Wahnsinn mit Methode? Die Jungen in der CDU.
So langsam krieg ich ja richtig gehend Angst vor den jungen Radikalen bei den Konservativen. Die scheinen langsam den Bezug zur Realität zu verlieren. Nicht nur, dass ein Gottfried Ludewig, zu dem ich damals mal was für die Liberale Hochschulgruppe geschrieben habe, wie ich aus der Dummy erfahren habe, jetzt in Berlin Prenzlauer Berg kandidiert, somit also signalisiert wird, dass den CDU-oberen Leute mit, sagen wir es gelinde, nicht ganz verfassungskonformen Ansichten nicht nur egal sind, diese vielmehr noch weiter gefördert werden.Jetzt kommt aus der JU NRW auch noch der absurde Vorschlag, man solle sich für YouTube mit seiner Personalausweisnummer (was für ein Unwort) registrieren müssen. Da hat wohl jemand was nicht ganz verstanden. Nehmen wir zu Gunsten der JU NRW mal an, der Vorschlag ist nicht wirklich ernst gemeint und es handelt sich hier umn einen Publicity-Stunt.
Dennoch zeugt der Vorschlag von einem ungemeinen Unverständnis über die Strukturen des Netzes, denn selbst wenn sich eine Registrierungspflicht durchsetzen ließe, was meiner Meinung nach schon mehr als Zweifelhaft ist, würde dies zu einem schlagartigen Wechsel der Plattform führen. Somit verlagerte sich das Problem einfach auf die nächste Plattform. So viel zur Effektivität dieses Vorschlags.
Was mir jedoch wirklich Gedanken macht, ist dieses radikalisierte Welt- und Menschenbild, welches zunehmend auch von den Jungen innerhalb des konservativen Dunstkreises der CDU gepflegt wird. Nun, da eine Zensur von Netzinhalten scheinbar bald Realität wird, treten die jungen “Nachwuchsorganisationen” nochmal nach und fordern mal wieder die kulturelle Meinungshoheit in einem Raum, den sie weder kennen noch beherrschen können.
Wenn das also die neue Bürgerlichkeit ist, von der noch vor ein paar Jahren so gerne geschrieben wurde, dann stellt sich zwangsläufig die Frage, inwiefern eine solche Strömung, die ja gerne mal die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit propagiert und Leistungsträgern (welche in der selbstwahrnehmung klassischerweise immer sie selbst sind) noch mehr Anreize bieten will, unter den neuen Bedingungen einer digitalen Welt bestehen kann.
Das Internet und die Politik ist ja eh so ein Reibungsthema, und ich gebe Markus Beckedahl Recht, der auf der re:publica anmahnte, dass es doch nicht sein könne, dass sich in unserer Legislative scheinbar keiner befindet, der ein einigermaßen profundes Verständnis des Internets hat. Nicht zuletzt deswegen bin ich gespannt, was auf dem PolitCamp in anderthalb Wochen so diskutiert wird.
Wenn jedoch auch die Jugendorganisationen, wie hier die der CDU, keinerlei Verständnis für die Strukturen und Mechanismen des Internets hat, dann frage ich mich natürlich, wie eine solche Partei bei solchem Nachwuchs überhaupt noch bestand haben will.
Quelle: http://mjaysplanet.wordpress.com/2009/04/20/wahnsinn-mit-methode-die-jungen-in-der-cdu/
Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA 2.0 Germany License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/)







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