1) Digitalisierung und Flexibilisierung

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1.1) Eine Karte, die alles kann

Führt euch folgendes Szenario vor Augen: Es ist spät am Abend und ihr seid mit dem Seehas unterwegs nach Hause. Plötzlich überrascht euch die Fahrscheinkontrolle, ihr durchforstet euren Geldbeutel nach Studi-Ausweis, Personalausweis, Studi-Ticket und erweitertem VHB-Ticket und denkt euch: Das muss doch auch weniger umständlich gehen! Wir fordern einen Studierendenausweis, der als multifunktionale Chipkarte mehrere Funktionen übernimmt. Damit soll der studentische Alltag vereinfacht und nutzerorientiert verbessert werden. Die zukünftige Chipkarte soll die bekannten Elemente des bisherigen Ausweises, der Mensa- und Kopierkarte sowie des Semestertickets kombinieren. Um das Passfoto ergänzt, welches ohnehin bei der Studienbewerbung eingereicht wird, müsste zur Nutzung von Bus und Bahn nicht einmal mehr der Personalausweis mitgeführt werden.

1.2) Open Access – Freiheit für die Wissenschaft!

Open Access ist eine große Chance: ForscherInnen können unabhängig von großen Verlagen und für alle frei zugänglich ihre Arbeiten veröffentlichen. Dabei behalten sie weiterhin die Rechte an ihren Publikationen. Zugleich haben wir als Studierende einen freien Zugang zu wissenschaftlichen Werken und sind nicht abhängig von Lizenzen, welche die Universität mehr als eine Million Euro im Jahr kosten. Mit dem Senatsbeschluss zum Zweitver-öffentlichungsrecht ist die Uni Konstanz im letzten Jahr einen großen Schritt in die richtige Richtung gegangen. Nun setzen wir uns dafür ein, dass sich weitere Universitäten in Baden-Württemberg auf diesen Weg machen, um als Netzwerk ein noch größeres Angebot zu schaffen.

1.3) Dem E-Book gehört die Zukunft

…und deshalb benötigen wir ein breiteres Angebot! Wer kennt es nicht – die ausgiebige Literaturrecherche für die nächste Hausarbeit liefert vielversprechende Ergebnisse und schon kurz darauf folgt die Enttäuschung: Das so dringend benötigte Buch ist vergriffen, nicht auffindbar oder gleicht aufgrund zahlreicher Notizen und Markierungen dem Zustand einer Toilettentür. Dabei würden sich besonders NutzerInnen von Tablets oder E-Readern mit einer digitalen Version begnügen, zumal diese dank Texterkennung die Arbeit zusätzlich erleichtern. Darüber hinaus kann die Literaturrecherche so auch außerhalb von Konstanz vollumfänglich gestaltet werden. Wir setzen uns für eine stärkere Kooperation von Studierendenvertretung und Uni-Bibliothek ein, welche der verstärkten Anschaffung von E-Books den Weg ebnen kann.

1.4) Ausweitung des Streaming- und Aufzeichnungsangebots von Vorlesungen

Auch an der Universität Konstanz sind überfüllte Hörsäle keine Seltenheit, worunter die Lernatmosphäre sehr stark leidet. Außerdem werden einige Pflichtveranstaltungen in Zeitfenstern angeboten, welche von Berufstätigen oder Studierenden mit Kind mangels Betreuungsmöglichkeit nicht wahrgenommen werden können. Diesen Szenarien kann durch ein weitaus flächendeckenderes Streaming- und Aufzeichnungsangebot von Vorlesungen vorgebeugt werden. Wer – wie bei Lehramtsstudierenden sehr häufig der Fall – zusätzlich mit der Schwierigkeit von zeitlichen Überschneidungen im Stundenplan zu kämpfen hat, hätte somit ebenfalls eine Sorge weniger. Dennoch ist es in unseren Augen wichtig zu betonen, dass das bisherige Lehrangebot auf diesem Wege ergänzt und nicht eingeschränkt werden soll. Selbstverständlich soll für DozentInnen weder ein Zwang zur Nutzung von PowerPoint-Präsentationen entstehen, noch müssen die Aufzeichnungen öffentlich zugänglich sein (Zugang über ILIAS denkbar).

1.5) Mehr Flexibilität bei Klausuren

Die Vorlesungszeit neigt sich dem Ende zu und in der letzten Woche geht es Schlag auf Schlag, denn eine Klausur folgt der anderen – wer musste sich mit diesem Szenario nicht auch schon einmal abfinden?! Während die Sektion III (Politik – Recht – Wirtschaft) mit gutem Beispiel voran geht, sind Zweittermine leider noch nicht in allen Fachbereichen etabliert. In einem ersten Schritt wollen wir uns dafür einsetzen, dass an der Universität Konstanz Klausuren möglichst flächendeckend sowohl zu Haupt- und Nachterminen angeboten werden. Viel zu oft lässt ein geballter Prüfungsplan keine angemessene Vorbereitung zu, welche über das zurecht kritisierte „Bulimie-Lernen“ hinausgeht. Darüber hinaus würden wir gerne in Kooperation mit Fachschaften und Fachbereichen prüfen, welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit schriftliche Prüfungen nicht nur jährlich, sondern semesterweise abgelegt werden können. Dies würde einen angemessen individualisierten Studienverlauf ermöglichen.

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