Über 200 Gäste beim Wirtschaftsweisen Prof. Dr. Lars Feld an der Uni Konstanz

Veranstaltung mit Prof. Dr. Lars Feld

Veranstaltung mit Prof. Dr. Lars Feld“

Vortragsabend mit Prof. Dr. Lars Feld an der Uni Konstanz

Am Mittwoch, den 12. Juni 2013, besuchte Prof. Dr. Lars Feld – Wirtschaftsweiser und Berater der Bundesregierung – aus Freiburg, die Universität Konstanz. Eingeladen wurde er von der LHG Konstanz, dem Landesverband Liberaler Hochschulgruppen, der Reinhold-Maier-Stiftung und vom örtlichen Hayek-Club. Sein Vortrag „Europa im Würgegriff – Verschuldung in Deutschland und der EU als Problem der Generationengerechtigkeit“ begeisterte mehr als 200 studentische und externe Besucher in einem der größten Hörsäle.

Nils H. Ullrich und Prof. Dr. Lars Feld

Nils H. Ullrich und Prof. Dr. Lars Feld

In seinem Vortrag sprach Herr Prof. Dr. Feld vom Verschuldungsproblem Deutschlands, insbesondere der jährlichen, strukturellen Neuverschuldung – nicht auf der starken Einnahmenseite, sondern vielmehr auf der Ausgabenseite. Es bestehe eine massive Dringlichkeit zu konsolidieren, auf der anderen Seite aber auf Steuererhöhung zu verzichten, da diese die Wirtschaft abwürgen würden. Erste Ansatzpunkte könnten seiner Meinung nach Kürzungen im Etat für Bildung und für Arbeit und Soziales sein: Die massiven Schülerrückgänge in den vergangenen und in den zukünftigen Jahren würden dies ermöglichen. Zudem sei die arbeitende Bevölkerung dazu angehalten, auch über das Renteneintrittsalter von aktuell 65 bzw. 67 Jahren hinaus erwerbstätig zu sein. Nur so könne gewährleistet werden, dass sich der entstehende Generationenkonflikt entspanne.

Auf der föderalen Ebene bemängelte Prof. Dr. Feld das falsche Anreizproblem, welches sich durch die erst 2020 eintretende Schuldenbremse für die Bundesländer ergebe. Bis zu diesem Zeitpunkt würde es „technisch belohnt“, seine Defizitziele nicht einzuhalten, um dann im neu verhandelten Länderfinanzausgleich beste Konditionen herauszuschlagen. Im Anschluss an seinen Vortrag nahm sich der Referent dankenswerter Weise noch eine Stunde Zeit, um die vielen kontroversen Fragen der Zuhörenden zu beantworten. Vor allem seine Thesen zum europäischen Fiskalpakt und zur Rentenentwicklung sorgten für reichlich Gesprächsstoff.

Die Liberale Hochschulgruppe bewertet diesen Abend mehr als gelungen und freut sich, dass so viele Studenten – trotz der anstehenden Klausurphase – Zeit und Interesse mitbringen konnten, um sich diesem gesellschaftspolitisch so wichtigen Thema anzunähern.

Nils H. Ullrich