Einladung zum Vortragsabend: Mehr Freiheit und Eigenverantwortung im Bildungswesen?!

Impulse für verlässliche Rahmenbedingungen in Baden-Württemberg

Montag, 11. Mai 2015 / 19:00 Uhr / Hörsaal A 701, Universität Konstanz

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Das Bildungswesen in Baden-Württemberg ist leider sehr von den politischen Mehrheiten im Lande abhängig. Was bislang galt, kann nach einem Regierungswechsel schon obsolet sein. Für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sind aber Planbarkeit und Verlässlichkeit wichtig. Durch zahlreiche, zum Teil ideologisch betriebene und unkoordinierte Reformen, wurde der Bildungsbereich in erhebliche Unruhe versetzt: Die Diskussionen um die neue Schulform der Gemeinschaftsschule, den Wegfall der Grundschulempfehlung, das achtjährige Gymnasium, die Folgen der Ganztagsschule oder die Zukunft der Werkrealschulen beschäftigen alle Betroffenen gleichermaßen. Wer die aktuelle Unzufriedenheit und die Sorgen vor der weiteren Entwicklung ernst nimmt, muss daher ein „ganzheitliches“ schulpolitisches Konzept präsentieren, das das Bildungschaos beendet. Dies kann durch die Garantie der Schulvielfalt, faire Rahmenbedingungen für alle Schularten und eine abgestimmte regionale Schulentwicklung gelingen. Die liberalen Positionen zu solch einem „Schulfrieden“ erläutert der Vorsitzende der FDP/DVP-Fraktion im Landtag Baden-Württemberg, Dr. Hans-Ulrich Rülke (MdL).

Die Veranstaltung wird u.a. aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert. Der Eintritt ist kostenfrei.

Weitere Informationen gibt es bei der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Die Schere in unseren Köpfen oder wie wirklich ist die Wirklichkeit?

von freeDa:

Es macht mich traurig, Nachrichten wie die des Flugzeugabsturzes zu erfahren.

Doch ebenso traurig macht mich die Idee, der Gedankengang, dass das Ereignis nun als Grundlage genutzt werden könnte, um das Individuum in seinem Recht auf informationelle Selbstbestimmung und somit tiefsten Persönlichkeitsrecht beschneiden zu können/wollen.

Wenn sich ein Mensch eingesteht, dass er Hilfe braucht, sich gegen die zuvor vermutlich bestandene (Selbst-) Täuschung, der wir alle zu einem gewissen Maße erliegen, entscheidet, sich auf den Weg zu machen, daran zu arbeiten, das Selbst zu reflektieren, in den Spiegel zu schauen, den man immer wieder tunlichst vermeiden möchte, sollten wir ihm diesen Weg nicht verweigern oder gar abschneiden.

Denn nichts Anderes ist zu erwarten, nichts Anderes wird wohl passieren: Es wird kein Vertrauen mehr geben können, es wird keine authentische Beziehung mehr möglich sein, die gesamte Therapie würde ad absurdum geführt werden. Aus Täuschung wird Täuschung. Und täuschen wir uns folglich also nicht selbst, wenn wir glauben, dass all die gemachten und angedachten Schritte für mehr Sicherheit zu weniger Täuschung führen?

Man muss sich doch mal fragen, auf welches Recht, welches Prinzip man sich berufen will, wenn man sich herausnimmt, solche Entscheidungen zu treffen. Außerdem muss man sich fragen, ob es unsere Welt wirklich so viel sicherer macht, wenn wir jede noch so kleine errechnete Wahrscheinlichkeit nutzen, um dem in ihr lebenden Individuum weitere Restriktionen aufzuerlegen, oder ob man hiermit nicht vielmehr das Gegenteil bewirkt. Sicherheit, das betrifft jeden. Sicherheit,- sie soll uns mehr Freiheit vor Angst einbringen. Zweifelsohne gibt es Gefahren, bei welchen es sinnvoll erscheint, präventive Schritte einzuleiten. Doch welche Opfer sind wir bereit zu bringen im Namen der Dynamik von Sicherheitsbestrebungen? Ist das zumeist nicht zielgerichtete Phänomen der Angst der richtige Wegweiser auf dem Weg zu dem, was wir anstreben,- eine technokratisch initiierte Genese von „Glück“? Oder erliegen wir mit unserem Sicherheitswahn nicht vielmehr einer destruktiven Strategie der Angstreduktion, die letzten Endes – aus welchen Gründen auch immer – nicht die richtigen Fragen stellt?

Vielleicht ist die eigentliche Frage, die wir uns stellen sollten, wie es dazu kommen konnte, dass wir bereit sind, einen so großen Anteil unserer individuellen Persönlichkeitsrechte zu opfern. Warum wir so ziemlich alles fressen, mit dem man uns füttert. Und indem wir es fressen, erwecken wir den Anschein, dass wir weiter damit gefüttert werden wollen. Man mag Unverhältnismäßigkeit unterstellen, nach einem solchen Unglück, wie es sich ereignete. Aber welche Unverhältnismäßigkeit ist es dann, eine verhältnismäßig geringe Wahrscheinlichkeit zu verwenden, die hieraus potenziell resultierenden Gefahren zum Anlass zu nehmen, das Individuum von außen zu beschneiden?

Welche Macht wollen wir einem absoluten Einzelfall zusprechen, um das letzte Fünkchen Unsicherheit aus unserem Leben zu eliminieren? Oder ist dieses Fünkchen nicht vielmehr Bestandteil eines immer häufiger in Vergessenheit geratenen Menschenrechts,- der sogenannten Freiheit?!?

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