17.07.2013

Stellungnahme zum 1. Veggie Day an unserer Uni

Unsere Meinung ist ganz einfach: „Alles in Maßen!“
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Die LHG Heidelberg unterstützt die Bemühungen des Studentenwerks, Vielfältigkeit und Nachhaltigkeit auf den Mensaspeiseplänen Einzug halten zu lassen. Allerdings finden wir die Umsetzung dieser Ziele, in Form des für den 25. Juli 2013 geplanten Veggie Days, falsch.

Bei dieser Aktion des Heidelberger Studentenwerks, welche in Zusammenarbeit mit der Albert Schweitzer Stiftung durchgeführt wird, kommen in allen Heidelberger Mensen und Cafés unter dem Motto „Rund um den Globus“ ausschließlich vegetarische und vegane Gerichte auf den Tisch.

Ernährung ist ein wichtiges Element eines nachhaltigen Lebensstils. Der Fleischkonsum in den entwickelten Ländern führt nicht nur zu Volkskrankheiten wie dem metabolischen Syndrom, dessen flächendeckende Prävalenz westliche Volkswirtschaften massiv schädigt und deren Leistungsfähigkeit einschränkt, sondern auch zu irreversiblen Schäden unserer Umwelt (nicht nur der tierischen, sondern tierhaltungsbedingt auch der pflanzlichen!).
Daher hält auch die LHG Heidelberg eine Sensibilisierung der Studierenden in Ernährungsfragen mit dem Ziel Gesundheits- und Umweltbewusstsein zu fördern, für sinnvoll.

Allerdings möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir den ausschließlich (!) fleischlosen Tag als Einschnitt in den Freiheitsraum jedes Studierenden sehen. Vegetarische Ernährung und Ernährungsbewusstsein aktiv zu fördern und zu bewerben ist eine Sache. Studierende dazu zu zwingen, eine andere. Eine Erweiterung des vegetarischen Speiseplans und Zusatzangebote, statt einer Zwangsmaßnahme, wären unserer Meinung nach der richtige Weg.
Es wäre nicht verwunderlich, wenn diese Zwangsmaßnahme viele abschreckt, statt viele zu erreichen.

Ganz besonders kritisch sehen wir als LHG die mit dem Veggie Day einhergehende Bewerbung von veganer Ernährung: Veganismus ist nur geeignet für gesunde, sehr gut informierte Erwachsene, die die verbleibende Nahrungspalette uneingeschränkt vertragen.
Für Nahrungsmittelallergiker, Schwangere, Stillende und Kinder birgt die vegane Kost große Risiken: Vitamin B12 Mangel (Schädigung des Zentralen Nervensystems), erhöhte Homocystein Werte (erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko) und Eisenmangel (Blutarmut, Leistungsminderung) sind häufige Mangelerscheinungen bei Veganern.
Inwieweit diese Abweichungen von der Norm der genannten Parameter tatsächlich zu Erkrankungen führen, ist umstritten und von Studien nicht eindeutig bewiesen, denn Veganer leben in der Regel aufgrund ihres Gesundheitsbewusstseins gesünder als die meisten anderen Menschen (z.B. Rauchen und Übergewicht seltener, mehr Bewegung) und haben daher auch einen geringeren Bedarf an protektiven, z.B. antioxidativen, Substanzen.
Allerdings betonen wir mit Nachdruck, dass Veganismus für oben genannte Risikogruppen (Nahrungsmittelallergiker, Schwangere, Stillende, Kleinkinder) unserer Meinung nach Tabu ist und bitten kritisch zu hinterfragen, wie nachhaltig eine Ernährung ist, die eine Handvoll Nahrungsergänzungsmittel zum Frühstück erfordern kann.

Daher vertreten wir als LHG folgende Meinung: Eine Zwangsmaßnahme wie den Veggie Day sollte man mündigen Studierenden nicht auferlegen, denn wir trauen allen Studierenden zu, selbst zu entscheiden, was maßvoller Fleischkonsum ist. Außerdem werden damit nicht automatisch weitere Probleme, wie z. B. Qualität von Lebensmitteln und Hygiene bei der Lebensmittelproduktion, gelöst.

Trotzdem sind wir auf den besonderen Speiseplan am Donnerstag, den 25. Juli 2013, gespannt!


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