Tourismus als Wirtschaftsfaktor

Podiumsdiskussion an der FH Kehl

Kehl. „Gerade für Gemeinden in ländlichen Gebieten ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle. Daher ist dieses Thema speziell für die Region Baden äußerst relevant“, so Daniel Bullinger, Erster Vorsitzender der LHG Kehl, die zusammen mit dem Politikreferat der FH Kehl und der Fachhochschule selbst am 17. April 2008 eine Podiumsdiskussion zum Thema „Tourismus als Wirtschaftsfaktor“ veranstaltete.

 Mit Claus Schmiedel, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion; Rainer Krause, Kurdirektor von Freudenstadt; Bernhard Schätzle, MdL für die CDU, sowie mit Hans-Ulrich Rülke, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, konnten namhafte Vertreter aus Politik und Verwaltung für die Veranstaltung gewonnen werden.

 Aus Sicht der Städte und Gemeinden sei das Hauptproblem, dass die Tourismusförderung stets als Negativposten angesehen werde, dem keine unmittelbaren Gegenwerte gegenüberständen, so Krause. Größter Verlustbringer im Haushalt Freudenstadts, mit einem Defizit von über 2 Millionen Euro, seien die städtischen Tourismuseinrichtungen. Dabei wird jedoch der fremdenverkehrsinduzierte Bruttoumsatz außer acht gelassen und somit die Bedeutung des Tourismus verkannt. Schließlich sei der Tourismus in Baden-Württemberg neben der Maschinenbaubranche ein elementarer Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum, so die Mehrheit der Diskussionsteilnehmer.

 Durch den prognostizierten Anstieg des Durchschnittsalters von 42 auf 50 Jahre, würden sich zukünftig Chancen und Herausforderungen für die Tourismusbranche bieten, denen das Land durch die Förderung des sanften, barrierefreien Tourismus’ Rechnung trage.

 Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, sei es für die Branche im Land unumgänglich trotz oder gerade wegen des älteren Publikums ihr Image zu verjüngen und das Konzept der Kleinstregionen zugunsten überregionaler Vermarktung aufzugeben. Eine Möglichkeit diese Entwicklung zu forcieren, so Schmiedel, sei es Fördermittel des Landes an Kooperationen zwischen einzelnen Gemeinden und Regionen zu binden.

 Das vielschichtige internationale Publikum verlange jedoch auch einprägsame Begriffe. So habe die griffige Bezeichnung „Black Forest“ in den USA einen weit größeren Bekanntheitsgrad als das sperrige „Baden-Württemberg“.

 Globale Problematiken hätten ebenfalls direkten Einfluss auf den Tourismus vor Ort. Der Klimawandel senke nicht nur die Schneesicherheit im Schwarzwald, sondern verändere auch die Kulturlandschaft der Rheinebene.

Schreibe einen Kommentar