Neoliberalismus - zur Klärung eines Begriffes

Neoliberalismus: Denkrichtung des Liberalismus, die eine freiheitliche, marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung mit den entsprechenden Gestaltungsmerkmalen wie privates Eigentum an den Produktionsmitteln, freie Preisbildung, Wettbewerbs- und Gewerbefreiheit anstrebt, staatliche Eingriffe in die Wirtschaft jedoch nicht ganz ablehnt, sondern auf ein Minimum beschränken will.

Die Ideen des Neoliberalismus, dessen führender Vertreter in Deutschland Walter Eucken (*1891, †1950) war, basieren zum großen Teil auf den negativen Erfahrungen mit dem ungezügelten Liberalismus des Laissez-faire im 19.Jahrhundert, als der Staat die Wirtschaft komplett dem freien Spiel der Marktkräfte überließ. Staatliche Eingriffe in die Wirtschaft sind deshalb aus Sicht des Neoliberalismus dann gerechtfertigt und notwendig, wenn sie z.B. das Marktgeschehen fördern und die Bildung von Monopolen oder Kartellen verhindern, Konjunkturschwankungen ausgleichen oder dem sozialen Ausgleich dienen. Die deutsche Variante des Neoliberalismus wird auch als Ordoliberalismus bezeichnet. Die angelsächsische Variante mit ihrem Hauptvertreter Friedrich August von Hayek (*1899, †1992) setzt mehr auf die Selbststeuerung der Marktwirtschaft.

Die meisten Wirtschaftsordnungen der westlichen Industrienationen, so auch die soziale Marktwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland, basieren heute auf den grundlegenden Prinzipien des Neoliberalismus.

(http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=G320F2)

Quelle: Das Lexikon der Wirtschaft. Grundlegendes Wissen von A bis Z. 2. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus 2004. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2004.

Geposted von Alexander Schopf am 18.06.2007 | In Deutschland |


Eine Antwort auf “Neoliberalismus - zur Klärung eines Begriffes”

  1. Michael Blume Sagt:

    Danke für die Klärung! Es wäre natürlich wirklich schön und zu hoffen, wenn sich jetzt wieder mehr Menschen mit dem Konzept der “Neoliberalen” ernsthaft auseinandersetzen würden! Mir macht das z.B. gerade als Religionswissenschaftler außerordentlich Spaß, F.A. von Hayeks geniale Religions- und Freiheitstheorie aufzuarbeiten.

    In diesem Sinne: auch weiterhin viel freiheitliche Freude!

    Michael Blume
    www.blume-religionswissenschaft.de

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