3) Förderung von Individualität und Vielfalt

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3.1) Keine Priorisierung von Partikularinteressen bei Kultur und Mobilität

Individualität und Vielfalt sind wesentliche Bestandteile unserer Gesellschaft und deshalb nicht verhandelbar. Gerade eine Universität, an der Menschen mit unterschiedlichsten Zielen, Hintergründen und Lebensweisen unter einem Dach studieren, muss individuelle Freiheit und das Recht auf Selbstbestimmung Prämisse jeglichen Handelns sein. Leider haben es sich Teile der Studierendenvertretung zur Aufgabe gemacht, dies zugunsten von opportuner Klientelpolitik aufs Spiel zu setzen. Paradoxerweise wird hierbei sogar in Kauf genommen, sich Vertragsbedingungen von öffentlichen Einrichtungen diktieren zu lassen, gegenüber denen ja gerade sie als StudierendenvertreterInnen die gesamte Studierendenschaft in deren Interesse vertreten sollen. Wir hingegen stehen für den Respekt des Individuums und lehnen daher Projekte wie das sogenannte „Kulturticket“ oder die Beteiligung mit studentischen Geldern an einem Fahrradverleihsystem der Stadt Konstanz ab. Beides sind Beispiele falsch verstandener Solidarität, welche die gesamte Studierendenschaft zur Kasse bitten, wohl wissend, dass nur ein Bruchteil davon profitieren wird.

Im Gegensatz zum Studi-Ticket für Bus und Bahn – jedeR muss irgendwie zur Uni und zurück kommen – werden lediglich Freizeitaktivitäten gefördert und damit eine Gewichtung zwischen unterstützenswerter und nicht-unterstützenswerter Kultur bzw. Mobilität vorgenommen, welche einer Studierendenvertretung in unseren Augen nicht zusteht. Zwar bedeuten jeweils zwei Euro pro Semester und Studi nicht die Welt, jedoch ist es unbegreiflich, warum diejenigen, welche lieber ins Kino anstatt ins Theater gehen oder eine Wegstrecke lieber mit dem Motorroller als mit dem Fahrrad zurücklegen, für die Kosten der anderen aufkommen sollen. Darüber hinaus beinhaltet der Deal zum „Kulturticket“ einige Tücken, welche belegen, dass die Verhandlungen nicht auf Augenhöhe geführt wurden, sondern sich die Studierendenschaft unter Wert verkauft hat. Beim Fahrradverleihsystem droht selbiges erneut. Für uns ist klar, dass wir als Studierende nicht dafür zuständig sind, öffentliche Einrichtungen und Projekte, welche sich finanziell nicht selbst tragen, am Leben zu erhalten – schon gar nicht, wenn wir weder angemessen hiervon profitieren, noch wenn keinerlei Modelle auf freiwilliger Basis ausgehandelt werden.

3.2) Verkehrskonzepte, die dem Individuum gerecht werden: Landesweites Semesterticket auf freiwilliger Basis & neue Parktickets für Studierende

Wer sich von Konstanz aus auf den Weg in die weite (oder weniger weite) Welt macht, merkt sehr schnell, dass die Bahn nicht immer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Besonders bei Fahrten in die Region von Großstädten läuft der Fernbus der Schiene ihren Rang ab. Diese Entwicklung begrüßen wir sehr, da sie uns als NutzerInnen entgegen kommt und deshalb nicht durch einen landesweiten Eingriff in Form eines Semestertickets für die Bahn aufgehalten werden darf. Dass Baden-Württemberg nach wie vor kein landesweites Studi-Ticket anbietet, ist ein bedauernswerter und zu verändernder Zustand. Jedoch muss bei den Verhandlungen das Individuum im Mittelpunkt stehen, weil die Bedürfnisse viel zu verschieden sind, als dass ein einziges Modell diesen gerecht werden kann. Dementsprechend plädieren wir auch hier für ein Ticket auf freiwilliger Basis, ohne dass die Bahn von Geldern profitiert, welche sie sich mangels Leistungsbereitschaft nicht verdient hat.

Darüber hinaus ist uns eine Reformierung des Tarifsystems der Parkplätze auf dem Universitätsgelände ein wichtiges Anliegen. Hier wurden studentische Interessen bisher stiefmütterlich behandelt, was sich beispielsweise darin äußert, dass eine Erhöhung des Tagessatzes von 1,30 € auf 2,00 € im Raum steht, welche uns als Studierende am härtesten trifft. Wir fordern die Einführung einer kostenfreien Kurzparkmöglichkeit von einer Stunde, welche sich mittels Parkscheibe ohne Aufwand realisieren lässt und allen, die beispielsweise nur ein Buch in der Bibliothek ausleihen oder zurückgeben möchten, entgegenkommt. Außerdem setzen wir uns für ein erschwingliches Semesterticket ein, von dem die gesamte Studierendenschaft über den studentischen Anteil der Erlöse aus der Parkraum-bewirtschaftung profitieren kann.

3.3) Anwesenheitspflicht: Ein Überbleibsel vergangener Jahrhunderte

Dass sich unter knapp 11.000 Studierenden Lerntypen unterschiedlichster Art befinden, liegt auf der Hand und dürfte kaum zu hinterfragen sein. Warum also werden wir teilweise dennoch dazu gezwungen, Veranstaltungen zu besuchen, aus denen wir keinen persönlichen Erkenntnisgewinn ziehen können?! Als Liberale Hochschulgruppe ist es für uns eine Herzensangelegenheit, dass jedeR selbst die Verantwortung hierfür tragen darf und somit auch entscheiden kann, welche Vorlesungen und Tutorien oder Übungsgruppen zu besuchen sind.

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