05.03.2010 in Satire
You’re in the army now, oh, oh, you’re in the army now…
Einfach nur peinlich oder perfektes virales Marketing? Rekrutierungsvideos im Vergleich. Heute: Österreich gegen Ukraine! Selber Plot und gar nicht so verschieden…
05.03.2010 in Satire
Einfach nur peinlich oder perfektes virales Marketing? Rekrutierungsvideos im Vergleich. Heute: Österreich gegen Ukraine! Selber Plot und gar nicht so verschieden…
20.02.2010 in Satire, Deutschland
Zur Autorin: Prof. Dr. Miriam Meckel, geb. 1967, ist Professorin für Corporate Communication und geschäftsführende Direktorin am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen, Schweiz und Beraterin für Kommunikationsmanagement und Public Affairs und war einst Staatssekretärin unter Peer Steinbrück in NRW.
[Westerwelle, die] Argumentkonstrukt, das vornehmlich in auf öffentliche Aufmerksamkeit und Erregung ausgerichteten deutschen politischen Debatten verwendet wird und auf kurzfristige Wirkeffekte zielt.
Die Westerwelle besteht in ihrer Grundform aus drei Phasen:
1. Exposition: Oft eingeführt mit dem Satzbestandteil „Es kann nicht sein dass …“. Der Verwender der Westerwelle formuliert damit eine Selbstverständlichkeit als provokante These, die den Beginn des sich räumlich und zeitlich verändernden Diskursfeldes markiert.
2. Eskalation: Wenn es doch sein kann, dass die öffentlich zur Diskussion gestellte These auf Widerspruch trifft, wird im zweiten Anlauf mit dem Ziel, mehr Wortmaterie durch den virtuellen Raum zu transportieren, die These durch ein behauptetes Sprechverbot verstärkt („Man wird ja wohl noch sagen dürfen, dass …“).
3. Endphase: Die These wird teilweise zurückgenommen, modifiziert, ins Allgemeine verwässert oder ins Gegenteil verkehrt. Inhaltlicher Bestandteil des Argumentkonstrukts sind dann lediglich noch Allgemeinplätze, die allerdings durch eine vermeintlich verstärkende Formulierung eingeleitet werden (z.B. „Ich bleibe dabei ….“). Diese sollen – wenngleich dem ursprünglichen Argumentkonstrukt widersprechend – rhetorische und inhaltliche Konsistenz suggerieren.
Die Westerwelle wird als Sprach- und Erregungskonstrukt bevorzugt in solchen politischen Debatten eingesetzt, mit denen die Debattenführer von anderen Themen ablenken oder diese aus dem Aufmerksamkeitsfokus der Öffentlichkeit hinausdrängen wollen. In physikalischer Hinsicht gehört die Westerwelle im Gegensatz zur mechanischen Welle in die Kategorie der Gravitationswellen, die sich in einem Vakuum ausbreiten können.”
Quelle: http://www.miriammeckel.de
17.02.2010 in Satire, Deutschland, Wahlkampf
Tausende feiern mit Dill-Wei-Ho beim Dillweißensteiner Faschingsumzug und Hans-Ulrich Rülke MdL überbringt die frohe Kunde:
Wir haben jetzt Horst Schlämmer dazu bewegt, dass er für die FDP kandidiert. Und seither geht es auch mit den Umfragen wieder bergauf…”



Quelle: pz-news.de
14.02.2010 in Satire, Deutschland
Stefan Mappus ist nun Ministerpräsident in Baden-Württemberg und möchte Landesvater sein, nicht Feindbild. Vor allem aber will er Pannen wie die seines Vorgängers Oettinger vermeiden.
Anhand der Geschenke konnte man ganz gut erkennen, was für ein Mensch Stefan Mappus ist, der neue Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Ulrich Goll, Justizminister vom Koalitionspartner FDP schenkte ihm zur Wahl am Mittwoch ein grünes Stoffkrokodil. “Mappi-Schnappi, das kleine Krokodil” hatte Goll den neuen Regierungschef genannt, der dem Vorgänger Günther Oettinger ganz gern das Leben schwermachte mit seiner Art.”
Quelle: sueddeutsche.de
06.02.2010 in Dokumente, Deutschland, Weltpolitik, Datenschutz

Quelle: Jungfreisinnige Kanton Zürich
Erscheinen in den Medien: Bild, ZDF, Focus, Tages-Anzeiger, TeleZüri, The Wall Street Journal, Welt, ZDF
05.02.2010 in Deutschland
Umfrage zur Parteineigung von Journalisten aus dem Jahre 2005
CDU…………………………………………8,7
SPD………………………………………..26,0
FDP………………………………………….6,3
Bündnis 90/Die Grünen………………35,5
PDS………………………………………….0,8
Sonstige……………………………………3,2
ich neige keiner Partei zu…………….19,6
Quelle: Studie „Journalismus in Deutschland 2005″ (http://www.wiso.uni-hamburg.de/fileadmin/wiso_dsw_ijk/PDFs/jouridmp.pdf)
23.01.2010 in Satire, Menschenrechte, Weltpolitik, Umwelt
Willkommen in Ordos, der Stadt der Zukunft. Brandneu. Gebaut in nur 5 Jahren. Für 1 Mio. Menschen. Aber bislang ist noch niemand eingezogen. Die Stadt steht leer…”
Internetseite der Architekten: http://www.ordos100.com/
19.01.2010 in Deutschland, Menschenrechte, Europa, Weltpolitik, Bildung, Wahlkampf
Deutsche Professoren sind nicht überall willkommen.
Der Angriff kam erstaunlich spät. Schon seit Jahren übersiedeln immer mehr Deutsche in die Schweiz, angezogen von guten Lebensbedingungen und vielen freien Stellen. In der Schweiz gilt seit 2007 die sogenannte »volle Personenfreizügigkeit« mit den alten Ländern der Europäischen Union. Wer einen Arbeitsvertrag hat, kann kommen. Über eine Viertelmillion meist gut ausgebildeter Deutscher arbeiten heute in der Eidgenossenschaft. Die Schweizer Volkswirtschaft ist froh darüber. Das komfortable Gesundheitswesen etwa würde ohne Deutsche zusammenbrechen.
Aber erst letzten November sagte Christoph Blocher, Übervater, abgewählter Bundesrat und 69-jähriger Chefstratege ad infinitum seiner Schweizerischen Volkspartei (SVP): »Es kann doch nicht sein, dass jetzt - mitten in der Rezession - immer noch jeden Monat tausend Deutsche in die Schweiz kommen.« Damit war das Thema gesetzt. Und die Diener folgten dem Herrn. Denn einen braucht ein rechter Schweizer zum Treten. Und Wahlen sind in der Schweiz immer irgendwo. Zum Beispiel die zum Zürcher Stadtrat, im März. Mitte Dezember erschienen in der Tagespresse die ersten großflächigen Inserate: »Deutscher Filz macht sich breit: Denn Deutsche stellen vor allem Deutsche an - an der Uni und in den Spitälern.«
Dann aber passierte etwas, was es so noch nie gegeben hatte. In einem Inserat in der Neuen Zürcher Zeitung wehrte sich eine Zweihundertschaft von Professoren der Universität und der ETH Zürich gegen die Vorwürfe: »Die rassistische und fremdenfeindliche Rhetorik, Ideologie und Politik der SVP torpediert die Ausbildung unserer Jugend und setzt unsere Zukunft aufs Spiel.« Unterschrieben hatten vor allem Schweizer Professoren, darunter so klingende Namen wie der Germanist Peter von Matt oder Dieter Imboden, Präsident des Schweizer Forschungsrates. Ein Bann war gebrochen. Anders als bei der erfolgreichen Anti-Minarett-Initiative, in deren Vorfeld die Muslime die rechte Propaganda fast stillschweigend über sich ergehen ließen, hatte sich Widerstand gegen die Fremdenfeindlichkeit formiert.
09.01.2010 in Satire, Menschenrechte, Datenschutz
Quelle: clap - Das Magazin für Neugierige, Eitle und Schadenfrohe
27.12.2009 in Datenschutz
Facebook beantwortet 10-20 polizeiliche Anfragen pro Tag. Was soziale Netzwerkanalysen über uns preisgeben, dieser Frage widmet sich Kai Biermann auf Zeit Online in einem Artikel mit vielen interessanten Links:
Wenn es um Privatsphäre ging, war die größte Sorge von Datenschützern lange, den Inhalt von Kommunikation zu sichern. Briefe lesen, Telefonate mitschneiden, Gespräche belauschen – diese Dinge sollten unbedingt verhindert oder auf ein absolutes Mindestmaß beschränkt werden.
Aber je besser die Netzwerke, in denen wir Menschen uns so organisieren, öffentlich einsehbar sind, desto stärker wird auch offensichtlich, wie viel allein diese Vernetzungsdaten über uns verraten. Und dass sie im Zweifel die bedrohlicheren Informationen über uns bereithalten.
Deutliche Hinweise darauf liefert die Vorratsdatenspeicherung. Wer mit wem, wann, wie viel und von wo aus telefoniert, kann aufschlussreicher sein als der Inhalt der Gespräche selbst, schrieb der Chaos Computer Club in einem Gutachten für das Bundesverfassungsgericht. Glücklicherweise also sind solche sogenannten Verbindungsdaten nicht jedem zugänglich.
Doch gilt das nur für das Telefonieren. In Netzwerken wie Twitter oder Facebook dagegen kann jeder sehen, wer mit wem wie oft kommuniziert. Womit wir jedem, der es wissen will, aussagekräftige Daten liefern.
Wie aussagekräftig sie sind, zeigt beispielsweise eine gerade veröffentlichte Studie von Jan Kratzer von der TU Berlin und Christopher Lettl von der Universität Arhus in Dänemark. Sie untersuchten die Beziehungen von 537 Schülern aus 23 Schulklassen – nicht in einem sozialen Netzwerk, sondern ganz klassisch, indem sie die Schüler befragten, wer sich in ihrer Klasse wie verhält und mit wem redet.
“Meinungsmacher” und “Anführer” sind klar erkennbar
Sie wollten wissen, wie zwei bestimmte Persönlichkeitstypen in diesen Netzwerken verknüpft sind und ob sie sich anhand ihrer Vernetzung identifizieren lassen. Beileibe kein neuer Ansatz. Beeindruckend an der Studie aber ist, wie klar sich zwei – auch für Staaten und Sicherheitsdienste interessante – Nutzergruppen zeigen lassen. “Meinungsmacher” und “Anführer” sind, so das Ergebnis, anhand ihrer Verbindungsdaten klar erkenn- und unterscheidbar.
Nach Definition der Forscher sind “Anführer” diejenigen, die mit vielen verschiedenen Gruppen vernetzt sind und dank diesen diverse Informationen erhalten sowie verschiedenen Einflüsse ausgesetzt sind. Eine solche Brückenfunktion erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass sich derjenige zu einem “lead user”, also einem Vorreiter oder Leitwolf entwickele.
“Meinungsmacher” dagegen sind nur innerhalb einer bestimmten Gruppe vernetzt, in dieser aber sehr gut und durch viele direkte Beziehungen. Sie würden als “Hub” in dieser Gruppe funktionieren, also als Knoten- oder Mittelpunkt und Haltungen innerhalb der Gruppe stark beeinflussen.
Die beiden Wirtschaftswissenschaftler interessierten sich für diese Typen aus rein wirtschaftlicher Sicht. Wollten sie doch untersuchen, wie Produktideen entstehen und verbreitet werden, und wer für die Verbreitung neuer Produkte verantwortlich ist – wie viele Trendsetter es also braucht, bis irgendeine neue Marke für Massen interessant wird und so viel Geld einbringt.
Doch spätestens seit es das Internet gibt, beschäftigen sich verschiedene Disziplinen damit, wie sich Strukturen in verteilten Netzwerken erkennen und anschließend diese Netze ausschalten lassen.
Im Jahr 2002 zeigte der Programmierer Valdis Krebs, was mit sogenannter Sozialer Netwerkanalyse möglich ist. Sein Ausgangspunkt waren die Namen zweier Terrorverdächtiger, die der CIA bei einem Treffen in Malaysia im Jahr 2000 aufgefallen waren: Nawaf Alhazmi und Khalid Almihdhar. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 nutzte Krebs öffentlich zugängliche Informationen über die beiden und ihre Kontakte in aller Welt, um Verbindungen sichtbar zu machen. Am Ende seiner Analyse sah er zwei Dinge: Alle 19 Attentäter des 11. September befanden sich im Umfeld der beiden ersten Namen und Mohammed Atta war offensichtlich dabei, eine führende Rolle in dem Netzwerk einzunehmen.
Und im November dieses Jahres analysierte er beispielsweise Daten, die das Weiße Haus über Besucher des Präsidenten Barack Obama veröffentlicht hatte. Demnach sind die wichtigsten Personen im Weißen Haus nach dem Präsidenten (Potus) nicht etwa die First Lady und der Vizepräsident, sondern Tina Tchen, die Leiterin der Abteilung Public Engagement und Lawrence Summers, der Chef des National Economic Council.
Wichtig: Netzwerke analysieren, Struktur aufklären
Gleichzeitig gibt es Studien, die sich damit beschäftigen, was man tun muss, um verteilte und sich ständig verändernde Netzwerke lahm zu legen. Das Ergebnis ist immer das gleiche, die Knotenpunkte finden und ausschalten. Das meint nicht die sichtbaren Führer. Nur auf diese zu zielen ist langfristig ineffektiv, wie unter anderem Maksim Tsvetovat und Kathleen Carley von der Carnegie Mellon University gezeigt haben. Hätten solche Netzwerke doch die Fähigkeit, “sich selbst zu heilen” und Führungsfiguren zu ersetzen. Wichtiger sei es, die Netzwerke zu analysieren ihre Struktur zu aufzuklären, um Schwachpunkte zu finden – jene Knoten, die nicht so leicht ersetzt werden können, beispielsweise im Hintergrund agierende Meinungsmacher.
Kein Wunder also, dass das Interesse an sozialen Netzwerken enorm ist. Umso erschreckender, wie einfach es beispielsweise für Sicherheitsbehörden ist, Daten daraus von den Betreibern zu bekommen. Die Bloggerin und Datenschutzaktivistin Anne Roth berichtet in einem aktuellen Eintrag, wie automatisiert und selbstverständlich Facebook, Myspace, Paypal, Yahoo und andere Daten über ihre Nutzer weiterleiten. Und auch wie oft. Facebook beispielsweise zehn bis zwanzig mal am Tag.
Der Satz, den Programmierer Krebs in seinem Blog geschrieben hat, sollte daher eigentlich als ständige Erinnerung auf all diesen Netzwerken prangen: “Remember… The technology that gives You the power to organize, also gives Them the power to watch.”
Quelle: http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2009-12/soziale-netzwerkanalyse?
26.12.2009 in Menschenrechte, Weltpolitik
Das ungewöhnlich harte Urteil gegen den chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo ist international scharf kritisiert worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich wegen der Verhängung der langen Haftstrafe gegen den chinesischen Bürgerrechtler Liu “bestürzt”.
“Ich bedauere, dass die chinesische Regierung trotz großer Fortschritte in anderen Bereichen die Meinungs- und Pressefreiheit immer noch massiv einschränkt”, sagte Merkel. Sie hoffe auf eine Revision des Urteils.
Bundestagspräsident Norbert Lammert nannte das Urteil “erschreckend”. Es sei im Anlass, im Verfahren wie im Strafmaß ein “deprimierender Beleg für die nach wie vor demonstrative Distanz Chinas von westlichen Maßstäben für Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte”, sagte der CDU-Politiker.
Auch Außenminister Guido Westerwelle äußerte sich “tief besorgt”. Die Regierung in Peking habe den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte unterzeichnet, in dem die grundlegenden Menschenrechte, auch das Recht auf Meinungsfreiheit, garantiert seien. Westerwelle sagte, er ermutige daher die chinesische Regierung, den Weg der Öffnung ihres Landes fortzusetzen und “die Einhaltung der Menschenrechte zu gewährleisten”.
“Diese Strafe wird Diskussionen auslösen”
Auch die Europäische Union kritisierte die Verurteilung. Die elfjährige Haftstrafe sei “unverhältnismäßig”, erklärte die schwedische EU-Ratspräsidentschaft. Das Urteil löse Sorge um die Meinungsfreiheit und das Recht auf einen fairen Prozess in China aus. Die US-Regierung zeigte sich angesichts des harten Urteils “tief besorgt”. Vor dem Gerichtsgebäude forderte der US-Diplomat Gregory May am Freitag erneut die sofortige Freilassung des Dissidenten. Peking müsse das “Recht aller Bürger respektieren, ihre politischen Ansichten friedlich zu äußern”.
Das britische Außenministerium schloss sich diesen Forderungen an. Eine Sprecherin teilte mit, die Beschuldigungen, Xiaobo wolle die chinesischen Staatsmächte und das sozialistische System umstürzen, seien haltlos. Eine Bestrafung von Menschen, die die Demokratie stärken, sei ebenso wie das hohe Haftmaß “völlig unangemessen”.
Der chinesischen Künstler Ai Weiwei sagte, ein solches Urteil diene dazu, “all jenen eine Warnung zu geben, die kein Blatt vor den Mund nehmen”. Der Versuch werde aber das Gegenteil erreichen: “Die heutige Welt ist anders. Eine solche Strafe wird noch mehr umfassende Diskussionen auslösen und mehr Aufmerksamkeit für solche Fälle schaffen”, sagte Ai, der zu den bedeutendsten chinesischen Künstlern der Gegenwart gehört. Scharfe Kritik an dem Urteil kam auch von Menschenrechtsorganisationen.
Zu elf Jahren Haft verurteilt
Ein Gericht in Peking hatte Liu zu einer ungewöhnlich hohen Haftstrafe von elf Jahren verurteilt. Der Prozess dauerte nur wenige Stunden. Die Richter befanden den 53-Jährigen der “Agitation mit dem Ziel des Umsturzes der Regierung” für schuldig. Es ist nach Erkenntnissen von Menschenrechtlern die höchste Haftstrafe, die ein Gericht in China bisher wegen dieses Tatbestandes verhängt hat.
Dem Ehrenvorsitzenden des chinesischen Pen-Clubs unabhängiger Schriftsteller wurde unter anderem vorgeworfen, einer der Initiatoren eines “Charta 08″ genannten Appells für Demokratie und Menschenrechte in China gewesen zu sein. Nachdem er das kritische Manifest am 10. Dezember 2008 zusammen mit 300 weiteren Dissidenten unterzeichnet hatte, wurde er festgenommen. Zusätzlich wurden Liu laut Anklage sechs Aufsätze angelastet, in denen er die Ein-Parteien-Herrschaft scharf kritisiert hatte. Wegen seiner Rolle bei den Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Jahr 1989 war Liu seit langem von der Lehrtätigkeit ausgeschlossen und wurde drei Jahre lang in ein Straflager verbannt.
“Öffentlicher” Prozess ohne ausländische Beobachter
Sein Anwalt, der auf “unschuldig” plädiert hatte, zeigte sich enttäuscht. “Die Strafe ist höher, als wir erwartet haben”, sagte er. Auf Bitten der Anwälte hin habe der Richter Liu am Ende ein paar Minuten für ein paar Worte mit seiner Frau Liu Xia gewährt. Das Gericht verteidigte das Urteil: Man habe sich “strikt an rechtliche Verfahren gehalten und Liu Xiaobos Rechte in dem Prozess umfassend geschützt.”
Während des Prozesses war das Gericht weiträumig abgeriegelt. Ausländische Diplomaten aus Deutschland, anderen EU-Staaten und den USA waren als Beobachter nicht zugelassen. Die amtliche Nachrichtenagetur Xinhua sprach dennoch von einem “öffentlichen” Prozess.
Quelle: http://www.tageschau.de/ausland/chinaprozess106.html
25.12.2009 in Menschenrechte, Europa
Surprise nennt sich ein Schweizer Straßenmagazin, das den Anspruch verfolgt, Menschen in sozialen Schwierigkeiten zu helfen,
sich aus eigener Kraft aus Abhängigkeiten zu befreien. […] Rund dreihundert Menschen in der deutschen Schweiz, denen der Arbeitsmarkt verschlossen bleibt, erhalten damit eine Tagesstruktur, selbst verdientes Geld und Selbstvertrauen.
Vom Grundsatz her kein schlechter Ansatz, wäre es denn politisch gewollt, dass sich jeder ein eigenständiges Einkommen erwirtschaften kann:
Das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) verbietet Asylbewerbern seit November, das Strassenmagazin zu verkaufen.
«Eine absurde Politik», findet Fred Lauener von «Surprise». Der Staat verbiete es Personen mit Eigeninitiative, sich ein bescheidenes Einkommen zu erwirtschaften. Leidtragender sei auch der Staat – denn die Asylsuchenden benötigten nun wieder mehr Unterstützung von der Sozialhilfe. «Wer kann das wollen?», fragt Lauener.
Der Kanton beruft sich bei seinem Verbot auf die sogenannte Branchenregelung: Asylbewerber mit der Bewilligung N dürfen nur in bestimmten Branchen wie der Landwirtschaft oder der Pflege arbeiten, nicht aber im Verkauf. Bis anhin hat der Kanton den «Surprise»-Mitarbeitern Ausnahmen gewährt. Damit ist nun Schluss. «Unser Amt hat sich für die Praxisänderung entschieden, weil nicht garantiert ist, dass die ‹Surprise›-Verkäufer den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn erreichen», sagt AWA-Sprecher Can Arikan. Das hat zur Folge, dass auch vorläufig aufgenommene Ausländer mit der Bewilligung F vom Verbot betroffen sind – obwohl sie eigentlich in allen Branchen arbeiten dürften.
Die Argumentation mit dem Mindestlohn findet Thomas Kunz, Direktor der AOZ (Asyl-Organisation Zürich), «etwas gesucht». Es sei absurd, für den Verkauf von «Surprise» einen branchenüblichen Lohn zu fordern. Die Verkäufer kaufen die Hefte für 3.30 Franken und verkaufen sie für 6 Franken weiter. «Davon kann man nicht leben», sagt Kunz. Auch der auf Asyl- und Ausländerrecht spezialisierte Rechtsanwalt Marc Spescha kritisiert das Amt: «Der Entscheid ist höchst stossend und kleinkariert.» Der Kanton habe einen Ermessensspielraum, der es ihm ermöglichen würde, den Verkauf von Strassenmagazinen zuzulassen. Insbesondere, weil bei «Surprise» nicht die Erwerbstätigkeit im Vordergrund stehe, sondern das Schaffen einer Tagesstruktur. «Wenn die Leute eine Beschäftigung haben, kann man verhindern, dass sie in die Kriminalität abrutschen», sagt Spescha.”
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Kanton-stoppt-40-SurpriseVerkaeufer/story/20445218
Glücklicherweise haben die 40 betroffenen Asylanten einen starken Verbündeten, niemanden Geringeren als die wählerstärkste schweizer Partei:
Die Menge an Gesetzen und Vorschriften sowie der Verwaltungsaufwand sind zu reduzieren, da sie die wirtschaftliche Entwicklung, Wachstum und Kreativität sowie die Eigenverantwortung erwürgen.”
20.12.2009 in Satire, Deutschland
Advent
Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort, von ferne her durchbricht
den dunklen Tann ein helles Licht.
05.12.2009 in Deutschland, Weltpolitik
Am 16. Januar 1919 trat in den USA der 18. Zusatzartikel zur Verfassung in Kraft, der durch das landesweite Verbot der Herstellung, des Verkaufs und Transports von “berauschenden Flüssigkeiten” die Ära der Prohibition einleitete. Knapp 25 Jahre später, am 5. Dezember 1933, wurde dieser Artikel aufgehoben. Mit der Ratifizierung des 21. Zusatzartikels zur Verfassung durch Ohio, Pennsylvania und Utah war das notwendige Quorum für sein Inkrafttreten erreicht. Dadurch wurde die bundesweite Prohibition aufgehoben und die Hoheit über die Regulierung des Alkoholverkaufs den Bundesstaaten überlassen. Wenn das kein Grund ist, heute in Freude das Glas zu heben:
Each year on December 5th I celebrate the repeal of Prohibition in the United States, which happened in 1933. When that special day comes around each year I make an extra effort to exercise my God-given right to imbibe with gusto and finesse. I also honor flag and country, my profession, and all things congenial. Drink after drink, I toast the blessed country, the greatest profession on Earth, and all of my friends. In fact, toasting is an essential part of Repeal Day and a popular pastime prior to Prohibition.
I have toasts packed away like extra drawers on vacation and let them loose on that special day. Here’s a particularly patriotic one:
The Frenchman loves his native wine;
The German loves his beer;
The Englishman loves his ‘alf and ‘alf,
Because it brings good cheer.
The Irishman loves his ” whiskey straight,”
Because it gives him dizziness.
The American has no choice at all,
So he drinks the whole damn business.”
01.12.2009 in Satire, Deutschland, Menschenrechte, Umwelt
23.11.2009 in Deutschland, Wahlkampf
Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article5291369/Das-Steuersystem-muss-vereinfacht-werden.html? 22. November 2009, 12:16 Uhr
Im Wahlkampf konnte die FDP mit der Forderung nach einem einfacheren Steuersystem punkten. Doch inzwischen streiten Union und FDP in erster Linie über die Erhöhung der Entlastung. Dabei wird das Wichtigste aus den Augen verloren: Das Steuersystem muss grundlegend vereinfacht werden.
Haben Sie sich Ihren letzten Steuerbescheid einmal genau angesehen? Oder haben Sie diese schwierige Lektüre Ihrem Steuerberater überlassen? So oder so: Sie sollten sich die Mühe machen und zwei Zahlen in ein Verhältnis zueinander setzen. Teilen Sie die Höhe der Steuern, die Sie tatsächlich gezahlt haben, durch den Bruttoarbeitslohn.
Manch einer wird dann überrascht sein, wie niedrig die Steuerquote ist. Andere wiederum werden es kaum fassen können, wie sehr sie der Staat schröpft. Zu welcher Gruppe Sie gehören, hat nur in zweiter Linie mit der Höhe Ihres Bruttoarbeitslohns zu tun. Viel entscheidender ist Ihre Fähigkeit, die Steuerbasis durch Abschreibungen, Werbungskosten und Freibeträge zu verringern.
Willkommen im Steuerdschungel Deutschland. Steuerbescheid und Gehaltsabrechnungen machen ein großes Problem dieses Landes anschaulich: Es gibt wohl kaum einen Menschen, der aus dem Stegreif sagen könnte, wie hoch seine Steuer- und Abgabenquote ist. Viel zu kompliziert sind die Gesetze, als dass sich diese Zahl im Kopf berechnen ließe. Und dennoch ist in der Bundesregierung stets von Steuersenkungen die Rede, nie aber von Steuervereinfachung.
09.11.2009 in Deutschland, Menschenrechte, Weltpolitik
Und deshalb haben wir uns dazu entschlossen, heute eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen.”
(Günter Schabowski, SED-Politbüromitglied, in einer Pressekonferenz am 9. November 1989, kurz vor 19 Uhr)
28.10.2009 in Bildung
An der Universität von Urbino hat eine 94-jährige Italienerin ihr Jura-Diplom erlangt. Nun möchte sich die frischgebackene Juristin in den Rechtwissenschaften weiter spezialisieren.
Adriana Jannilli sei ein “Vorbild an Beharrlichkeit für die anderen Studenten”, kommentierte der Rektor der Universität den Abschluss der 94-Jährigen. Für ihre Arbeit über Gewalt gegen Frauen und ihre Abschlussprüfungen habe sie die Höchstnote bekommen. Mit ihren durchschnittlich 70 Jahre jüngeren Kommilitonen sei sie hervorragend ausgekommen.
Für Jannilli war es nicht das erste Studium. Die Unternehmensberaterin im Ruhestand hat laut Universität bereits ein Sprachen-Diplom und eines in Politikwissenschaften.
Doch auch nach ihrem dritten Diplom will die 94-Jährige ihre Uni-Laufbahn noch nicht beenden. Vielmehr plant sie, sich erneut einzuschreiben, um sich in den Rechtswissenschaften weiter zu spezialisieren.
http://www.n-tv.de/panorama/94-Jaehrige-macht-Jura-Diplom-article565749.html
„Rajneesh“ Chandra Mohan Jain (* 11. Dezember 1931 in Kuchwada, Madhya Pradesh, Indien; † 19. Januar 1990 in Pune, Maharashtra, Indien) war ein indischer Philosophieprofessor und Begründer der Neo-Sannyas-Bewegung. Er nannte sich zuerst Acharya Rajneesh (Mitte der Sechzigerjahre bis Anfang der Siebzigerjahre), danach Bhagwan Shree Rajneesh (bis Ende 1988) und von 1989 bis zu seinem Tod Osho.
After Friedrich Nietzsche declared that “God is Dead” - the word FUCK has become the most important word in the English language.
Osho used this sketch on the word fuck first in a talk in 1980 and repeated it again in this later talk. We have seen the original of this sketch being attributed to Jack Wagner, George Carlin and Monty Python - no one seems to be sure.
When Friedrich Nietzsche declared, “God is dead,” he himself became utterly helpless no consolation, no hope, no meaning. He had to go through a long process of insanity.
Nietzsche seems to me to be the most important figure that has dominated the world in this century. Without any argument his statement has infiltrated into every mind. But he was not aware of the implications. I have no problem if God is dead. There is no need to mourn his death.
The problem is that if God is dead, then you lose the most important word in your language and you will need a substitute. God was one end, one extreme, and when one extreme disappears from your mental vision, the necessary and inevitable is that you will fall to the other extreme.
And that’s what has happened, Milarepa. Instead of God, `fuck’ has become the most important word in our language. Even if Friedrich Nietzsche comes back, he will be surprised and he will try to resurrect somehow the dead God, because this is stupid. But you will need a whole report on it, a whole research.
One of the most interesting words in the English language today is the word `fuck’. It is a magical word. Just by its sound it can describe pain, pleasure, hate and love. In language it falls into many grammatical categories. It can be used as a verb, both transitive, “John fucked Mary,” and intransitive, “Mary was fucked by John”, and as a noun, “Mary is a fine fuck.” It can be used as an adjective, “Mary is fucking beautiful.”
As you can see, there are not many words with the versatility of fuck. Besides the sexual meaning, there are also the following uses:
Ignorance: Fucked if I know.
Trouble: I guess I am fucked now!
Fraud: I got fucked at the used car lot.
Aggression: Fuck you!
Displeasure: What the fuck is going on here?
Difficulty: I can’t understand this fucking job.
Incompetence: He is a fuck-off.
Suspicion: What the fuck are you doing?
Enjoyment: I had a fucking good time.
Request: Get the fuck out of here.
Hostility: I’m going to knock your fucking head off.
Greeting: How the fuck are you?
Apathy: Who gives a fuck?
Innovation: Get a bigger fucking hammer.
Surprise: Fuck! You scared the shit out of me!
Anxiety: Today is really fucked.
And it is very healthy if every morning you do it as a transcendental meditation just when you get up, first thing, repeat the mantra “fuck you” five times; it clears your throat too!Okay, Vimal?”
OSHO International Foundation - http://www.osho.com
21.10.2009 in Satire, Deutschland
Vielleicht hat Sarrazin das ja alles gar nicht so gemeint ;)?
Vielleicht wurde er ganz falsch interpretiert?
Peter Richter weiß, was Sarrazin uns wirklich sagen wollte: