Liberale Hochschulgruppen Baden-Württemberg zum Bildungsstreik 2010 – Schopf: „Bildungsstreik ist unsozial!“
Erstellt am 09.06.2010 von Alexander Schopf
Die Liberalen Hochschulgruppen Baden-Württemberg lehnen den an einigen Hochschulen des Landes stattfindenden Bildungsstreik entschieden ab.
In diesen Tagen rufen Vertreter linksgerichteter Gruppierungen an den Hochschulen in Deutschland, wie bereits im Sommer- und Wintersemester 2009, zum Protest im Rahmen des sogenannten „Bildungsstreiks“ auf.
Vorgebracht werden Forderungen zur Verbesserung der Studiensituation an deutschen Universitäten. Diese dienen jedoch nicht selten zur Verschleierung von Kapitalismuskritik. Auch dieser Protest zeigt deutlich, dass dieser von linken Gruppierungen initiierte Bildungsstreik nur ein Ziel verfolgt: junge Menschen für linke Ideen zu gewinnen. Nicht die breite Masse der Studierenden geht auf die Straße, sondern die Anhänger von MLPD, Antifa und Solid.
Der Landesvorsitzende der Liberalen Hochschulgruppen Alexander Schopf stellt fest:
„Die Bildungsstreikwochen in 2009 haben keinerlei Verbesserung der Studiensituation herbeigeführt. Initiativen von Politik und Hochschulen wurden stattdessen aus ideologischen Gründen blockiert. Vor diesem Hintergrund müssen die Verantwortlichen zugeben, dass ihre Aktivität bislang ausschließlich auf Kosten der Studierenden ging.“
Im Zusammenhang mit den Bildungsstreikaktionen von 2009 waren zahlreiche Gesprächsangebote aus Politik und Hochschule erfolgt, die von den teilnehmenden Aktivisten größtenteils blockiert wurden. Die stattdessen vorgetragene Gesellschaftskritik hatte selten eine Verbindung zum Thema. Schopf dazu:
„Wer produktive Zusammenarbeit mit den Entscheidungsträgern ablehnt, um im Rahmen des nächsten Bildungsstreiks erneut eine solche zu fordern, täuscht die Studierenden über seine wahren Ziele. Wer die Verbesserung von Studienbedingungen instrumentalisiert, macht die Arbeit der Studierendenvertreter zunichte, die sich ehrenamtlich für ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen einsetzen.“
Der Landesverband Liberaler Hochschulgruppen fordert daher die Verantwortlichen auf, Bildung nicht mehr als Deckmantel für Gesellschaftskritik zu missbrauchen und lieber zu studieren, als zu blockieren. Schopf:
„Wer sich als Studierendenvertreter aufspielt, ohne nachhaltig etwas für Studierende erreichen zu wollen, verhält sich unsozial!“
Die LHG kennt die Probleme des Hochschulsystems und setzt sich konstruktiv für dessen Verbesserung ein:
- Nachdem viele Studiengänge nach der Umstellung auf Bachelor/Master nicht mehr studierbar sind, da der Lernstoff des Diplomstudiengangs ohne erkennbare Änderungen in den Bachelor übernommen wurde und dieser Zustand zu einer Überlastung von Lehrenden und Studierenden gleichermaßen führte, fordert die LHG–BW die Aufhebung der Beschränkung der Studiendauer konsekutiver Studiengänge. Die Hochschulen sollen selbst über die Regelstudienzeit der von ihnen angebotenen Bachelor- und Master-Studiengänge entscheiden.
- Die LHG-BW fordert mehr Wahlmöglichkeiten für die freie Entwicklung von Studierenden durch die Abkehr von der momentan praktizierten Totalverschulung von Studiengängen. Studierende müssen wieder die Gelegenheit bekommen, um über den Tellerrand des eigenen Studiums zu blicken und die Selbständigkeit des einzelnen Studenten zu fördern oder die Zeit für nicht im Lehrplan stehende Praktika zu haben oder sich in Initiativen an der Hochschule zu engagieren.
- Auch kann die Beibehaltung von Diplom und Staatsexamina in einigen Bereichen sinnvoller sein, als die Umstellung auf Bachelor/Master. Die weitere Existenz von Diplomstudiengängen steht für die LHG-BW in keinem Widerspruch zum Bolognaprozess. Gerade die Frage der internationalen Anerkennung stellt sich hierbei nicht.
- Die Qualität der Lehre darf nicht zugunsten der Forschung reduziert werden. Wird aber die Lehre zu Gunsten der Forschung reduziert, führt dies zur Situation, dass immer mehr Vorlesungen, Übungen und Seminare nicht von Professoren, sondern von deren Assistenten gehalten werden. Die LHG-BW fordert daher die Stärkung der Lehre, wie bspw. durch das Ausloben von Preisen für herausragende Lehrleistungen.
- Wir fordern massive Veränderungen bei der Verwendung unserer Studiengebühren. Studiengebühren dürfen nicht für die Aufrechterhaltung des Regelbetriebs der Hochschulen verwendet werden: Studiengebühren müssen ein StudiumPlus bewirken!
- Wir fordern die Demokratisierung der studentischen Mitbestimmung an unseren Hochschulen durch die Einführung von Studentenparlamenten, damit demokratisch gewählte Vertreter die Studentenschaft repräsentieren und nicht die Rädelsführer eines linken Bildungsstreiks!
- Die LHG-BW fordert zur Verbesserung der Studienbedingungen die grundlegende Sanierung maroder Bausubstanz, welche nicht aus Studiengebühren finanziert werden darf.
Daher www.studieren-statt-blockieren.de!
- Pressemitteilung zum Bildungsstreik vom 8. Juni 2010:
Zum Download bitte Link anklicken —> PM
5 Kommentare zu “Liberale Hochschulgruppen Baden-Württemberg zum Bildungsstreik 2010 – Schopf: „Bildungsstreik ist unsozial!“”
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tagesschau.de – 9. Juni 2010: “Schüler und Studenten gegen Bildungsmisere” http://www.tagesschau.de/inland/bildungsproteste104.html
SWR.de – 9. Juni 2010: “Schüler und Studenten gegen Bildungsmisere” http://www.swr.de/nachrichten/-/id=396/nid=396/did=6487948/ryhbf6/index.html
AD HOC NEWS – 9. Juni 2010: “Tausende Schüler und Studenten protestieren gegen Bildungspolitik” http://www.ad-hoc-news.de/tausende-schueler-und-studenten-protestieren-gegen–/de/News/21385334
Business-on.de Stuttgart – 9. Juni 2010: “Studenten protestieren gegen Bildungspolitik - Liberale Hochschulgruppen gegen Streik” http://stuttgart.business-on.de/bildungsstreik-studenten-auszubildende-schueler-lhg-vorsitzender-_id4704.html
Stuttgart Journal – 9. Juni 2010: Bildungsstreik 2010 ist “unsozial” http://www.stuttgart-journal.de/tp/pool/nachrichten-stuttgart/sj/2010/06/09/news/bildungsstreik-2010-ist-unsozial/