Bildungsbericht: Problemzone Hauptschule

Rütli-Schule, Berlin-NeuköllnDas deutsche Schulsystem ist ungerecht und schafft Bildungsverlierer. So lautet die Quintessenz des nationalen Bildungsberichts.

Schon wieder schlechte Noten für das deutsche Bildungssystem. Nach Pisa, Iglu und Co. belegt nun auch der neueste nationale Bildungsbericht das, was eigentlich schon alle wissen: Das deutsche Schulsystem ist ungerecht und schafft eine wachsende Gruppe an Bildungsverlierern, die in der Gesellschaft nur schwer Platz finden. Die „Risikolage“ vieler Kinder nehme in Deutschland immer mehr zu, heißt es im Bildungsbericht.

Der überwiegende Teil dieser Kinder und Jugendlichen in „Risikolage“ stammt aus bildungsfernen Familien und landet nach der gemeinsamen Grundschulzeit mit den Kindern aus Akademikerhaushalten auf der Haupt- oder sogar Förderschule. So entstehen riesige Sammelbecken für Bildungsverlierer ohne Perspektiven, die sich im weiteren Verlauf der Schulzeit gegenseitig nach unten ziehen. Forscher bezeichnen etwa 16 Prozent der deutschen Hauptschulen als regelrechte „Schulgettos“. In Großstädten wie Hamburg erhöht sich der Anteil sogar auf bis zu 70 Prozent. „An diesen Schulen herrschen Bedingungen, bei denen jeder die Lernmotivation verlieren würde“, weiß Heike Solga, Bildungsforscherin am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin.

Trotz Abschluss kaum Chancen auf eine Lehrstelle

Kein Wunder, dass mit 80 Prozent der Löwenanteil der deutschen Schulabbrecher aus den Haupt- und Förderschulen stammt. „Die Hauptschüler wissen, dass sie aussortiert wurden“, sagt Solga. Dementsprechend verlieren sie häufiger als andere Jugendliche die Lust auf Schule. Den meisten Hauptschülern ist zudem bewusst, dass auch ein Abschluss ihre Aussichten auf einen Job nur bedingt steigert. Laut Bildungsbericht hat jeder zweite Hauptschüler auch 13 Monate nach Schulende immer noch keine berufliche Ausbildung gefunden. Konsequenz: Die Jugendlichen rutschen in eine berufliche Wartschleife aus Nachqualifizierungs- und Überbrückungsmaßnahmen.

Mit 3,7 Milliarden Euro beziffert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln die jährlichen Folgekosten der „mangelnden Effizienz“ des Schulsystems für den Bund. Viel Geld für Maßnahmen, deren „Effektivität und Effizienz“ die Wissenschaftler des Bildungsberichts erheblich anzweifeln. Zu Recht: Denn trotz Weiterbildung warten 40 Prozent der Hauptschüler auch zweieinhalb Jahre nach ihrem Abschluss noch immer auf eine Ausbildungsstelle. Im Vergleich: Jeder zweite Realschüler findet bereits drei Monate nach seinem Schulende eine Lehrstelle.

Realschulabschluss als Standardqualifikation?

„Der Hauptschulabschluss ist nichts mehr wert,“ schlussfolgert Heike Solga und kritisiert gleichzeitig die Pläne von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) einen Rechtsanspruch auf einen Hauptschulabschluss einzuführen. Welchen Sinn mache es, ein Zertifikat an alle zu vergeben, mit dem am Ende doch keiner etwas anfangen könne? In anderen Ländern sei die Quote der Jugendlichen mit Realschulabschluss wesentlich höher. Dies müsse auch das Ziel in Deutschland sein, fordert die Bildungsforscherin.”

Quelle: focus.de

Isn´t the history book on the shelf always repeating itself?


CiceroDer Staatshaushalt muss ausgeglichen sein. Die öffentlichen Schulden müssen verringert, die Arroganz der Behörden muss gemäßigt und kontrolliert werden. Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen reduziert werden, wenn der Staat nicht bankrott gehen soll. Die Leute sollen wieder lernen zu arbeiten, statt auf öffentliche Rechnung zu leben.”

Zitat zugeschrieben: Marcus Tullius Cicero, 55 v. Chr.

Eliteuniversität Harvard verliert 8 Milliarden Dollar!


Die Finanzkrise schlägt auch dort zu, wo man es zunächst nicht vermutet. Der Absturz an den Börsen kostet auch die Eliteuniversität Harvard ein paar Milliarden.Die reichste Hochschule der USA, die Harvard-Universität im Bundesstaat Massachusetts, verlor nach eigenen Angaben vom Mittwoch binnen vier Monaten etwa acht Milliarden Dollar. Der Uni-Investmentfonds Harvard Management Company, aus dem die Hochschule mehr als ein Drittel ihrer operativen Kosten finanziert, habe zwischen Juli und November 22 Prozent an Wert verloren, teilte Harvard-Präsidentin Drew Faust mit.

Der bislang höchste Wertverlust war den Angaben zufolge im Jahr 1974 mit einem Minus von zwölf Prozent verzeichnet worden. Trotz ihres großen Vermögens berechnet die prestigeträchtige Universität ihren Studenten inzwischen 45 000 Dollar Studiengebühren pro Jahr.

Quelle: focus.de

Vorratsdatenspeicherung: 2.200 Ermittlungen in drei Monaten!


vorratsdatenspeicherung_kritik_02.jpgDie Vorratsdatenspeicherung wird von deutschen Strafverfolgern fleißig genutzt: Innerhalb von drei Monaten gaben Richter den Zugriff auf gespeicherte Telefon- und Internet-Verbindungsdaten für fast 2200 Ermittlungsverfahren frei.

Berlin – Insgesamt waren es fast 2.200 Ermittlungsverfahren von Mai bis einschließlich Juli 2008, in deren Rahmen Richter den Rückgriff auf Verbindungsdaten von Telefonkunden und Internet-Nutzern angeordnet haben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Innenpolitikerin Gisela Piltz hervor.Tatsächlich und definitiv benutzt wurden die Vorratsdaten dann aber nur in 43 Prozent der Fälle, also in etwa 940 Verfahren. In 29 Prozent der Fälle sei der Rückgriff auf die Daten nicht erforderlich gewesen, bei immerhin einem Viertel der 2.186 Verfahren sei dazu keine Angabe möglich.

Piltz kritisierte die Zahlen in der “Berliner Zeitung” vom Mittwoch. “Die Angaben reichen nicht aus, um die Vorratsdatenspeicherung zu begründen.” So gehe aus der Antwort der Regierung nicht hervor, “in wie vielen Fällen die Speicherungspflicht von entscheidender Bedeutung für den Ermittlungserfolg war”.

Das Bundesverfassungsgericht hatte die Vorratsdatenspeicherung in einer einstweiligen Anordnung im März deutlich eingeschränkt. Unter anderem hatten die Verfassungsrichter die Bundesregierung dazu aufgefordert, einen Bericht über die konkreten Ergebnisse von Ermittlungen mit Hilfe der Vorratsdatenspeicherung vorzulegen.

Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,594271,00.html