05.10.2016

Pressemitteilung: Humboldt Reloaded – Liberale Hochschulgruppen fordern Hochschulreform

postkarte_hb_4_webDer Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) hat zum Beginn des
aktuellen Wintersemesters die Kampagne Humboldt Reloaded ins Leben
gerufen. Mit ihr fordern die Liberalen, die Hochschulen des 21.
Jahrhunderts mithilfe des Humboldt’schen Bildungsideals zu reformieren.

Die Hochschulen haben im Laufe der vergangenen Jahre eine immerzu
wachsende Einschränkung vonseiten des Staates erfahren. Damit entfernen
sie sich immer weiter von den Idealen Wilhelm von Humboldts, der noch
den Nutzen des Staates mit der Freiheit in Forschung und Lehre
verbunden hatte.

„Wir als Liberale Hochschulgruppen verlangen daher, dass die
Humboldt’schen Ideale wieder Teil der hochschulpolitischen Ausrichtung
werden“, so Johannes Dallheimer, Vorsitzender des LHG-Bundesverbandes.
„Deutschland benötigt Akademiker, die über mehr als nur reines
Fachwissen verfügen. Ein moderner Staat im 21. Jahrhundert benötigt vor
allem selbstständig denkende und eigenverantwortliche Bürger. Dies sah
auch schon Wilhelm von Humboldt so, der der Überzeugung war, dass der
Staat den größten Nutzen daraus ziehe, wenn seine Bürger zu
selbstständigem Denken fähig seien.“

Aus diesem Grund fordern die Liberalen Hochschulgruppen:

  • Mehr Freiheit in Forschung und Lehre: Ein selbstbestimmtes Studium
    der einzelnen Studierenden ist nur möglich, wenn die gesamte
    Hochschullandschaft freiheitlich orientiert ist und dabei eine breite
    Vielfalt bietet. Ziel ist ein vielseitiges Angebot an Hochschulen mit
    unterschiedlichen Profilen, Angeboten und methodischen sowie
    thematischen Schwerpunkten. Eine politische Einflussnahme auf die
    Inhalte von Forschung und Lehre darf nicht möglich sein. Daher setzt
    sich der LHG für die  institutionelle, personelle und finanzielle
    Autonomie der Hochschulen ein.
  • Studium generale & Interdisziplinarität:
    Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen fordert Hochschulen und
    Universitäten auf, ein Studium-Generale-Modell für alle Studenten
    anzubieten. Dies führt dazu, den Studierenden neben der fachlichen
    Bildung eine breite Allgemeinbildung zu ermöglichen.
  • Mehr studentische Mitbestimmung:
    Es darf in der Hochschule der Zukunft kein Gremium geben, das
    studienrelevante Inhalte ohne Studierende beschließt. Die Sicht der
    Studierenden ist elementar für die Entwicklung von Studiengängen. Daher
    fordern wir die Einführung eines studentischen Vizepräsidenten an jeder
    Hochschule. Dieser soll sich vorrangig um das Gebiet ‚Studium und
    Lehre‘ kümmern und dort studentische Interessen vertreten.
  • Forschung ab dem ersten Semester:
    Der LHG möchte besonders begabten Bachelorstudenten so früh wie möglich
    die Gelegenheit geben, sich im Bereich der Forschung zu engagieren.
    Dadurch können Talente bereits frühzeitig mit der Arbeit in der
    Forschung vertraut gemacht und Talente zielgerichtet gefördert werden.

„Das Humboldt’sche Bildungsideal droht in Vergessenheit zu geraten. Wir
sehen es daher als unsere Aufgabe an, an Humboldts Thesen wieder
anzuknüpfen und die verlorengegangen Grundzüge der freien Bildung
zurückzuverlangen“, so Dallheimer abschließend.

„Der wahre Zweck des Menschen – nicht der, welchen die wechselnde
Neigung, sondern welchen die ewig unveränderliche Vernunft ihm
vorschreibt – ist die höchste und proportionierlichste Bildung seiner
Kräfte zu einem Ganzen. Zu dieser Bildung ist Freiheit die erste, und
unerlässliche Bedingung.“  – Wilhelm von Humboldt: Ideen zu einem
Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen. Werke.
Band 1. 1792, S. 64.


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