Kamingespräch mit Elvira Drobinski-Weiß

Am 28.04.2008 fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Starke Frauen“ ein vom Politikreferat der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl organisiertes Kamingespräch statt. Dort nutzten ca. 10 interessierte Studierende die Gelegenheit, um sich in zwangloser Atmosphäre mit einer Bundestagsabgeordneten zu unterhalten. Eingeladen war Frau Elvira Drobinski-Weiß MdB. Sie vertritt seit Mai 2004 den Wahlkreis 285 (Offenburg) im Deutschen Bundestag und ist ordentliches Mitglied des Ausschusses für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Außerdem ist sie stellvertretende verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion.

Nachdem sich Frau Dobrinski-Weiß vorgestellt hatte, berichtete sie aus ihrem beruflichen Alltag. Sie unterschied dabei zwischen der Arbeit im Wahlkreis und ihrer Arbeit im Bundestag. Während sie in ihrem Wahlkreis den direkten Kontakt zu den Bürgern hält und sehr viele öffentliche Veranstaltungen besucht, konzentriert sie sich in Berlin auf das fachliche Arbeiten mit ihren Kollegen. Es folgten viele Fragen von den Studierenden zu ihren Tätigkeitsfeldern, auf die die Abgeordnete bereitwillig antwortete. Dabei erzählte sie von der verbesserungsbedürftigen Kennzeichnung von Kinderspielzeug und Nahrungsmitteln und sprach die schwierige Thematik der Stammzellenforschung an, bei der man sorgfältig zwischen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen auf der einen und ethischen Prinzipien auf der anderen Seite abzuwägen habe. Auch konnte sie bestätigen, dass es in Deutschland Versuche der politischen Einflussnahme auf die Abgeordneten gäbe.

Viele Fragen wurden auch zu ihrem Privatleben gestellt. Insbesondere in Bezug auf den Zeitraum, in dem sie sich entscheiden musste dem Ruf nach Berlin zu folgen, oder Schulleiterin zu bleiben. Dabei stellte Frau Dobrinski-Weiß klar, dass es für ihre Karriere vermutlich weniger nachteilig gewesen sei eine Frau zu sein, als in Baden-Württemberg der SPD anzugehören. Im Übrigen habe sie einen Partner, auf den sie sich verlassen kann und der sie trotz vieler Termine loyal unterstützt.

Kamingespräch mit Rainer Wieland MdEP und Vorsitzendem der Europa Union Baden-Württemberg e. V.

Zu einem Kamingespräch mit Rainer Wieland lud die LHG Kehl und die Europa Union am 24. April 2008 ins Gasthaus „Schwert“ ein. Rainer Wieland (CDU) ist seit 1997 Mitglied des europäischen Parlaments und gehört als Europaabgeordneter der CDU der Fraktion EVP-ED an.  Wieland stellte an diesem Abend die „Europa Union“ vor, deren Ableger in Baden-Württemberg er seit 2001 vorsitzt. Die Europa Union setzt sich als überparteiliche Bürgerbewegung für eine Stärkung des europäischen Bewusstseins und der Sicherung eines vereinten Europas in Frieden, Freiheit und Wohlstand ein.

Dem abendlichen Treffen war ganz bewusst kein bestimmtes Thema gewidmet, damit die Anwesenden ihre Fragen an den Referenten stellen und so den Abend aktiv mitgestalten konnten. Besondere Anliegen der Fragesteller waren die EU-Osterweiterung, die gescheiterte EU-Verfassung („wenn man das Ziel der EU formulieren würde, würde man es zerstören“) und der immer wieder zur Debatte stehende EU-Beitritt der Türkei. Belange der inneren und äußeren Sicherheit, der Kultur und Religion, der Energiesicherheit und der Stabilität stehen einem Beitritt nach wie vor in höchstem Maße entgegen. Derzeit sei mehr als eine privilegierte Partnerschaft  weder möglich, noch wünschenswert. Ebensowenig habe man kein Interesse an instabilen Staaten im Maghreb, die der französische Staatspräsident Sarkozy über seine geplante Mittelmeerunion ins Boot holen wollte. Insbesondere sei, so Wieland, jegliche Chance auf einen EU-Beitritt vertan, solange im Islam der Abfall vom Glauben ein todeswürdiges Verbrechen darstellt.

Tourismus als Wirtschaftsfaktor

Podiumsdiskussion an der FH Kehl

Kehl. „Gerade für Gemeinden in ländlichen Gebieten ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle. Daher ist dieses Thema speziell für die Region Baden äußerst relevant“, so Daniel Bullinger, Erster Vorsitzender der LHG Kehl, die zusammen mit dem Politikreferat der FH Kehl und der Fachhochschule selbst am 17. April 2008 eine Podiumsdiskussion zum Thema „Tourismus als Wirtschaftsfaktor“ veranstaltete.

 Mit Claus Schmiedel, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion; Rainer Krause, Kurdirektor von Freudenstadt; Bernhard Schätzle, MdL für die CDU, sowie mit Hans-Ulrich Rülke, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, konnten namhafte Vertreter aus Politik und Verwaltung für die Veranstaltung gewonnen werden.

 Aus Sicht der Städte und Gemeinden sei das Hauptproblem, dass die Tourismusförderung stets als Negativposten angesehen werde, dem keine unmittelbaren Gegenwerte gegenüberständen, so Krause. Größter Verlustbringer im Haushalt Freudenstadts, mit einem Defizit von über 2 Millionen Euro, seien die städtischen Tourismuseinrichtungen. Dabei wird jedoch der fremdenverkehrsinduzierte Bruttoumsatz außer acht gelassen und somit die Bedeutung des Tourismus verkannt. Schließlich sei der Tourismus in Baden-Württemberg neben der Maschinenbaubranche ein elementarer Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum, so die Mehrheit der Diskussionsteilnehmer.

 Durch den prognostizierten Anstieg des Durchschnittsalters von 42 auf 50 Jahre, würden sich zukünftig Chancen und Herausforderungen für die Tourismusbranche bieten, denen das Land durch die Förderung des sanften, barrierefreien Tourismus’ Rechnung trage.

 Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, sei es für die Branche im Land unumgänglich trotz oder gerade wegen des älteren Publikums ihr Image zu verjüngen und das Konzept der Kleinstregionen zugunsten überregionaler Vermarktung aufzugeben. Eine Möglichkeit diese Entwicklung zu forcieren, so Schmiedel, sei es Fördermittel des Landes an Kooperationen zwischen einzelnen Gemeinden und Regionen zu binden.

 Das vielschichtige internationale Publikum verlange jedoch auch einprägsame Begriffe. So habe die griffige Bezeichnung „Black Forest“ in den USA einen weit größeren Bekanntheitsgrad als das sperrige „Baden-Württemberg“.

 Globale Problematiken hätten ebenfalls direkten Einfluss auf den Tourismus vor Ort. Der Klimawandel senke nicht nur die Schneesicherheit im Schwarzwald, sondern verändere auch die Kulturlandschaft der Rheinebene.