Vortrag über rechten Terror und den sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrund (NSU)“ mit Benjamin Strasser

Terror von rechts – eine unterschätzte Gefahr? Dieser Frage ging der Rechtsanwalt und Bundestagskandidat der Freien Demokraten im Wahlkreis Ravensburg, Benjamin Strasser, am Dienstagabend an der Universität Konstanz nach. Eingeladen hatten ihn die Liberale Hochschulgruppe Konstanz und die Reinhold-Maier-Stiftung. In seinem 90 minütigen Vortrag skizzierte Strasser die Geschichte des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU) und berichtete detailliert über die Arbeit des zugehörigen Untersuchungsausschusses, den der baden-württembergische Landtag Ende 2014 eingerichtet hatte und dem er als parlamentarischer Berater der FDP/DVP-Fraktion im Landtag Baden-Württemberg angehörte. Nachdem Benjamin Strasser zu Beginn die drei Hauptakteure Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos vorgestellt hatte, verdeutlichte er chronologisch, wie perfide das mordende Trio deutschlandweit vorgegangen war und wie es dem „NSU“ gelingen konnte, über knapp zwei Jahrzehnte hinweg durch nahezu sämtliche Raster zu fallen. Dabei wurde er nicht müde, zu betonen, wie fahrlässig und mangelhaft sowohl Polizei als auch Verfassungsschutz aus Sicht des Untersuchungsausschusses im Rahmen der Ermittlungen teilweise vorgegangen waren. Dennoch sei es in seinen Augen verfehlt, gar eine Abschaffung der Landesämter für Verfassungsschutz zu fordern, denn vielmehr gelte es, deren Arbeit wesentlich effizienter zu gestalten und für eine wesentlich intensivere Verzahnung der Institutionen zu sorgen.

Ganz in diesem Sinne richtete auch Tassilo Richter, Bundestagskandidat der Freien Demokraten im Wahlkreis Konstanz, ein Grußwort im Namen des Kreisvorstandes der Partei an die Zuhörerinnen und Zuhörer im gut gefüllten Seminarraum. Der Fall des NSU sei nicht dazu geeignet, sämtliche Behörden in Frage zu stellen, sondern ein Paradebeispiel dafür, dass staatliche Institutionen wie Polizei und Verfassungsschutz einer stets sorgsamen Führung und angemessenen finanziellen Ausstattung bedürfen.

Die nächste Kooperationsveranstaltung von Liberaler Hochschulgruppe Konstanz und Reinhold-Maier-Stiftung findet am 13. Juni um 19 Uhr an der Universität Konstanz statt. Eingeladen ist Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom a.D., der unter dem Titel „Digitale Arbeitswelt – Weg zu Freiheit, Tagelöhnertum oder Grundeinkommen für alle?!“ sprechen wird.