Für eine umfassende Wahlfreiheit beim landesweiten Semesterticket!

BMFAb Mitte 2016 plant das baden-württembergische Verkehrsministerium die Einführung eines landesweiten Semestertickets. Es gibt Überlegungen, dass jeder Student ein Ticket erwerben muss, das nur abends und am Wochenende gilt. Alle Studenten müssten dieses Ticket bezahlen, unabhängig davon, ob sie es selbst wollen. Zusätzlich könnten Interessierte ein auch tagsüber gültiges Ticket kaufen.

Auch wenn der Preis der Tickets noch nicht feststeht, kann man davon ausgehen, dass Studenten für diese Tickets deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen als bisher. Profitieren werden davon wohl nur diejenigen, die regelmäßig durch viele Regionen in Baden-Württemberg reisen. Die Liberale Hochschulgruppe (LHG) Tübingen lehnt deshalb grundsätzlich die Einführung eines Zwangs-Semestertickets ab.

Stattdessen könnte man einen Teil der Unsummen, die trotz Mehrbelastung von Studenten wohl in die Subventionierung dieses Tickets fließen, dazu verwenden, tatsächlich genutzte Anschlusstickets wie zwischen Tübingen und Stuttgart günstiger anzubieten.

„Grundsätzlich sollte man endlich davon Abstand nehmen, alle Studenten zu einem Zwangs-Landesticket verpflichten zu wollen, und den Studenten die Freiheit geben, sich selbst zu entscheiden“,

erklärte der stellvertretende LHG-Vorsitzende Björn Flechtner.

Wahlergebnisse und die Vision einer besseren Studierendenvertretung

Zitat

Wahl 2014_1Die Tübinger Studenten haben gewählt – zumindest 9% von ihnen. Bei den diesjährigen Uni-Wahlen ist die Wahlbeteiligung dabei auf ein historisch niedriges Niveau gefallen, dass kaum noch rechtfertigt von „demokratisch legitimierten“ Gremien zu sprechen.

Auch wenn wir als LHG etwas mehr als 1% verloren haben, freuen wir uns über die 11,7% bei den Wahlen zum zweiten Studierendenrat. Mit Martin Brüssow und Swenja Jurisch werden wir weiterhin mit 2 Abgeordneten liberale Ideen in den StuRa einbringen. Insbesondere die Tatsache, dass die sog. Faschaftsrätevollversammlung gemeinsam mit den Grünen erstmals seit 2004 keine Mehrheit mehr hat, sondern auf den einzig verbliebenen Linken als Mehrheitsbeschaffer angewiesen ist, freut uns. Auch wenn es noch nicht ganz für eine Mehrheit zusammen mit RCDS und Jusos gereicht hat, zeigt der Trend doch deutlich, dass sich immer mehr Studenten eine andere Studentenvertretung mit transparenteren Strukturen, klaren Ansprechpartnern und einer ideologiefreien und pragmatischen Interessenvertretung wünschen.

Wahl 2014_3Ein Schlag ins Gesicht für jeden Demokraten ist aber die grausam niedrige Wahlbeteiligung. Die frustrierende Erkenntnis dieser Uni-Wahl: Für die meisten Studenten scheint es auf gut deutsch scheissegal zu sein, ob es eine Studierendenvertretung auf zentraler Ebene gibt.

Für uns ist deshalb klar, dass die Art und Weise wie in den letzten Jahren „Studentenvertretung“ verstanden und praktiziert wurde vollkommen gegen die Wand gefahren ist. Wir Liberale haben die Vision einer radikal anderen Studentenvertretung, in der es klare Ansprechpartner für alle zentralen Aufgaben (bspw. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) und alle Arbeitskreise gibt, in der Studentenvertreter regelmäßig in Vorlesungen gehen und sich vorstellen, bei der Hochschulgruppen und Fachschaften unbürokratisch finanziell und ideell unterstützt werden und man auch endlich inhaltliche Beschlüsse zu wichtigen Themen (Zukunft der Mensa Wilhelmstraße, Wohnraummangel, Clubsterben etc.) fasst und sich dabei jedes Mal die Frage stellt, wie man möglichst viele Studenten damit erreichen kann.Wahl 2014_2

In den kommenden Monaten werden wir als LHG diese Vision einer besseren Studentenvertretung mit konkreten Maßnahmen ausgestalten, in Form von Anträgen in den StuRa einbringen und mit euch gemeinsam weiterentwickeln. Dazu werden wir gezielt auf studentische Gruppen und Fachschaften zugehen und laden jeden Studenten herzlich ein, seine Wünsche, Kritik und Ideen einzubringen.

Wahl 2014_5Wir sind überzeugt, dass diese Studentenvertretung nur dann eine Zukunft verdient hat, wenn sie endlich den Nachweis erbringt, dass man sie auch braucht – und dafür möchten wir sorgen!