14.11.2016

Geschlossen gegen Lehrmittel-Wucher!

Zukünftig wird es für die Universitäten wohl deutlich werden, wenn Dozenten ihren Studierenden urheberrechtlich geschützte Materialien, z.B. wissenschaftliche Artikel oder Buchauszüge, auf elektronischen Lernplattformen, wie Moodle, zur Verfügung stellen. Nach § 52a UrhG wird hierfür eine Vergütung fällig, die bislang pauschal durch das Land Baden-Württemberg an die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort abgeführt wurde.

Ab 01.01.2017 soll jedoch ein neuer Rahmenvertrag gelten, der eine Vergütung von 0,8 Cent pro Seite und Nutzer(!) vorsieht. Zum einen wird die Verteilung von Lehrmitteln in einem Seminar oder Kurs also deutlich teurer werden als bisher. Zum anderen müssen Lehrende vor jedem Einstellen von Materialien auf Moodle o.ä. aufwendig prüfen, ob anderweitige Lizenzen verfügbar sind. Dieses Verfahren ist, wie ein Pilotprojekt an der Universität Osnabrück gezeigt hat, viel zu umständlich und überhaupt nicht praktikabel. Es ist also zu befürchten, dass durch den neuen Vertrag deutlich weniger Materialien für die Studierenden online gestellt werden und so die Qualität der Lehre spürbar sinken wird.

Daher hat sich der Senat der Universität Heidelberg entschlossen, dem Rahmenvertrag nicht beizutreten. Auch wenn dies zur Folge hätte, dass ab 01.01.2017 vorerst gar keine Materialien mehr elektronisch verfügbar gemacht werden dürfen, unterstützt die Liberale Hochschulgruppe das Vorgehen des Senats. Nur durch den Nichtbeitritt kann genügend Druck auf die VG Wort ausgeübt werden, damit der Rahmenvertrag neu verhandelt wird. Eine Verschlechterung der Lehrbedingungen gilt es in jedem Fall zu verhindern!


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