermittelt wurden, in sechs Semester gepackt”, bemängelte Wintermantel. Das überfordere viele Studenten. “Es kann nicht sein, dass die Zahl der Studienabbrecher auf diesem hohen Niveau bleibt.”
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1688306
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Erstellt am 14.04.2008 von Markus Lochmann
Neue Zahlen zu den tatsächlichen Kosten eines Studiums liefert n-tv.de:
Ein zehnsemestriges Studium kostet im Schnitt gut 46.000 Euro – Studiengebühren noch nicht mitgerechnet. Für zwölf Semester müssen nach den Zahlen des Deutschen Studentenwerkes (DSW) in Berlin sogar mehr als 55.000 Euro veranschlagt werden. Günstiger ist der Bachelor: Rund 28.000 Euro lassen sich Studenten diesen Abschluss kosten.
Berechnungsgrundlage sind die 770 Euro monatlichen Einnahmen, die Studierenden nach der jüngsten Sozialerhebung des DSW von 2006 im Schnitt zur Verfügung stehen. Hochgerechnet auf das gesamte Studium ergibt sich daraus ein Orientierungswert für die durchschnittlichen Kosten. Hinzu kommen Studiengebühren, die im Jahr 2006 noch nicht zu entrichten waren.
Die Finanzierung sei in vielen Familien der neuralgische Punkt bei der Entscheidung für oder gegen ein Studium, so DSW-Präsident Prof. Rolf Dobischat. So würden 90 Prozent der Studierenden derzeit mit durchschnittlich 448 Euro im Monat von ihren Eltern unterstützt. Der Anteil der elterlichen Unterstützung steige seit Jahren und sei mit inzwischen 52 Prozent die wichtigste Säule der Studienfinanzierung in Deutschland, weit vor dem Jobben und dem BAföG.
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Erstellt am 25.03.2008 von Markus Lochmann
Quelle: DIE ZEIT, 20.03.2008, Nr. 13
Wer die Pisa-Sieger verstehen will, muss sich nicht die Schulen, sondern die Politik des nordischen Landes anschauen:
Von den Finnen lernen?
DIE ZEIT: Frau Overesch, Sie haben in Ihrer Dissertation die finnische und die deutsche Schulpolitik miteinander verglichen. Was können wir von den Finnen lernen?
Anne Overesch: Vor allem sollten wir begreifen, dass es nichts bringt, etwa die dortige Schulstruktur abzukupfern oder einfach nach finnischem Vorbild die Zahl der Krankenschwestern und Sozialarbeiter an den Schulen zu erhöhen.
ZEIT: Warum nicht?
Overesch: Weil der Erfolg der finnischen Schüler etwa bei der Pisa-Studie nicht auf einzelne Maßnahmen an den Schulen zurückzuführen ist. Er basiert auf einem gänzlich anderen Grundverständnis der Gesellschaft und der Schulpolitik.
ZEIT: Worin besteht das?
Overesch: Seit den sechziger, siebziger Jahren sind sich die Finnen darin einig, dass ihr kleines rohstoffarmes, isoliertes Land im Norden seine Chance nur in der Produktion von Wissen finden kann. Deshalb soll jedes Kind optimal gefördert werden, um dazu etwas beizutragen. Der Sohn des Rentierzüchters in Lappland genauso wie die Tochter des Nokia-Bosses in Helsinki.
ZEIT: Aber es gab Streit um die Einführung einer einheitlichen Schule.
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