4) Lehramtsstudium aktiv gestalten

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4.1) Mehr Praxisbezug, bitte!

Zum Wintersemester 2015/16 wurden die Lehramtsstudiengänge an den Universitäten Baden-Württembergs auf Bachelor/Master umgestellt. Dass diese Reform der grün-roten Landesregierung vollkommen überstürzt kam, ist auch in an der Universität Konstanz spürbar. Die etwa 200 eingeschriebenen Studierenden des Bachelor of Education studieren aktuell nach unvollständigen Prüfungsordnungen, diejenigen für den Master of Education existieren noch überhaupt nicht. Ein unbefriedigender Zustand, den wir aktiv verbessern und das Verfassen der Ordnungen kritisch in den Gremien verfolgen wollen. Besonders wichtig ist uns dabei, den Praxisbezug im Studium zu erhöhen. In diesem Sinne sei beispielsweise die auf studentische Initiative zurückgehende Vortragsreihe „Schule.Macht.Beziehungen“ erwähnt, welche wir sehr begrüßen. Ferner sollen hochschulexterne Angebote ausgebaut werden, beispielsweise in Form von Besuchen oder Exkursionen zu Schulen des Partnernetzwerks der Binational School of Education. Das Portfolio an Schlüsselqualifikationen darüber hinaus stärker in die Prüfungsordnungen zu integrieren, ist für uns ein wichtiger Schritt, den wir in entsprechenden Gremien anregen werden, da diese eine enorm hilfreiche Ergänzung des Fachstudiums darstellen.

4.2) Echte Polyvalenz statt Bachelor-Mogelpackung 

Trotz der „künstlichen Unterbrechung“, welche mit dem Wegfall des Staatsexamens einkehrt, muss künftig ein fließender Übergang vom Bachelor zum Master gewährleistet werden. Daher setzen wir uns für die Garantie eines Master-Studienplatzes im Lehramt ein. Die geplanten Zulassungshürden für einen Studienplatz im Master of Education sind nach jüngsten Gerichtsurteilen nicht verfassungskonform, weil das für einen berufsqualifizierenden Abschluss notwendige Studium teilweise nicht fortgeführt werden könnte. Ein Bachelor-Studium wäre für alle Studierenden wertlos, welche den festgelegten Notenschnitt nicht erreichen, da dieses nicht für die Ausübung des Lehrerberufs qualifiziert.

Unter dem Stichwort „Polyvalenz“ wird derzeit der Eindruck erweckt, ein Wechsel nach dem beendeten Bachelor in einen „regulären“ Master of Science könne problemlos funktionieren. Dies entbehrt insbesondere in den Naturwissenschaften nach Rücksprache mit den Fachbereichen jedweder Grundlage: Betroffenen Studierenden würden zu viele Lehrveranstaltungen und ECTS-Punkte aus dem Bachelor of Science fehlen, welche in der Einstiegsphase des regulären Masters nachgeholt werden müssten. Polyvalenz ist dementsprechend nicht gegeben, weil sich die Studiendauer des Masters erheblich verlängern würde, um entsprechende Lücken zu kompensieren.

4.3) Wiedereinführung des Studienfachs Wirtschaft 

Im Zuge besagter Reform ist der Lehramtsstudiengang Wirtschaft an der Universität Konstanz bedauerlicherweise ausgesetzt worden. Jedoch ist nicht nur der Bedarf an Lehrkräften an Schulen ist groß – Wirtschaft ist seit dem letzten Jahr Pflichtfach an baden-württembergischen Gymnasien –, ebenso bekunden viele Studierende Interesse an jenem Studienfach. Auch wenn sich die Verhandlungen in dieser Sache mit dem zugehörigen Fachbereich leider sehr zäh gestalten, werden wir weiterhin nicht locker lassen und uns an allen möglichen Stellen für eine schnellstmögliche Wiedereinführung des Fachs Wirtschaft im Lehramt einsetzen. In allen Bereichen begrüßen wir die Arbeit der Fachschaft Lehramt sowie des AStA-Referats Lehramt und möchten auch weiterhin eng mit diesen kooperieren.

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