30.01.2010

Hochschulpolitik aktuell: Abrissparty im Comeniushaus, Katherstimmung beim RCDS.

2009-06-17_bildungsstreik_berlin-18.jpgDas war ja ein ereignisreicher Start ins neue hochschulpolitische Jahr wie schon seit langem nicht mehr. Während man sich üblicherweise im Januar wünscht, das Wintersemester wäre schon vor Weihnachten zu Ende gegangen, scheinen Schneefall und Kälte die Geister in diesem Jahr besonders zu stimulieren.

Beim Bildungsstreik zum Beispiel ist man die Untätigkeit satt: Das ewige Streiken wird ja mit der Zeit auch langweilig. Vor allem, wenn sich nicht einmal mehr die RNZ dafür interessiert, in welchem Hörsaal die Kommilitonen diesmal übernachtet haben. Was ihnen stattdessen in den Sinn kam, hätte man jedoch wohl besser nochmal im Plenum diskutieren sollen. Mit einigem Glück wäre es dann dort genauso versandet wie viele andere Ideen im letzten Jahr.

Während den Bewohnern des Comeniushauses die neuen Freizeiträume übergeben wurden, entschlossen sich nämlich einzelne Aktivistinnen oder Aktivisten (über das hier zutreffende Genus ist leider nichts bekannt), ihrer neu gewonnenen Freiheit Ausdruck zu verleihen und verschiedene Wände mit Sprühdosen ihren Wünschen gemäß umzugestalten. Insgesamt ähnelten die Räumlichkeiten nach der Party wohl dem Hotelzimmer einer Rockband nach durchzechter Nacht.

Der Kommentar auf der Bildungsstreik Website fiel im Vergleich zur kolportierten Schadenshöhe von ca. 30.000 Euro eher läppisch aus: Es habe sich nur um Einzelpersonen gehandelt, die nicht im Sinne aller gehandelt hätten. In der gleichen Nachricht lehnte man gleichzeitig auch ab, die Räume des Comeniushauses in Zukunft für die Bildungspolitische Arbeit nutzen. Naja was bei deren aktuellem Zustand irgendwie auch verständlich ist…

Weit mehr als den Bildungsstreik erzürnte die Angelegenheit scheinbar den RCDS. „Man habe schon lange vor solchen Ausschreitungen gewarnt“ vermeldete der Vorsitzende Erik Bertram an die Presse, um einige Tage später in einer weiteren Pressemitteilung den Besuch des Bundeswehrgenerals Roland Kather in Heidelberg anzukündigen. Wie und ob diese beiden Ereignisse in Zusammenhang stehen, ist nicht überliefert.

Gemächlicher ließen es dagegen die Jungsozialistinnen und Jungsozialisten an der Universität angehen. Über den Antrag einiger Kommilitonen, ihre neue Studentenzeitung finanziell zu fördern, konnten sie im Finanzausschuss ebenso wenig eine Meinung abgeben wie zu einer Initiative der Liberalen, die sich für eine Verlängerung der URZ Öffnungszeiten einzusetzen. Letztlich lehnten sie beides einfach ab. Hier wäre etwas mehr Tatendrang wohl förderlich gewesen. Wir warten dazu auf die nächste Pressemitteilung des RCDS…


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