Geschönter Lebenslauf? SPD-Politikerin erzürnt Blogosphäre


Schlechter Einstieg in den Online-Wahlkampf: Nordrhein-Westfalens SPD-Chefin Hannelore Kraft geht juristisch gegen einen Blogger und Journalisten vor, der ihr eine Manipulation ihres Lebenslaufs vorwirft. Die Internet-Community tobt, rüstet zur Verteidigung.

Düsseldorf/Jerusalem – Eigentlich sollte es die Woche von Hannelore Kraft werden. Die Düsseldorfer SPD-Chefin ist mit Christina Rau nach Israel geflogen. Dort will sie das Erbe von Johannes Rau für sich reklamieren, das schon länger und mit einigem Erfolg Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) für sich beansprucht. Kraft ist die Herausforderin von Rüttgers bei der Landtagswahl voraussichtlich im kommenden Mai.

Zwischen schönen Terminen in Tel Aviv und Jerusalem gibt es schlechte Nachrichten aus der Heimat für Kraft. Statt endlich mal international zu glänzen, muss sie sich im Internet wüst beschimpfen lassen.Die Fakten sind schnell erzählt: Dem Bottroper Journalisten David Schraven war aufgefallen, dass sich der Lebenslauf auf Krafts Homepage geringfügig geändert hatte. “In der Zeit von 1989 bis 2001 Unternehmensberaterin und Projektleiterin”, steht in der aktuellen Fassung. Bis 2006 war dort noch detailliert zu lesen, für wen sie in diesen Funktionen gearbeitet hat: die Mülheimer Firma Zenit GmbH (Zentrum für Innovation und Technik NRW).

In seinem Blog Ruhrbarone spekulierte Schraven über den Grund: “Warum ist aber der Hinweis auf die Zenit GmbH verschwunden? Nun, vielleicht liegt es daran, dass die Zenit GmbH in einen der großen NRW-Förderskandale verwickelt war, in dessen Verlauf vor zwei Jahren auch die Rolle von Hannelore Kraft kritisch hinterfragt wurde.” Weiterlesen

US-Medien melden: Michael Jackson ist tot


Verschiedenen Medienberichten zufolge wurde der Popstar am Nachmittag mit Herzstillstand in ein Spital eingeliefert. Die Berichte wurden bis jetzt nicht offiziell bestätigt.

Die Promi-Website TMZ.com berichtete, der 50-Jährige habe am Donnerstag einen Herzstillstand erlitten. Kurze Zeit später meldete TMZ.com Jackson sei tot. Dies wurde bisher von keiner offiziellen Stelle bestätigt. Wie es in einem Bericht von «Los Angeles Times»-Online heißt, habe Jackson bei der Einlieferung nicht geatmet. Jacksons Manager Tohme E. Tohme war nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen.

Mitte Mai hatte Jackson die ersten vier Konzerte seines für Juli geplanten Comebacks in London auf spätere Termine verschoben. Der erste Auftritt sollte statt am 8. erst am 13. Juli stattfinden.

Die drei folgenden Konzerte wurden auf das Frühjahr 2010 verschoben. Der Konzertveranstalter AEG Live hatte erklärt, die Entscheidung habe nichts mit der Gesundheit des Musikers zu tun.

Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/leute/USMedien-Michael-Jackson-ist-tot/story/24994652

Feinstaub schädigt das Erbgut – Holzverbrennung unterschätzt


In Deutschland sind die Partikel für den Tod von jährlich 65 000 Menschen verantwortlich – Holzverbrennung wird als Risiko unterschätzt

San Diego – Man kann sie nicht riechen, nicht schmecken, und für das bloße Auge sind sie nicht zu erkennen: Feinstaubteilchen mit einem Durchmesser von weniger als einem hundertstel Millimeter oder weniger als einem Zehntel der Dicke eines Haares. Werden die rußhaltigen Luftschadstoffe über längere Zeiträume eingeatmet, kann das Erkrankungen der Atemwege auslösen. Die winzigen Teilchen gelangen sogar in das Blut und können dann Herz-Kreislauf-Beschwerden verursachen.

Zu noch brisanteren Erkenntnissen kommt jetzt eine Studie, die Wissenschaftler von der Universität in Mailand bei der Internationalen Konferenz der American Thoracic Society in San Diego präsentiert haben. Danach führt Feinstaub innerhalb von wenigen Tagen zu Veränderungen im Erbgut. Fatal: Betroffen davon sind auch Gene, die gerade vor der Zellentartung schützen sollen.

Auf die Spur des verhängnisvollen Mechanismus hatte die Forscher eine besondere Form von genetischen Veränderungen in Blut- und Gewebeproben von Lungenkrebspatienten geführt. “Auffällig waren Abänderungen in der Genprogrammierung, welche sich durch eine veränderte DNA-Methylierung bemerkbar machen”, sagt Andrea Baccarelli, Studienleiter der italienischen Forschergruppe. Bei den Veränderungen handelt es sich nicht um Mutationen, welche den genetischen Informationsgehalt verändern, sondern um umweltbedingte Modifikationen des Erbgutes, die sogenannte Methylierung. Dabei werden chemische Gruppen an bestimmte DNA-Bausteine gehängt und so die Gene gesteuert. Unterlaufen dabei Fehler, können die genetischen Kontrollmechanismen entgleisen und sogar Krebs entstehen.

Mit ihren Studien wollten die Forscher herausfinden, ob Luftschadstoffe, wie sie in einer Gießerei entstehen, die DNA-Methylierung beeinflussen. Dazu hatten sie 63 gesunden Probanden vor dem Antritt des ersten Arbeitstages Blutproben entnommen und diese dann mit Blutproben verglichen, die ihnen am dritten Arbeitstag entnommen wurden. In der zweiten Probe konnten die Forscher dann signifikante Veränderungen in vier Genen erkennen. Diese betreffen prominente Faktoren für die Kontrolle des Zellwachstums, darunter sind die Gene p53, p16 und RAS.

“Diese Veränderungen waren nach nur drei Tagen Feinstaubbelastung erkennbar”, sagt Baccarelli. Das weise daraufhin, dass die Umweltbelastung in nur sehr kurzer Zeit die genetische Programmierung verändern könne. “Diese Veränderungen können die Ursache für viele Erkrankungen sein”, erklärt der Forscher. Ähnliche Schadstoffbelastungen wie in der Gießerei gebe es auch in manchen Großstädten. “Unsere Ergebnisse zeigen, wie Feinstaub die menschliche Gesundheit beeinflussen kann”, resümiert Baccarelli.

In Statistiken haben sich die fatalen Folgen bereits niedergeschlagen: Einer EU-Studie zufolge sterben allein in Deutschland jährlich 65 000 Menschen an den Folgen der Feinstaubbelastung, das ist 14 Mal mehr, wie Menschen durch Verkehrsunfälle ums Leben kommen. Zwar gehört der Autoverkehr zu den verbreiteten Verursachern von Feinstäuben. Diese entstehen vor allem bei Verbrennungsprozessen in Dieselmotoren. Zunehmend rücken aber auch andere Quellen ins Visier. Die beliebten Holzheizungen blasen ebenfalls große Mengen rußhaltiger Feinstäube in die Luft.

Studien der Universität Bern zeigen, dass im Winter über Zürich etwa ein Viertel der gefährlichen Rußteilchen im Feinstaub aus Holzverbrennung stammt, während der Rest vor allem auf Dieselmotoren zurückzuführen ist. Durch Messungen des radioaktiven Kohlenstoff-Isotops 14 konnten die Forscher die Quelle der Rußpartikel ermitteln. Im Gegensatz zum Brennholz enthalten fossile Brennstoffe keinen Radiokohlenstoff.

Die Forscher haben auch die großflächigen Dunstglocken über Südasien untersucht. In einem Anfang des Jahres im Fachmagazin “Science” vorgestellten Bericht kommen sie zu dem Schluss, dass die Verbrennung von Holz und anderer Biomasse deutlich mehr zur Luftverschmutzung beiträgt als bisher angenommen.

Vergleichbare Studien in Europa legen nach Einschätzung der Schweizer Forscher den Schluss nahe, dass auch die Bedeutung der Holzverbrennung für Gesundheit und Klima unterschätzt wurde. Daher will das Umweltbundesamt schärfere Auflagen durchsetzen.

Quelle: Welt Online