Erster Schweinegrippe-Fall in Europa
Spanien bestätigt Erkrankung
In Europa gibt es einen ersten Schweinegrippe-Fall. Bei einem kürzlich aus Mexiko nach Spanien zurückgekehrten Patienten sei der mutierte Erreger vom Typ A/H1N1 nachgewiesen worden, teilte Gesundheitsministerin Trinidad Jiménez in Madrid mit. In Frankreich wurde dagegen Entwarnung gegeben. Die vier betroffenen Personen seien an einer normalen Grippe erkrankt, teilte Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot mit.
Wachsende Angst in Mexiko
In Mexiko stieg die Zahl der Grippetoten nach Angaben des Gesundheitsministeriums inzwischen auf 103. Wie viele Menschen dem Schweinegrippe-Virus A/H1N1 erlegen sind, wird derzeit noch untersucht. Die Zahl der Verdachtsfälle wurde am Montagmorgen mit etwa 1600 angegeben. Präsident Felipe Calderón ermächtigte die Gesundheitsbehörden, Grippekranke zu isolieren und deren Wohnungen zu inspizieren. Soldaten verteilten sechs Millionen Atemschutz-Masken an die Bevölkerung. Schulen, Märkte, Restaurants und Kinos wurden geschlossen. Die Weltbank sagte der mexikanischen Regierung zur Bekämpfung der Krankheit Kredite von 225 Millionen Dollar zu.
EU-Kommissarin rät von Reisen in Gebiete ab
Nach dem Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko treffen immer mehr Länder Maßnahmen, um eine Ausbreitung des Erregers zu verhindern oder einzudämmen. EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou riet von Reisen nach Mexiko und in die USA ab, “um das Risiko zu minimieren”. Touristen, die gegenwärtig vor Ort seien oder aus Mexiko zurückkehrten, sollten einen Arzt aufsuchen, empfahl Vassiliou.
Die US-Regierung rief den Gesundheitsnotstand aus und erleichterte damit den Zugang staatlicher Stellen zu Grippetests und Medikamenten. Außerdem sollen Personen aus den von der Schweinegrippe betroffenen Gebieten bei der Einreise in die USA über ihren Gesundheitszustand befragt werden. Es gebe jedoch keinen Grund zur Panik, betonte das Weiße Haus. In den USA sind derweil 20 Fälle von Schweinegrippe in fünf Bundesstaaten bestätigt worden, in Kanada sechs. Wie das Zentrum für Seuchenkontrolle in den USA mitteilte, seien alle Patienten wieder genesen oder dabei, sich zu erholen.
Weitere Verdachtsfälle gibt es in Dänemark, Israel und Neuseeland. Dort wurde die erste Stufe eines nationalen Notfallplans in Kraft gesetzt, nachdem eine Schülergruppe aus Mexiko zurückgekehrt war. Bei zehn von 13 Schülern, die auf Influenza A getestet wurden, war das Ergebnis positiv. Ob sie sich auch mit dem Untergruppenvirus A/H1N1 der Schweinegrippe infiziert haben, wird derzeit ermittelt.
Noch dauert es zwei bis drei Tage, bis die Laborergebnisse vorliegen. Die Gesundheitsbehörden in Hongkong erklärten, Wissenschaftler entwickeln derzeit einen Schnelltest für das neue Virus, sodass schon nach sechs Stunden die Resultate ermittelt sind.
Erste Verbote von Fleischimport aus Mexiko
Erste Länder wie etwa Polen, Italien oder Venezuela sprachen Reisewarnungen für Mexiko aus. Immer mehr Staaten verbieten auch den Import von Fleisch aus Mexiko und auch den USA und Kanada. Unter anderem China, Russland und Taiwan wollen jeden Betroffenen, der die Symptome der speziellen Virusinfektion aufweist, unter Quarantäne stellen. In mehreren Ländern werden die einreisenden Passagiere inzwischen mit Wärmescannern auf mögliche Symptome untersucht.
WHO-Krisenstab arbeitet auf Hochtouren
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigte sich besorgt und erklärte, die Grippe habe das “Potenzial für eine Pandemie”. Noch sammeln die Mitarbeiter des Krisenstabs Informationen über die Entwicklung der Krankheit. Sie befürchten zudem weitere Mutationen, die das Virus noch gefährlicher machen könnten. Noch im Tagesverlauf wollen die WHO-Experten Stellung nehmen und gegebenenfalls Maßnahmen wie Reise- oder Handelsbeschränkungen vorschreiben.
Die EU-Kommission berief die Gesundheitsminister aller Mitgliedsstaaten inzwischen zu einer Krisen-Sitzung ein. Nach Ansicht deutscher Experten wird das Virus vor Deutschland nicht Halt machen. Sie warnten allerdings vor Panikmache.
Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/schweinegrippe150.html
In Europa gibt es einen ersten Schweinegrippe-Fall. Bei einem kürzlich aus Mexiko nach Spanien zurückgekehrten Patienten sei der mutierte Erreger vom Typ
Nach dem Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko treffen immer mehr Länder Maßnahmen, um eine Ausbreitung des Erregers zu verhindern oder einzudämmen. EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou riet von Reisen nach Mexiko und in die USA ab, “um das Risiko zu minimieren”. Touristen, die gegenwärtig vor Ort seien oder aus Mexiko zurückkehrten, sollten einen Arzt aufsuchen, empfahl Vassiliou.
Erste Länder wie etwa Polen, Italien oder Venezuela sprachen Reisewarnungen für Mexiko aus. Immer mehr Staaten verbieten auch den Import von Fleisch aus Mexiko und auch den USA und Kanada. Unter anderem China, Russland und Taiwan wollen jeden Betroffenen, der die Symptome der speziellen Virusinfektion aufweist, unter Quarantäne stellen. In mehreren Ländern werden die einreisenden Passagiere inzwischen mit Wärmescannern auf mögliche Symptome untersucht.






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