Einladung zum LHG-Semesterabschluss

Am Donnerstag möchten wir Euch alle nochmal an die Uni – besser gesagt vor das Büro des AStA Uni Konstanz – einladen, um das Sommersemester ausklingen zu lassen. Es gibt Grillkäse und -würste im Brötchen zum Selbstkostenpreis, für Getränke ist gesorgt. Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen und hoffen auf gutes Wetter 🙂
(Bei Regen grillen wir etwas versetzt in der Nähe der Arche – die Veranstaltung findet also auf jeden Fall statt!)

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Einladung zum Vortrag: Ach Europa! – Der lange Weg zur Bewältigung der Eurokrise

Wirtschaftsweiser und Berater der Bundesregierung, Prof. Dr. Lars Feld, zu Gast an der Universität Konstanz

Dienstag, 14. Juli 2015 / 19:00 Uhr / Hörsaal A 701

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Griechenland schlägt die europäische Öffentlichkeit wieder einmal mit einem neuen Drama in seinen Bann. Weder will die griechische Regierung die Reformauflagen im noch laufenden Programm einhalten, noch seinen Schuldendienst weiterhin leisten. Die EU diskutiert über einen Graccident und seine möglichen Auswirkungen auf den Rest der Eurozone, aber auch auf Griechenland selbst. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wo Europa in der Bewältigung der Eurokrise steht. Auf den Finanzmärkten ist zwar Ruhe eingekehrt, die Europäische Zentralbank ist jedoch weiterhin im Krisenmodus, angesichts der von ihr jüngst getroffenen Maßnahmen. Sorge bereitet weiterhin die sehr heterogene Reformtätigkeit und die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte. In diesem Vortrag wird für eine Fortsetzung der bislang angelegten Eurodisziplin im Rahmen der Rettungspolitik geworben, zugleich aber deren Sinnhaftigkeit abstrakt unter Zuhilfenahme grundlegender ordnungsökonomischer Maßstäbe für moderne internationale Währungsordnungen geprüft.

Prof. Dr. Lars P. Feld zählt seit 2011 zu den fünf Wirtschaftsweisen, welche die Bundesregierung in gesamtwirtschaftlichen Fragen beraten. In diesem Sachverständigenrat ist er für das Thema Staatsfinanzen tätig. Darüber hinaus hat Lars Feld den Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und Ordnungsökonomik an der Universität Freiburg inne und ist dort Direktor des Walter Eucken Instituts.

Die Veranstaltung bildet den Schlusspunkt der Ringvorlesung „Die Politik in der Krise“ der Studierendenvertretung und wird von der SWR-Teleakademie aufgezeichnet.

„Greferendum“ – Tag der Entscheidung?!

LHG Direkt – Newsletter der Liberalen Hochschulgruppe Konstanz

Ein Kommentar von Nils Ullrich:

War es wirklich die seitens der Tsipras Regierung vorgeworfene Erpressung der EU, die dafür sorgte, dass über 60% der Wähler sich gegen das Reform- und Sparpaket der Eurozone wandten? Wollte man gar in boshafter Absicht jeden einzelnen Griechen seiner Würde berauben, wie es doch so oft von Varoufakis & Co beschrieben wurde? Und war es vor allem ein Sieg der Demokratie, des Volkswillens, über das „von Deutschland gesteuerte EU-Ausland“?

Ich sage dazu nur dreimal OXI und bedauere zugleich, dass dieses Wort auch den Wendepunkt der seit 2010 durchgeführten Rettungspolitik darstellt. Seitdem sind knapp 220 Mrd. € an Griechenland geflossen, die laut ifo-Institut in etwa zu gleichen Teilen für ausländische Gläubiger, der eigenen Bevölkerung in Form eines höheren Konsumniveaus und der Kapitalflucht vermögender Griechen ins Ausland dienten. Es ist also wahr, dass damit Banken gerettet wurden, aber nicht zu 90% wie von Varoufakis in Interviews behauptet. Und wir wollen nicht vergessen, dass bei Bankenrettungen auch Kunden- und Firmengelder gerettet und zugleich Ansteckungseffekte verringert wurden.

Auf der anderen Seite war es schon lange nicht mehr ersichtlich warum europäische Kredite in ein System gepumpt werden sollten, das immer wieder an seiner Tragfähigkeit zweifeln ließ. So stehen allein für Deutschland rund 90 Mrd. € auf dem Spiel, die man vermutlich größtenteils abschreiben muss. Tsipras versteht Demokratie auch in erster Linie für die griechische Bevölkerung reserviert und nicht für den Rest Europas, welches für die jetzige Schuldenlast haftet.

Ich habe soweit Verständnis für die Mehrheitsentscheidung, weil man Angebote, die massive Reformbemühungen enthalten und damit viel von der Bevölkerung abverlangen, ausschlagen dürfen sollte. Ich fürchte aber zugleich, dass die Konsequenzen einer solchen Entscheidung den wenigsten wirklich bewusst war. Mit dem heutigen Tag müssen es die Griechen alleine schaffen, ohne weitere Hilfskredite, ohne weitere Soforthilfen der EZB, ihre Wirtschaft zu reformieren. Abseits der Wiedereinführung der Drachme gibt es dann kaum noch  Alternativen. Humanitäre Krisen, die zum Teil schon im Gange sind, werden sich ausbreiten. Die EU sollte darauf vorbereitet sein und wichtige Importgüter wie Nahrung und Medikamente für die notleidende Bevölkerung zur Soforthilfe bereithalten.

Die jetzige Linksradikal-Rechtsradikal Regierung (wer hat sich sowas überhaupt ausgedacht?) hat innerhalb von 5 Monaten die harte Reformarbeit der letzten Jahre zerstört und sich damit als unfähig erwiesen.  Kali Nichta, Tsipras!

KN-universal-weiß