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Archiv für Februar 2011

Willkommen bei der LHG|zeppelin!

Herzlich willkommen auf lhg-zeppelin.de, der Internetseite für liberal denkende Studierende an der Zeppelin University in Friedrichshafen!

wissing_plakat.pngDass die Finanz- bzw. Währungskrise auch nach dem „Aufspannen“ eines Rettungsschirms nach dem anderen noch nicht vorbei ist, lautete das Fazit des anschaulichen Vortrags von Dr. Volker Wissing MdB, Vorsitzender des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages, an der Zeppelin University Friedrichshafen. Liberale Hochschulgruppe Zeppelin, in Kooperation mit Landesverband Liberaler Hochschulgruppen Baden-Württemberg und die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit hatten bereits zum zweiten Vortrag eines hochkarätigen Referenten innerhalb eines halben Jahres geladen.

Dr. Volker Wissing MdBVor zahlreichen Zuschauern, in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal am Seemoser Horn, spannte der Finanzexperte einen weiten Bogen von amerikanischen Immobilienkrediten und havarierten US Banken bis zur zentralen Haushaltspolitik innerhalb der Eurozone. Eine solche, europäisch abgestimmte Vorgehensweise scheint dem FDP-Politiker unausweichlich um die aktuellen Herausforderungen an europäische Staatsfinanzen zu meistern. Vor diesen stehen nach seiner Ansicht nicht nur Staaten wie Griechenland, Irland und Portugal sondern ebenso die Bundesrepublik, die in die aktuelle Lage weit mehr involviert sei, als man zur Zeit aus den Zeitungen entnehmen könne.

v.l.: Sven Krause, Dr. Volker Wissing MdB, Sebastian Bär, Vivian Tapfer„Ich betrachte es als historische Fehlentscheidung, dass auf Initiative unserer damaligen Bundesregierung der Stabilitätspakt aufgeweicht wurde“, erklärte er vor einem Schaubild gegenwärtiger Staatshaushalte. In der Tat steht hier Deutschland im Mittelfeld der Staaten, die allesamt die einst festgelegten Maßnahmen für einen starken Euro nicht einhalten. „Die damals festgelegte Grenze der Neuverschuldung von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts war ursprünglich für schlechte Zeiten gedacht, mittlerweile wird sie nicht mal mehr in guten Jahren eingehalten“, kommentiert Wissing dieses Bild. Besonders der griechische Balken wandert weit über die Markierung, was nach seinen Worten nur eine langfristige Umschuldung zur Folge haben kann. Solche Umschuldungen, bei denen vor allem die Kreditgläubiger beteiligt werden, sind jedoch nach Wissings Ansicht nicht immer unproblematisch. Wenn man etwa die Kreditschulden Spaniens betrachte, stelle man sehr schnell fest, dass die vermeintlich großen Kreditgeber größtenteils deutsche Kleinbürger seien, die einmal ihr Erspartes sicher in Staatsanleihen anlegen wollten. Die Krise, die schon längst aus den Schlagzeilen verdrängt wurde, ist also auch für uns noch lange nicht vorbei.

LHG-BW: “Wie stabil ist die Eurozone?” mit Dr. Volker Wissing MdB an der Zeppelin University Friedrichshafen from LHG-BW on Vimeo