Plagiate künftig effektiver bekämpfen – Seminar der Liberalen Hochschulgruppen Baden-Württemberg in Hohenheim

Eine Überprüfung auf Plagiate muss in Zukunft zu einer gewissenhaften Beurteilung von Doktorarbeiten gehören. Dies ist eines der Ergebnisse des Seminars der Liberalen Hochschulgruppen Baden-Württemberg, der LHG Hohenheim und der Reinhold-Maier-Stiftung, das an der Universität Hohenheim am zweiten Juliwochenende stattfand. Ziel der Veranstaltung war es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Schwachstellen in der Bewertung wissenschaftlicher Leistung zukünftig beseitigt werden können. Mit Bezug auf die aktuelle öffentliche Diskussion von Plagiatsfällen in Politikerdissertationen sowie die allgemeine Frage, wie die Leistung eines freien Wissenschaftlers generell bewertet werden kann, waren zum Seminar verschiedene Referenten geladen. Den Kernvortrag hielt Prof. Dr. Uwe Kamenz. Der BWL-Professor der Fachhochschule Dortmund ist Mitautor des Buchs “Professor Untat – Was faul ist hinter den Hochschulkulissen”, in dem er die Frage akademischer Leistung ausführlich beleuchtet. Daneben ist er als wissenschaftlicher Direktor des ProfNet Instituts derzeit intensiv mit Plagiatsfällen in Politikerdissertationen beschäftigt. Die Präsentation kann mit freundlicher Genehmigung von Prof. Kamenz hier heruntergeladen werden.

Prof. Dr. Uwe Kamenz und Landesvorsitzender Alexander SchopfIn seinem Vortrag beschrieb er ausführlich, welche Auswirkungen Wissenschaft generell in einer Gesellschaft habe und wie unterschiedlich teilweise “wirtschaftlicher Erfolg” wissenschaftlicher Leistung bewertet werde. Dabei herrschten mitunter riesige Unterschiede hinsichtlich Aufwand und Ertrag an verschiedenen Forschungsstellen. Die Gesamtleistung der Wissenschaft ließe sich daher mit einfachen Mitteln optimieren. Ein solches Mittel sei beispielsweise die Bekämpfung von Plagiaten. Solche Mehrfachetikettierung einfach erbrachter Forschungsleistung lasse den wirklichen Wert von scheinbar umfangreichen Forschungsergebnissen im Einzelfall stark zusammenschrumpfen.

Wenn man, wie aktuelle Studien, davon ausgeht, dass allein in etwa zehn Prozent der verfassen Dissertationen Plagiate gefunden werden können, besteht durch das Ersetzen dieser durch eigene wissenschaftliche Leistung, ein erhebliches Optimierungspotential. Problematisch ist hierbei weniger das sogenannte Ghostwritertum, also die einfache Verbreitung fremder Forschungsleistung unter eigenem Namen, sondern die Mehrfachverbreitung einmal geleisteter Forschung unter dem Namen eines Plagiators. Solche Mehrfachverbreitung kann jedoch mittlerweile durch die fortschreitende Digitalisierung gedruckter Literatur einfach aufgespürt werden. Hierzu werden die fraglichen Dokumente digital mit einem umfassenden Bestand bereits publizierter Literatur verglichen und auf mögliche Überschneidungen untersucht.

Zum Vergrößern bitte anklicken! – PlagiatsbekämpfungAuch wenn mangelnde Benutzerfreundlichkeit solcher Programme derzeit einige Gutachter davon abzuschrecken scheint, fordert die Liberale Hochschulgruppe, eine solche Überprüfung zukünftig bei der Kontrolle jeder wissenschaftlichen Arbeit einzubeziehen. Sollte sich die Plagiatsdiskussion weiter fortsetzen, sehen die Teilnehmer des Seminars den Ruf der Wissenschaft insgesamt in Gefahr. Da sich wissenschaftliche Forschung und deren Relevanz für die Allgemeinheit häufig nicht für jedermann erschließt, darf nicht der Eindruck entstehen, es handele sich dabei um eine rein eigennützige Veranstaltung.

Aus diesem Grund hoffen die Liberalen Hochschulgruppen auf ein Ende der scheinbar endlosen Enthüllung von Plagiatsfällen. Die Seminarteilnehmer stellten fest, dass dies ein Ende mit Schrecken werden könnte, was jedoch immerhin besser sei als Schrecken ohne Ende. In diesem Rahmen erhebt die LHG die Forderung an Personen des öffentlichen Lebens, ihre Doktorarbeit auf Plagiate überprüfen zu lassen. Dadurch soll nicht die Unschuldsvermutung umgekehrt werden. Jeder, der wissenschaftlich tätig ist oder war, muss jedoch in der aktuellen Situation Verantwortung übernehmen und einer generellen Verdächtigung der Wissenschaft entgegenwirken.
Gruppenbild mit Dr. Timm Kern MdL
Es stand zudem der Besuch von Dr. Timm Kern MdL an, der mit den Teilnehmern über aktuelle Fragen der Hochschulpolitik diskutierte. Neben der fachlichen blieb natürlich auch bei diesem Seminar wieder ausreichend Raum zur informellen Diskussion. Während am Freitagabend der jährliche Dies Academicus der Universität Hohenheim auf dem Programm stand, konnten die Seminarteilnehmer am Samstagnachmittag die Anlagen der ehemaligen Landwirtschaftlichen Akademie und des Schlosses Hohenheim im Rahmen einer Führung erkunden. Das Abendprogramm führte sie später an den Gründungsort des Landesverbands Liberaler Hochschulgruppen, die “Alte Kanzlei” in der Stuttgarter Innenstadt.

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LHG-BW: “Prof Untat? Dr. sine causa?” – Referent: Prof. Dr. Uwe Kamenz from LHG-BW on Vimeo.

“Facebook & Co. – Machen uns Soziale Netzwerke krank?” – Weißwurstfrühstück mit Burkhardt Müller-Sönksen MdB

Facebook & Co. – Machen uns Soziale Netzwerke krank?(Stuttgart – 18. Mai 2011) Ob ihnen neben den aktuell grassierenden EHEC-Erregern auch gesundheitliche Gefahr aus dem Netz droht, wollten mehr als 50 Teilnehmer der Veranstaltung an der Universität Hohenheim wissen. Landesverband Liberaler Hochschulgruppen und Liberale Hochschulgruppe Hohenheim hatten hierzu gemeinsam mit der Friedrich-Naumann Stiftung für die Freiheit zum informellen Weißwurstfrühstück geladen.

Die Antwort gab Burkhardt Müller-Sönksen, Medienpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, den Gästen bereits vorab: “Soziale Netzwerke machen nicht krank” stellte er fest. “Es muss jedoch klar sein, dass es sich bei den sogenannten sozialen Netzwerken im Grunde um einfache Medien handelt, wie etwa das Fernsehen.” Dies bedeute vor allem, dass der Konsum bzw. die Interaktion mit Facebook, VZen, Twitter, Four Square etc. denselben Regeln unterliege wie andere Medien. “Über Facebook, Twitter etc. darf niemand beleidigt oder in seiner Ehre herabgesetzt werden”, erklärte der Hamburger Abgeordnete, der neben dem Mandat als Rechtsanwalt für IT- und Medienrecht tätig ist.Facebook & Co. – Machen uns Soziale Netzwerke krank? Der Umgang mit neueren Formen von Medienkommunikation müsse jedoch auch neu erlernt werden. “Ebenso wie Eltern ihren Kindern bislang beigebracht haben, nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher zu sitzen, sollten sie zukünftig auch den Umgang mit sozialen Medien erklären.” Problematisch sei hierbei, dass die Kinder sich in den Netzwerken meist wesentlich besser zurechtfänden als die Eltern. An dieser Stelle seien Politik und Gesellschaft gefordert, Hilfestellung zu geben.

Nach Auffassung des Referenten enthalten soziale Medien jedoch durch die Möglichkeit, jederzeit Informationen und Meinungen auszutauschen eine zusätzliche Komponente gegenüber den üblichen Medien. Wenn wir in unserem Staatsaufbau oft von der Presse als “vierter Gewalt” sprächen, müssten wir konsequenterweise auch die Netzwerke als “fünfte Gewalt” bezeichnen. Im Gegensatz zur allgemeinen Presse, bei der die Redaktionen Nachrichten auswählen und so die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen, geschehe in Netzwerken der Austausch von Themen und Ansichten nahezu unmoderiert. Dies biete die Möglichkeit, viel direkter in Kontakt zu treten und somit selbst viel unmittelbarer an Gesellschaft und Wirtschaft teilzuhaben. Die fünfte Gewalt sei hier das Kollektiv in dem derzeit jedoch nur ein Teil der Gesellschaft hervortrete.

Facebook & Co. – Machen uns Soziale Netzwerke krank?Insgesamt ist Burkhardt Müller-Sönksen zuversichtlich, was unseren Umgang mit sozialen Netzwerken angeht:

“Alles Neue wird zunächst belächelt, danach bekämpft und schließlich für selbstverständlich erklärt.”

Weißwurstfotos im Plakat: Rainer Zenz

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LHG-BW: “Facebook & Co. – Machen uns Soziale Netzwerke krank?” Weißwurstfrühstück mit Burkhardt Müller-Sönksen MdB from LHG-BW on Vimeo

Weißwurstfrühstück mit Vortrag von Burkhardt Müller-Sönksen MdB – “Facebook & Co. – Machen uns Soziale Netzwerke krank?”

18.05.2011
10:30bis12:30

LHG Hohenheim, Landesverband Liberaler Hochschulgruppen Baden-Württemberg und die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit laden ein zum Weißwurstfrühstück mit Vortrag “Facebook & Co. – Machen uns Soziale Netzwerke krank?”, an der Universität Hohenheim, Thomas-Müntzer-Scheuer (TMS), Emil-Wolff-Straße 20, 70599 Stuttgart, am Mittwoch, den 18. Mai 2011 um 10.30 Uhr mit Burkhardt Müller-Sönksen MdB.

Facebook & Co. – Machen uns Soziale Netzwerke krank?Das Web 2.0 hat das Internet als „Mitmach-Plattform“ revolutioniert. Über Facebook, Twitter und Co. sind mehrere hundert Millionen Menschen weltweit miteinander verbunden. Die Übertragung von Informationen erfolgt nahezu in Echtzeit und ist damit geringer als bei jedem anderen Medium. Neben vielen Vorteilen der Sozialen Netzwerke machen Kritiker neben datenschutzrechtlichen Bedenken aufgrund der massenhaften Veröffentlichung privater Informationen auch auf die Verarmung „echter“ sozialer Kontakte in der virtuellen Welt aufmerksam und fordern einen verantwortungsvolleren Umgang im Netz. Wir laden ein, mit Burkhardt Müller-Sönksen MdB darüber zu diskutieren.

Der Referent
Burkhardt Müller-Sönksen ist Rechtsanwalt, verheiratet und Vater einer Tochter. Er ist Inhaber einer Anwaltskanzlei, die spezialisiert ist auf Internet-, Medien und Gesellschaftsrecht. Seit 2005 gehört der dem Deutschen Bundestag an, seit 2009 ist er Medienpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist natürlich kostenlos. Es besteht Gelegenheit, Fragen an den Referenten zu stellen.

Weißwurstfotos: Rainer Zenz

Mensakritik – Eure Meinung ist gefragt!

Die LHG Hohenheim hat sich Gedanken gemacht, wie man das Feedback für das Studentenwerk für unsere Verpflegung in der Mensa verbessern kann. Herausgekommen ist die neue Homepage

Mensakritik-Hohenheim.de

Hier habt Ihr die Möglichkeit, die Gerichte, die es in der Mensa gab, zu bewerten. Euer Feedback wird in Echtzeit an das Studentenwerk übertragen, so dass schnell auf eure Ideen reagiert werden kann.

In den nächsten Tagen werdet Ihr Flyer in der Mensa und Cafeteria finden, die für unsere Aktion werben.

Also nutzt die Chance und gebt Euer Feedback auf Mensakritik-Hohenheim.de ab!