LHG-Veranstaltung in Konstanz: „Mehr Schweiz – mehr Demokratie, mehr Freiheit? – Perspektiven auf den Liberalismus“

“Mehr Schweiz – mehr Demokratie, mehr Freiheit? – Perspektiven auf den Liberalismus”Auch in diesem Jahr hatte die Liberale Hochschulgruppe an der Universität Konstanz das Vergnügen, in Kooperation mit der Reinhold-Maier-Stiftung Baden-Württemberg und dem Landesverband Liberaler Hochschulgruppen Baden-Württemberg ein politisches Abendseminar organisieren zu dürfen. Nachdem 2013 der Wirtschaftsweise Prof. Dr. Lars Feld über die deutsche Staatsverschuldung sprach, referierte Dr. Christopher Gohl* vom Weltethos-Institut der Universität Tübingen nun zum Thema „Mehr Schweiz – mehr Demokratie, mehr Freiheit? Perspektiven auf den Liberalismus.“

Trotz der kurz bevorstehenden Klausurphase lockte Dr. Gohl etwa 35 interessierte Studierende in den Hörsaal. Sein Vortrag begann mit einem kurzen Vergleich von Schweiz und Deutschland beziehungsweise Europäischer Union. So habe es die Schweiz beispielsweise schon heute geschafft, unterschiedliche Sprachregionen wirtschaftlich wie politisch zu vereinen. Der EU stehe dies noch bevor, derzeit kämpfe sie eher mit wachsenden Nationalisierungstendenzen ihrer Mitgliedsstaaten. Weiterhin wurden die demokratische Organisation sowie die freiheitliche Kultur der Eidgenossen herausgearbeitet.

Als in diesen Tagen besonders interessant (vgl. Flughafen BER, Hamburger Elbphilharmonie usw.) erschienen die geringen schweizer Kommunalausgaben durch den Einsatz von Finanzreferenden. So müssten Bürger Projekten mit stark steigenden Ausgaben in der Regel erneut ihre Zustimmung erteilen. Dies führe zu einer vorsichtigeren Ausgabenpolitik und einer tendenziell besseren finanziellen Abschätzung von Großprojekten. Ein weiterer Vorteil der Schweiz, welcher die Anwendbarkeit direkt-demokratischer Instrumente erleichtere, sei ihre geringe Größe gemessen an der Bevölkerungszahl. Daher plädierte Dr. Gohl nicht dafür, diesem Beispiel auf Bundesebene zu folgen, wohl aber auf Länder- und besonders kommunaler Ebene. In diesem Zusammenhang wäre es von Bedeutung, dem Subsidaritätsprinzip Rechnung zu tragen.

Des Weiteren merkte der Demokratieforscher an, dass die freiheitliche Kultur der Schweiz so noch nicht in Deutschland etabliert sei, die Entwicklung neuer politischer Partizipationsmöglichkeiten eine solche aber bedinge.

Abgerundet wurde das Seminar durch die Bereitstellung von Hefekränzen und Getränken, die dazu einluden, sowohl untereinander als auch mit Dr. Gohl selbst, die angesprochen Themen weiter zu diskutieren. Die LHG Konstanz dankt im besonderen Maße der Reinhold-Maier-Stiftung Baden-Württemberg, welche die Veranstaltung finanziell ermöglichte, und dem LHG-Landesverband für dessen tatkräftige Unterstützung.

Nils H. Ullrich
(Vorsitzender der LHG Konstanz)

*ehemaliger Leiter der Abteilung politische Planung FDP, heute Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Weltethos-Institut der Universität Tübingen
Weiterlesen

Veranstaltungskalender der Liberalen Hochschulgruppen April/Mai 2014 – Die LHG lädt ein!

Ende April, Anfang Mai stehen drei Veranstaltungen der Liberalen Hochschulgruppen und des Landesverbands Liberaler Hochschulgruppen auf dem Programm, all diese in Kooperation mit der Reinhold-Maier-Stiftung.

Es ist uns auch für diese Veranstaltungen wieder gelungen, herausragende Referenten zu spannenden Themen zu finden, ob Jimmy Schulz, Prof. Dr. Volker Haug, Prof. Dr. Peter Henning, Dr. Christopher Gohl oder Dipl.-Des. Markus Schmidt. Der Eintritt ist natürlich frei. Wir laden herzlich zu den Veranstaltungen ein und bitten die Vertreter der Presse freundlich um Verbreitung der Termine in Ihren Medien!

—> Für alle weiteren Informationen zu den drei Veranstaltungen, bitte einfach auf die Veranstaltungsgrafiken oder auf folgende Verlinkungen klicken:

LHG-Veranstaltung in Heidelberg, Dienstag, 29. April 2014, 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr: „MOOCs – Massive Open Online Courses: Chancen und Herausforderungen für die Hochschullehre“

LHG-Veranstaltung in Stuttgart, Samstag, 3. Mai 2014, 10.30 Uhr bis 13.00 Uhr: „Die Digitale Revolution: Chancen des Internets?“

LHG-Veranstaltung in Konstanz, Montag, 5. Mai 2014, 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr: „Mehr Schweiz – mehr Demokratie, mehr Freiheit? – Perspektiven auf den Liberalismus“

LHG-Veranstaltung in Konstanz: „Mehr Schweiz – mehr Demokratie, mehr Freiheit? – Perspektiven auf den Liberalismus“

5. Mai 2014
19:00bis21:00

+++ PRESSEMITTEILUNG DER LHG ZUR ABSAGE DER VORTRAGSVERANSTALTUNG +++

Justiziariat unterbindet Vortrag mit Dr. Christopher Gohl

10256776_733213646701747_8520653764193440967_o

Das Justiziariat der Uni Konstanz hat sich dazu entschieden, die Vortragsveranstaltung mit Dr. Christopher Gohl am 5. Mai zu streichen. Die LHG kritisiert die Uni-Leitung für dieses Vorgehen massiv.

Der Vortrag unter dem Titel „Mehr Schweiz – mehr Demokratie, mehr Freiheit?“, wird folglich nicht wie geplant stattfinden können, da das Justiziariat auf willkürlichste Art und Weise einen direkten Zusammenhangdes Events zur Europawahl am 25. Mai konstruierte. Angeblich handele es sich bei Herrn Dr. Gohl, der als Mitarbeiter des Weltethos-Instituts der Uni Tübingen referieren sollte, um einen„Repräsentant(en) einer Partei“. Außerdem berühre die Thematik eine „unmittelbar wahlkampfrelevante Fragestellung“.

Für Nils H. Ullrich, Vorsitzender der LHG Konstanz, ist klar: „Die Entscheidung des Justiziariats ist ein absoluter Skandal. Bereits Mitte Februar wurde das Event angekündigt und von der Uni genehmigt. Die Veranstaltung nun mit weniger als einer Woche Vorlauf zu streichen bedeutet für uns einen immensen finanziellen Schaden, da sie bereits durch Flyer und Plakate beworben wurde. Daher erwarten wir von der Uni-Leitung nun ein Entgegenkommen bezüglich eines Ersatz-Termins für die Veranstaltung.“


 

Montag, 5. Mai 2014
19.00 Uhr bis 21.00 Uhr
Uni Konstanz, Raum A 701
Universitätsstraße 10
78457 Konstanz

—> Hier geht´s zum Download der Einladung der Reinhold-Maier-Stiftung.

Die Schweiz gilt wegen ihrer ausgeprägten direkten Demokratie und dem eidgenössischen Bürgersinn als Vorbild eines freiheitlichen Staats. Der Schutz der Privatsphäre und Eigentumsverhältnisse, die plebiszitären Elemente politischer Mitbestimmung und der Steuerwettbewerb machten das Land zu einem Hort an Liberalität, Demokratie und Wohlstand, so das gängige Urteil über die Eidgenossenschaft. Stimmt das denn auch? Seit der Volksabstimmung gegen mehr Zuwanderung und eine waschsende europakritische Haltung ändert sich das öffentliche Bild der Schweiz.
Was kann Deutschland, was können Liberale sich von der Schweiz abschauen – und was nicht? Mit einem Blick über Bodensee und Hochrhein ins Nachbarland sollen neue Perspektiven auf den Liberalismus eröffnet werden.

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Reinhold-Maier-Stiftung durchgeführt und u.a. aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert. Der Eintritt ist kostenfrei.

Begrüßung
Nils Ullrich,
Vorsitzender der Liberalen Hochschulgruppe Konstanz

Vortrag
Mehr Schweiz – mehr Demokratie, mehr Freiheit? –
Perspektiven auf den Liberalismus
Dr. Christopher Gohl,
Koordinator Public Dialogue, Weltethos-Institut, Eberhard-Karls-Universität Tübingen,

Diskussion

anschließend kleiner Empfang

Über 200 Gäste beim Wirtschaftsweisen Prof. Dr. Lars Feld an der Uni Konstanz

Veranstaltung mit Prof. Dr. Lars Feld

Veranstaltung mit Prof. Dr. Lars Feld“

Vortragsabend mit Prof. Dr. Lars Feld an der Uni Konstanz

Am Mittwoch, den 12. Juni 2013, besuchte Prof. Dr. Lars Feld – Wirtschaftsweiser und Berater der Bundesregierung – aus Freiburg, die Universität Konstanz. Eingeladen wurde er von der LHG Konstanz, dem Landesverband Liberaler Hochschulgruppen, der Reinhold-Maier-Stiftung und vom örtlichen Hayek-Club. Sein Vortrag „Europa im Würgegriff – Verschuldung in Deutschland und der EU als Problem der Generationengerechtigkeit“ begeisterte mehr als 200 studentische und externe Besucher in einem der größten Hörsäle.

Nils H. Ullrich und Prof. Dr. Lars Feld

Nils H. Ullrich und Prof. Dr. Lars Feld

In seinem Vortrag sprach Herr Prof. Dr. Feld vom Verschuldungsproblem Deutschlands, insbesondere der jährlichen, strukturellen Neuverschuldung – nicht auf der starken Einnahmenseite, sondern vielmehr auf der Ausgabenseite. Es bestehe eine massive Dringlichkeit zu konsolidieren, auf der anderen Seite aber auf Steuererhöhung zu verzichten, da diese die Wirtschaft abwürgen würden. Erste Ansatzpunkte könnten seiner Meinung nach Kürzungen im Etat für Bildung und für Arbeit und Soziales sein: Die massiven Schülerrückgänge in den vergangenen und in den zukünftigen Jahren würden dies ermöglichen. Zudem sei die arbeitende Bevölkerung dazu angehalten, auch über das Renteneintrittsalter von aktuell 65 bzw. 67 Jahren hinaus erwerbstätig zu sein. Nur so könne gewährleistet werden, dass sich der entstehende Generationenkonflikt entspanne.

Auf der föderalen Ebene bemängelte Prof. Dr. Feld das falsche Anreizproblem, welches sich durch die erst 2020 eintretende Schuldenbremse für die Bundesländer ergebe. Bis zu diesem Zeitpunkt würde es „technisch belohnt“, seine Defizitziele nicht einzuhalten, um dann im neu verhandelten Länderfinanzausgleich beste Konditionen herauszuschlagen. Im Anschluss an seinen Vortrag nahm sich der Referent dankenswerter Weise noch eine Stunde Zeit, um die vielen kontroversen Fragen der Zuhörenden zu beantworten. Vor allem seine Thesen zum europäischen Fiskalpakt und zur Rentenentwicklung sorgten für reichlich Gesprächsstoff.

Die Liberale Hochschulgruppe bewertet diesen Abend mehr als gelungen und freut sich, dass so viele Studenten – trotz der anstehenden Klausurphase – Zeit und Interesse mitbringen konnten, um sich diesem gesellschaftspolitisch so wichtigen Thema anzunähern.

Nils H. Ullrich

Einladung zur Veranstaltung mit dem Wirtschaftsweisen Prof. Dr. Lars Feld an der Uni Konstanz: „Europa im Würgegriff? – Verschuldung in Deutschland und der EU als Problem der Generationengerechtigkeit“

12. Juni 2013
19:00bis21:00

Der Landesverband Liberaler Hochschulgruppen Baden-Württemberg, die Liberale Hochschulgruppe Konstanz und die Reinhold-Maier-Stiftung laden ein zum Vortrag an der Uni Konstanz, Raum A 701 (Hörsaal), Universitätsstraße 10, 78464 Konstanz, am Mittwoch, den 12. Juni 2013, um 19 Uhr, mit dem Wirtschaftsweisen Prof. Dr. Lars Feld.

Einladung zur Veranstaltung mit dem Wirtschaftsweisen Prof. Dr. Lars Feld an der Uni Konstanz: "Europa im Würgegriff? – Verschuldung in Deutschland und der EU als Problem der Generationengerechtigkeit"

Veranstaltung mit Prof. Dr. Lars Feld: „Europa im Würgegriff? – Verschuldung in Deutschland und der EU als Problem der Generationengerechtigkeit“

Die Schuldenkrise der Industrieländer hält nun seit drei Jahren die Finanzmärkte in Atem und gefährdet den wirtschaftlichen Aufschwung. In Europa versuchen überschuldete Staaten ihre Haushalte zu konsolidieren und Strukturreformen durchzuführen. Zugleich helfen ihnen die europäischen Partner mit Krediten weiter, die als Liquiditätshilfen gedacht sind. Die bisherigen Schritte sehen zwar langfristig angelegte Reformmaßnahmen vor, gleichwohl scheinen diese Schritte im Urteil vieler Beobachter nicht zur Lösung der Liquiditätskrise geeignet.

Prof. Dr. Lars Feld, Quelle: http://www.eucken.de/institut/leitung-lars-p-feld.html

Prof. Dr. Lars Feld

Zur Person: Prof. Dr. Lars Feld hat seit 2010 den Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und Ordnungsökonomik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg inne. Als Wirtschaftsweiser, Berater der Bundesregierung und Vorsitzender des Walter-Eucken-Instituts bezeichnet ihn der „Spiegel“ als „Shooting-Star unter den deutschen Finanzökonomen“. Im März 2011 wurde er auf Vorschlag der Bundesregierung durch den Bundespräsidenten in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berufen und ist damit einer der fünf Wirtschaftsweisen.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist natürlich kostenlos. Es besteht Gelegenheit, Fragen an den Referenten zu stellen. Im Anschluss wird ein Imbiss gereicht.