Uni-Gremien

Verfasste Studierendenschaft (VS) & Studentenrat (StuRa)

In Baden-Württemberg wird die s.g. Verfasste Studierendenschaft (VS) eingeführt. Sie ist die Vertretung der Studierenden einer Hochschule und erlaubt den Studierenden sich offiziell zu äußern und Verträge abzuschließen.

Bisher hat die Fachschaftskonferenz (FSK), der Zusammenschluss von Vertretern aller Fachschaften, – unlegitimiert – einen Teil der Aufgaben übernommen, die in 14 von 16 Bundesländern in den Aufgabenbereich der VS fallen (außer Bayern und Baden-Württemberg haben alle Bundeländer eine VS).

Der Studierendenrat (StuRa) ist das zentrale Legislativorgan der VS. Die Studierenden eines Faches wählen studentische Vertreter ihres Fachs in den StuRa. Wie viele Vertreter ein Fach im StuRa haben darf, ist abhängig von der Größe des Fachs.

Neben den Studienfachvertretern werden Kandidaten von freien Listen gewählt. Wir als LHG stellen zum Beispiel solch eine Liste mit Kandidaten, damit auch wir durch gewählte Vertreter auf Ebene des StuRa in Sinne der Studenten Einfluss auf die Hochschulpolitik nehmen
können.

Die Anzahl der Listenkandidaten, die einen Platz im StuRa erhalten, ist von der Wahlbeteiligung abhängig: Bei 50 % Wahlbeteiligung erhalten sie die gleiche Anzahl an Plätzen, wie es Studienfachvertreter gibt. Dieses Prinzip halten wir für extrem undemokratisch: Wie oben bereits erwähnt, ist die Wahlbeteiligung i.d.R. sehr gering, sodass nur wenige Vertreter von freien Listen überhaupt in den StuRa gewählt werden können. Darüber hinaus können Fachschaften zusätzlich auch Listen mit ihren Vertretern aufstellen. Dies alles führt dazu, dass Hochschulgruppen jeder Art es sehr schwer haben, Vertreter in den StuRa zu entsenden.

StuRa

Für dieses in unseren Augen kritische StuRa-Modell haben sich die wenigen Studierenden, die Anfang Mai an der Urabstimmung über das Modell der künftigen VS teilgenommen haben, entschieden. Unserer Meinung nach wäre das Alternativmodell – ein Studentenparlament, vergleichbar mit dem deutschen Bundestag, wünschenswert gewesen.

Zu guter Letzt muss klar sein, dass, neben all den Vorteilen die die VS bringt, sie auch mit der Erhebung eines Beitrags, den jeder Student zu entrichten hat, einhergeht. Wir als LHG stehen daher für einen niedrigen Beitrag, der sich an den tatsächlich nötigen Ausgaben orientiert, sowie für eine transparente Verteilung der finanziellen Mittel.

Was ist die VS? Homepage mit Link zur vorgeschlagenen Satzung.

 

Organe der Universität: UniRat, Senat, Rektorat

(i) Rektorat
Das Rektorat ist für die Leitung der Hochschule zuständig. Es vertritt die Universität Heidelberg nach außen und koordiniert intern die Zusammenarbeit ihrer Mitglieder. Dem Rektorat gehören zwei hauptamtliche Mitglieder, der Rektor und die Kanzlerin, sowie vier nebenamtliche Prorektoren an. Die Amtszeit der hauptamtlichen Rektoratsmitglieder
beträgt sechs Jahre. Die Prorektoren werden auf Vorschlag des Rektors vom Senat für drei Jahre gewählt. Innerhalb der Hochschulleitung ist jedes Mitglied für bestimmte Geschäftsbereiche zuständig.

Rektor der Universität: Prof. Dr. Bernhard Eitel
Prorektor für internationale Beziehungen: Prof. Dr. Dieter W. Heermann
Prorektor für Forschung und Struktur: Prof. Dr. A. Stephen K. Hashmi
Prorektor für Qualitätsentwicklung: Prof. Dr. Óscar Loureda Lamas
Prorektorin für Studium und Lehre: Prof. Dr. Beatrix Busse
Kanzlerin: Dr. Angela Kalous

Mehr Infos hier.

(ii) Senat
Der Senat entscheidet in Angelegenheiten von Forschung, Kunstausübung und künstlerischen Entwicklungsvorhaben sowie bei Lehre, Studium und Weiterbildung, soweit diese nicht durch Gesetz einem anderen zentralen Organ oder den Fakultäten zugewiesen sind.

Konkret umfasst dies u.a. die Beschlussfassung im Zusammenhang mit der Einrichtung, Änderung und Aufhebung von Studiengängen und Hochschuleinrichtungen sowie die Festsetzung von Zulassungszahlen und Prüfungssatzungen. Auch die Eignungsfeststellung, Studienjahreinteilung, Zulassung, Immatrikulation, Beurlaubung und Exmatrikulation von Studierenden sowie die Funktionsbeschreibung von Professuren u.v.m. fallen in den „Absegnungsbereich“ des Senats. Natürlich steckt hinter solchen Entscheidungen viel Arbeit und es gehen ihnen lange Diskussionen voraus. Damit diese angemessen stattfinden, kann der Senat Ausschüsse bilden, in denen vorgearbeitet
und vorbereitet wird, sodass im Senat selbst nur noch die Abstimmung erfolgen muss.

Der Senat besteht u.a. aus dem Rektorat, dem Kanzler sowie den Dekanen der 12 Fakultäten kraft Amtes. Darüber hinaus werden 8 Hochschullehrer, 4 Vertreter des Mittelbaus und 4 studentische Vertreter zu Senatoren gewählt.

In der aktuellen Legislaturperiode (WS 13/14 und SS 14) ist Katerina Deike (9. Semester, Humanmedizin) von der gemeinsamen Liste von LHG und RCDS in den Senat gewählt worden.

Eine detaillierte Liste mit Aufgaben des Senats und Link zur aktuellen Mitgliederliste des Senats und der Senatsausschüsse findet Ihr hier.

(iii) Universitätsrat
Der Universitätsrat ist als Aufsichtsrat neben Rektorat und Senat eines der 3 zentralen Organe der Universität. Nach dem Landeshochschulgesetz (LHG) trägt er Verantwortung für die Entwicklung der Universität und schlägt Maßnahmen vor, die der Profilbildung und der Erhöhung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit dienen. Der Universitätsrat ist seit dem 1. Oktober 2006 mit sechs externen Mitgliedern und fünf internen Mitgliedern besetzt. Das Rektorat und ein Vertreter des Wissenschaftsministeriums nehmen an den Sitzungen beratend teil.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Universitätsrates gehören (1) die Wahl des Rektors und des Kanzlers, (2) die Beschlussfassung über Struktur- und Entwicklungspläne sowie (3) die Feststellung der Jahresabschlüsse der Universität sowie der beiden medizinischen Fakultäten. Zu den weiteren Aufgaben zählen die Zustimmung zu hochschulübergreifenden Kooperationen; zur Bildung, Veränderung, Aufhebung und Zuordnung von Hochschuleinrichtungen sowie zur Gründung von und Beteiligung an Unternehmen.

Der Universitätsrat wird mindestens viermal im Jahr einberufen. Über bestimmte Angelegenheiten kann außerhalb der Sitzungen auch im Umlaufverfahren entschieden werden. Für einzelne Sachgebiete oder bestimmte Sonderaufgaben hat der Universitätsrat Ausschüsse eingerichtet. Das Verfahren im Universitätsrat wird durch eine Geschäftsordnung geregelt.

Der Universitätsrat der Universität Heidelberg besteht aus elf Mitgliedern, die vom Wissenschaftsminister bestellt werden. Sechs Mitglieder, darunter der Vorsitzende, sind universitätsexterne Persönlichkeiten; fünf Mitglieder, darunter der stellvertretende Vorsitzende, sind Universitätsmitglieder. Die Amtszeit der Mitglieder bzw. eine Amtsperiode des Universitätsrats beträgt drei Jahre.

Mehr zum UniRat gibt es hier.

 

Dieser Text wurde in leicht abgeänderter Version der Almanach 2013 entnommen.

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