Programmatik

Grundsatz

Den Werten des Liberalismus – Freiheit und Verantwortung – aus Überzeugung verpflichtet, engagiert sich die Liberale Hochschulgruppe (LHG) Mannheim für eine Universität, die dem Einzelnen die Freiheit gibt, sich selbstbestimmt zu bilden und weiterzuentwickeln. Wir setzen auf eine pragmatische Hochschulpolitik gegen jede Form von Kollektivismus und Paternalismus an der Universität Mannheim.

Wahlprogramm 2013

Unser Wahlprogramm steht euch als PDF zur Verfügung:
Wahlprogramm der LHG Mannheim 2013 (264 KB)

Unsere Vorstellung der Studentischen Mitbestimmung im Rahmen der Verfassten Studieren­denschaft (VS)

Studentische Mitbestimmung ist ein hohes Gut. Sie ermöglicht den Studenten, die Univer­sität nach ihren Vorstellungen mitzugestalten. Wir fordern eine Studentenschaft, die sich an den Prinzipien Sub­sidiarität und Freiwilligkeit orientiert.

Das von der grün-roten Landtagsmehrheit verabschiedete „Gesetz zur Einführung einer Verfassten Studierendenschaft und zur Stärkung der akademischen Weiterbildung“ dage­gen beruht auf Zwang und Zentralismus. Jeder Student bezahlt Zwangsbeiträge an die VS, der er als Zwangsmitglied an­gehört, ob er will oder nicht. Über diese Gelder entschei­det ein zentrales Organ, das aufgrund nied­riger Wahlbeteiligung bei hochschulpolitischen Wahlen nicht hinreichend legitimiert ist.

Trotz dieser schwierigen Ausgangslage versuchten wir im Arbeitskreis Verfasste Studieren­denschaft (AKVS), der die Organisationssatzung der VS für die Universität Mannheim ent­warf, liberale Prin­zipien im Entwurf zu verankern. Unsere zentralen Forderungen konnten wir durchsetzen: Strikte Gewaltenteilung, der Verzicht auf Kooptierung der Senatsmitglieder und die Ablehnung von Quo­tenregelungen.

Die Mitarbeit im AKVS bedeutet jedoch nicht, dass wir uns mit der jetzigen grün-roten Landesge­setzgebung zufrieden geben. Die LHG Mannheim setzt sich in den Gremien des Landes- und Bun­desverbandes Liberaler Hochschulgruppen dafür ein, bestehende Geset­ze zu Verfassten Studieren­denschaften zu liberalisieren und zu demokratisieren – Zwangsbeiträge und Zwangsmitgliedschaf­ten sind illiberal und gehören abgeschafft.

Für Vielfalt und Toleranz – Gegen Quotenregelungen

Vielfalt und Toleranz sind Grundvoraussetzung in Studium und Wissenschaft. Transparenz und kla­re Verfahrensregeln sind daher in Bewerbungsverfahren für Studienplätze und aka­demische Stellen nötig, um Chancengerechtigkeit zu gewährleisten. Die Vergabe muss al­lerdings in erster Linie auf Grundlage individueller Qualifikationen erfolgen. Quotenrege­lungen und andere positiv diskrimi­nierende Maßnahmen lehnen wir daher ab.

Forschungsfreiheit

„Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei“ heißt es im Grundgesetz. Die LHG Mannheim setzt sich für die Forschungsfreiheit an der Universität Mannheim ein. Wir lehnen die Einführung einer Zivilklausel ab.

Qualitativ hochwertiger Wohnraum

Studieren ist anstrengend. Umso wichtiger ist es, dass Studenten[1] ein Zuhause haben, in dem sie sich wohlfühlen und entspannen können. Dies gilt auch für Wohnheime des Stu­dentenwerks. Auf­fällig ist, dass sich die Mannheimer Studentenwohnheime in ihrem Zu­stand sehr stark unterschei­den. Die LHG Mannheim fordert daher das Studentenwerk dazu auf, seinen Etat für die Modernisie­rung der bestehenden Studentenwerke einzuset­zen bevor neuer Wohnraum geschaffen wird – Quali­tät vor Quantität. Zum Beispiel ist die Bereitstellung von W-LAN in allen Wohnheimen dringend notwendig. Investitionen in neu­en Wohnraum sind deshalb und vor dem Hintergrund mittelfristig sinkender Studentenzah­len abzulehnen.

Eine studentenfreundliche Mensa

Wir Studenten bezahlen pro Semester 66,50 Euro an das Studentenwerk und subventio­nieren somit auch die Mensen des Studentenwerkes. Daher muss sich ihr Angebot nach unserer Nachfrage rich­ten. Vom Studentenwerk durchgeführte grün-ökologisch motivierte „Veggie-Days“ haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie der Nachfrage nach einer vielfältigen Auswahl nicht gerecht werden und Studenten somit ein Angebot subventionie­ren, das sie nur begrenzt nutzen wollen. Die LHG Mann­heim lehnt daher jeglichen politi­schen und ideologischen Einfluss auf den Speiseplan der Mensa ab. Wahlfreiheit statt Be­vormundung!

Zudem mangelt es in der Mensa an Transparenz. Wir fordern, dass das Studentenwerk Lebensmit­telwaagen in die Laufschienen integriert, damit Studenten, die kein Festpreis-Menü wählen, Preise und Mengen unmittelbar abschätzen können.

Zentrale Online-Plattform für Studentenjobs

Viele Studenten finanzieren ihr Studium durch Nebenjobs. Um die Suche nach Studenten­jobs trans­parenter und einfacher zu gestalten, fordern wir die Einrichtung einer zentralen Online-Plattform für Studentenjobs, Praktika sowie Möglichkeiten zum Berufseinstieg. Bisher werden zum Beispiel Ausschreibungen von HiWi-Stellen an den verschiedensten Stellen und über unterschiedlichste Kanäle veröffentlicht. Von einer zentralen Online-Plattform würden daher nicht nur die Studenten, sondern auch die Lehrstühle profitieren, da sie mit einer Stellenausschreibung einen größeren Per­sonenkreis erreichen würden. Die bisherige Job-Börse, die der AStA anbietet, ist vor diesem Hinter­grund vollkommen unzureichend, da nur außeruniversitäre Job-Angebote aufgelistet wer­den.

Flexibilität bei Klausuren

Oftmals können Klausuren nur einmal im akademischen Jahr geschrieben werden. Diese Inflexibili­tät gilt es zu beseitigen, da hierdurch Planungsunsicherheit bezüglich des weite­ren Studienverlaufs und eines möglichen Auslandssemesters entstehen kann.

Internationale Ausrichtung der Universität

Die zunehmende Internationalisierung der Universität Mannheim sollte gebieten, dass Lehrveran­staltungen vermehrt auch auf Englisch angeboten werden und alle Prüfungen auch auf Englisch durchgeführt werden können. Es entspricht nicht dem Anspruch der Uni­versität Mannheim, wenn ausländischen Studenten Prüfungen an ihrer Heimatuniversi­tät nicht anerkannt werden, weil diese auf Deutsch abgelegt wurden.

Anwesenheitspflichten? Nicht mit uns!

Die LHG Mannheim spricht sich strikt gegen Anwesenheitspflichten in allen universitären Veran­staltungen aus! Dies gilt beispielsweise auch für didaktische Konzepte, die den Be­such von Übungen zwingend erfordern, um die volle Punktzahl in einer Klausur zu errei­chen. Anwesenheits­pflichten sind nicht mehr zeitgemäß und schränken die Freiheit eines jeden Studenten unnötig ein.

Livestreaming von Vorlesungen

Die LHG Mannheim begrüßt, dass sich der AStA-Vorstand dem politischen Druck gebeugt und end­lich einen Antrag verabschiedet hat, der die Aufzeichnung von Vorlesungen und deren Bereitstel­lung in ILIAS fordert. Darüber hinaus fordert die LHG Mannheim, dass die Vorlesungen nicht nur als Aufzeichnung zur Verfügung stehen, sondern zusätzlich auch live übertragen werden. Nur da­durch ist gewährleistet, dass Studenten, die eine Vorlesung nicht besuchen können, kei­nen Nachteil durch die zeitliche verzögerte Bereitstellung im In­ternet haben.

Für ein breiteres Kursangebot und individuelle Schwerpunkte

Viele Bachelor-Studiengänge schränken die studentische Freiheit massiv ein. Studenten dürfen nicht erst im Master-Studiengang die Möglichkeit haben, individuelle Schwerpunkte zu setzen. Da­her setzt sich die LHG Mannheim für ein breiteres Kursangebot und flexible­re Prüfungsordnungen ein.

Bezüglich des Kursangebots vertreten wir die Auffassung, dass sich die Universität Mann­heim auf ihre Kernkompetenzen in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Verbin­dung mit korrespon­dieren Disziplinen fokussieren soll, denn Inspiration und Innovation ent­stehen nur in einem diver­sen Umfeld. Gegen eine weitere Reduktion des Kursangebots sprechen wir uns vor diesem Hinter­grund aus, um den interdisziplinären Austausch auf­recht zu erhalten.

Reading Week

Die Reading Week ist eine freie Woche in der Mitte des Herbstsemesters, die – vergleich­bar mit den Osterferien – die Möglichkeit geben soll, Verpasstes nachzuholen und Klausu­ren vorzubereiten. Es sollen zwei Brückentage derart um den 1. November (Allerheiligen) gelegt werden, dass sich eine zusammenhängende Zeit von vier bis fünf Tagen ergibt.

Sachgerechte Verwendung der Kompensationszahlungen

Die Kompensationszahlungen des Landes Baden-Württemberg an die Universität Mann­heim, wel­che die Studiengebühren ersetzen sollen, dürfen nur den Studenten zu Gute kommen. Durch einen gemeinsamen AStA-Beschluss haben die politischen Hochschul­gruppen erreicht, dass ein Gremi­um über die Verwendung der Mittel entscheidet, das sich aus Vertretern aller politischen Hochschul­gruppen und der Universität zusammensetzt. In diesem Gremium wollen wir uns dafür einsetzen, dass Studenten von zusätzlichen Auf­wendungen für die Universität zu entlasten sind. Deshalb for­dern wir, dass Vorlesungs-Skripte kostenfrei ausgedruckt zur Verfügung stehen. Alternativ kann den Studenten auch ein Kopier- und Druck-Budget eingeräumt werden. Vorbild sind hier die Fakultät für Infor­matik und Mathematik sowie die Fakultät für Rechtswissenschaften und Volkswirtschafts­lehre, an denen ein solches System schon länger praktiziert wird.

Der Initiativenpreis

Als liberale Hochschulgruppe begrüßen wir das freiwillige und ehrenamtliche Engagement in stu­dentischen Initiativen. Dieses sollte von der Universität verstärkt anerkannt und auch ausgezeichnet werden. Daher fordern wir die jährliche Ausschreibung eines Initiativenprei­ses durch die Universi­tät Mannheim. Der Preis wird derjenigen Initiative vergeben, die sich im vorhergehenden Jahr am stärksten im Sinne ihrer Kommilitonen engagiert hat. Der ent­sprechenden Initiative wird der Titel „Studentische Initiative des Jahres“ verliehen.


Die hier verwendeten männlichen Bezeichnungen dienen ausschließlich der besseren Lesbarkeit und gelten aus­drücklich allen Geschlechtern.