Zwischen Stocherkahnfahrt und Exzellenzinitiative – ein Wochenende in Tübingen

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Über Tübingen schrieb Friedrich Hölderlin einmal Wo den Lieblingen die Geister lauschen, spreche Freiheit den Tyrannen Hohn!“ Insofern ist wohl kaum eine süddeutsche Stadt besser zum Diskurs liberaler Ideen und Werte geeignet als die schwäbische Studentenstadt. Dem Aufruf Hölderlins folgend veranstaltete auch der baden-württembergische Landesverband vom 14.-16. August ein Seminar in Tübingen und beschäftigte sich mit der bundesweiten Exzellenzintitiative und ihren Folgen auf die Universitätslandschaft.

Zur Begrüßung der Teilnehmer gab es am Freitagabend ein Willkommensgrillen, bei dem an Fleisch und kulinarischen Spezialitäten nicht gespart wurde. Doch obwohl in der Nacht nicht allzu viel Zeit zum Schlafen blieb, konnte am Samstagmorgen rechtzeitig mit dem Seminar gestartet werden. Nach einem Vortrag von Michael Ungerer von der LHG Hohenheim, der das Förderkonzept, den Vergabeprozess und den zukünftigen Plan der Exzellenzinitiative erklärte, stellte jeder Verband die Situation an seiner Universität vor. Sven Krause, Vorsitzender der LHG Heidelberg, erläuterte die Lage an der Universität Heidelberg: „Für die Lehre gibt es durch die Exzellenzinitiative keine unmittelbare Verbesserung – als Student ergibt sich dadurch eine große Differenz zwischen dem abstrakten Elitebegriff, mit dem sich die Universität schmückt, und dem Alltag.“ Bei der anschließenden Diskussion war daher zwar einhelliger Tenor, dass eine solche Initiative unterstützenswert sei, aber sich die Förderung auch auf die Lehre auswirken müsse. Anschließend wurden einzelne Aspekte, wie das Vergabeprinzip oder aber der Masterplan der Universität Stuttgart in Kleingruppen beleuchtet und dabei auftretende Probleme diskutiert.

Aber ein Wochenende in Tübingen ist halt nur halb so schön, wenn man nicht auch Stocherkahn fahren kann – dies stand nach einer Stadtführung mit Besichtigung der Altstadt und des Hölderlinturms auf dem Programm. Natürlich bekam auch jeder, der wollte, die Gelegenheit selber „zu stochern“: Was mal und mal weniger gut gelang.

Alles in allem also ein großartiges Wochenende, an das wir uns noch lange erinnern werden.       

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