22.07.2009

Gegen Schwarzweiß-Denken: Ein Kommentar

schirm-weiss-80cm.jpgAls an einem regnerischen Samstagnachmittag etwa 80 Demonstranten afrikanischer Herkunft zur Kundgebung aufrufen, scheint alles wie Normalität. Sprechchöre, Transparente, Pfeifen. Daneben Passanten, die sich von solchen Unannehmlichkeiten nicht die Shopping-Laune verderben lassen. Ich bin interessiert und frage nach. Warum sie protestieren? Ein Mathematikstudent aus dem Kamerun wurde in der Nacht vom 8. Mai am Hauptbahnhof auf Papiere kontrolliert und in Ermangelung eines Personalausweises brutal aufs Revier gebracht. Nachdem er sich dort weigerte, Blut abnehmen zu lassen, wurde er von dem Polizisten verprügelt. Mit dem Resultat, dass sein mittlerer Gesichtsknochen gebrochen war und er mehrere Tage ins Krankenhaus musste. Gegen diese polizeiliche Willkür demonstrieren sie. Gegen Ungerechtigkeit und Fremdenfeindlichkeit. Doch ihr Appell prallt an den Vorbeiziehenden ab, wie der Regen von ihren Schirmen. Ich kann nicht beurteilen, wieviel von der Geschichte zutrifft. Weder bin ich dabei gewesen, noch gibt es sichere Zeugenaussagen. Sollte nur ein Bruchteil davon stimmen, so ist dieses Verhalten absolut zu verurteilen. Genauso ist aber auch die Ignoranz aller zu verurteilen, die keinen Anteil daran nehmen. Ein Stück mehr Offenheit und Toleranz würde uns allen gut zu Gesicht stehen.  


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