Die Liberalen Hochschulgruppen Baden-Württemberg lehnen den an einigen Hochschulen des Landes stattfindenden Bildungsstreik entschieden ab.
In diesen Tagen rufen wieder einmal Vertreter linksgerichteter Gruppierungen an den Hochschulen in Deutschland zum Protest im Rahmen des sogenannten „Bundesweiten Bildungsstreiks“ auf. Vorgebracht werden Forderungen zur Verbesserung der Studiensituation an deutschen Universitäten. Diese dienen jedoch nicht selten zur Verschleierung von Kapitalismuskritik. Auch dieser Protest zeigt deutlich, dass dieser von linken Gruppierungen initiierte Bildungsstreik nur ein Ziel verfolgt: junge Menschen für linke Ideen zu gewinnen.
Zu den stattgefundenen Aktionen des 17. November erklärt der Landesvorsitzende der Liberalen Hochschulgruppen, Alexander Schopf:
„Die heutigen Bilder zeigten Kommilitonen, die mit einem Sarg symbolisch die Bildung zu Grabe tragen wollten. Gleichwohl scheint im Sarg statt der Bildung die Aktion Bildungsstreik zu liegen.“
Im Rahmen des „Bundesweiten Bildungsstreiks“ waren für den heutigen Tag in vielen Städten des Landes Demonstrationen und Proteste für eine bessere Bildung angekündigt. Während diesem Aufruf vor zwei Jahren etwa in Freiburg noch bis zu 5000 Teilnehmer folgten, fanden sich dort heute lediglich 600 Personen, mithin etwa zwei Prozent der Studenten ein. Schopf:
„Die heutigen Teilnehmerzahlen zeigen, dass der Bildungsstreik an seinem Ende angelangt ist. Die Mehrheit der Studenten hat erkannt, dass der Weg zu besserer Bildung nicht über die angekündigten „subversiven Aktionen“ und „zivilen Ungehorsam“ führt, sondern über konstruktive Zusammenarbeit, wie bei den Liberalen Hochschulgruppen.“
Die LHG kennt die Probleme des Hochschulsystems und setzt sich konstruktiv für dessen Verbesserung ein:
- Nachdem viele Studiengänge nach der Umstellung auf Bachelor/Master nicht mehr studierbar sind, da der Lernstoff des Diplomstudiengangs ohne erkennbare Änderungen in den Bachelor übernommen wurde und dieser Zustand zu einer Überlastung von Lehrenden und Studierenden gleichermaßen führte, fordert die LHG–BW die Aufhebung der Beschränkung der Studiendauer konsekutiver Studiengänge. Die Hochschulen sollen selbst über die Regelstudienzeit der von ihnen angebotenen Bachelor- und Master-Studiengänge entscheiden.
- Die LHG-BW fordert mehr Wahlmöglichkeiten für die freie Entwicklung von Studierenden durch die Abkehr von der momentan praktizierten Totalverschulung von Studiengängen. Studierende müssen wieder die Gelegenheit bekommen, um über den Tellerrand des eigenen Studiums zu blicken und die Selbständigkeit des einzelnen Studenten zu fördern oder die Zeit für nicht im Lehrplan stehende Praktika zu haben oder sich in Initiativen an der Hochschule zu engagieren.
- Auch kann die Beibehaltung von Diplom und Staatsexamina in einigen Bereichen sinnvoller sein, als die Umstellung auf Bachelor/Master. Die weitere Existenz von Diplomstudiengängen steht für die LHG-BW in keinem Widerspruch zum Bolognaprozess. Gerade die Frage der internationalen Anerkennung stellt sich hierbei nicht.
- Die Qualität der Lehre darf nicht zugunsten der Forschung reduziert werden. Wird aber die Lehre zu Gunsten der Forschung reduziert, führt dies zur Situation, dass immer mehr Vorlesungen, Übungen und Seminare nicht von Professoren, sondern von deren Assistenten gehalten werden. Die LHG-BW fordert daher die Stärkung der Lehre, wie bspw. durch das Ausloben von Preisen für herausragende Lehrleistungen.
- Wir fordern die Demokratisierung der studentischen Mitbestimmung an unseren Hochschulen durch die Einführung von Studentenparlamenten, damit demokratisch gewählte Vertreter die Studentenschaft repräsentieren und nicht die Rädelsführer eines linken Bildungsstreiks!
- Die LHG-BW fordert zur Verbesserung der Studienbedingungen die grundlegende Sanierung maroder Bausubstanz, welche nicht aus Studiengebühren finanziert werden darf.
Daher www.studieren-statt-blockieren.de!
- Pressemitteilung zum Bildungsstreik vom 17. November 2011:
Zum Download bitte Link anklicken —> PM