Sachlichkeit statt Streik: Liberale Positionen zum Bildungsstreik

Studieren geht vor Streiken!
Wir lehnen es entschieden ab, dass eine protestierende Minderheit ihren Kommilitonen schadet, indem Lehrveranstaltungen ihrer Kompromisslosigkeit zum Opfer fallen. Unbeteiligten wird so der „Boykott“ aufgezwungen.

Dialog statt Konfrontation!
Verbesserungen erreicht man nicht durch Hörsaalbesetzungen, sondern durch konstruktive Gespräche mit den Verantwortlichen an den Hochschulen und in der Politik. Die organisatorische Infrastruktur gibt es längst – die Studierenden müssen endlich mit einer Stimme sprechen!

Für mehr Freiheit und bessere Chancen!
Wir fordern deutliche Korrekturen am Bologna-Prozess für mehr Freiheit und Selbstbestimmung in den Bachelor- und Master-Studiengängen und bessere Berufschancen. Unsinnige bürokratische Hürden und starre Studienpläne lehnen wir entschieden ab. Leitbild muss der eigenverantwortliche Studierende sein!

Bildung ist Bürgerrecht!
Bildung ist eine Kernaufgabe des Staates. Deshalb ist er unzweifelhaft in der Pflicht, die Bildungsinvestitionen deutlich auszuweiten und für mehr Chancengleichheit zu sorgen.

Studiengebühren ja – aber anders!
Wir fordern nachlaufende Studiengebühren für mehr soziale Verträglichkeit. Nur wer nach dem Abschluss ein bestimmtes Einkommen erreicht, zahlt seinen Beitrag. Studiengebühren müssen der tatsächlichen Verbesserung der Studienbedingungen dienen – nicht der Aufrechterhaltung des Status quo bei gleichzeitigem Rückzug des Staates!

Mehr Demokratie und Mitbestimmung!
Wir fordern die Wiedereinführung der verfassten Studierendenschaft für mehr studentische Mitbestimmung an den Hochschulen. Ein unzureichend legitimiertes Rätesystem wie den u-asta an der Uni Freiburg lehnen wir ab. Stattdessen fordern wir ein Studierendenparlament für mehr Demokratie.

Wir sind für Studieren statt Blockieren!

„Einspruch! Wider den organisierten Staatsbankrott?“ – Mit Oswald Metzger MdL und Leif Schubert

19.04.2007
20:00bis22:00

Oswald Metzger MdLWir möchten Sie ganz herzlich zu einer Veranstaltung der JuLi-Hochschulgruppe/LHG Freiburg und der Jungen Liberalen Region Freiburg in Kooperation mit dem Landesverband der Liberalen Hochschulgruppen Baden-Württemberg einladen!

Thema: „Einspruch! Wider den organisierten Staatsbankrott?“

Zeit: Donnerstag, 19. April 2007, 20:00 Uhr

Ort: Historischer Peterhof der Universität Freiburg, Niemensstraße 1, Freiburg i. Br. (Link zu Google Maps)

Programm:

Oswald Metzger MdL, finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, stellt sich den Fragen von Leif Schubert, dem Landesvorsitzenden der Jungen Liberalen Baden-Württemberg. Dabei wird es schwerpunktmäßig um das Metzger-Buch „Einspruch! Wider den organisierten Staatsbankrott“ gehen. Im Anschluss an das Interview wird auch das Publikum Gelegenheit bekommen, Fragen zu stellen und kontrovers mitzudiskutieren.

Wir würden uns sehr freuen, Sie zu unserer Veranstaltung zu begrüßen. Gäste sind herzlichst willkommen.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an Frau Anja Wilkat: A.Wilkat(ät)web.de

Studiengebühren

Studiengebühren – ja oder nein?

Grundsätzlich ja, …

Wir sind davon überzeugt, dass an den Hochschulen in unserem Land eine hochwertige Lehre stattfinden muss. Diese benötigt eine große Menge Ressourcen, die in den Zeiten von gigantischen Haushaltslöchern der öffentlichen Kassen nicht mehr alleine von diesen aufgebracht werden können. Daher müssen wir selber mit dazu beitragen, dass unser Studium gut wird. Hinzu kommt für uns auch der Aspekt der sozialen Gerechtigkeit, denn das Studium wird im Gegensatz zu einer beruflichen Ausbildung von der Allgemeinheit über Steuern bezahlt. Das bedeutet auch, dass auch Menschen, die keine Hochschulausbildung haben müssen für diese bezahlen.

… aber anders!

Von besonderer Bedeutung ist uns dabei, dass die Gebührenerhebung gerecht erfolgt und niemanden vom Studium abhält. Dieses Modell haben wir in Australien gefunden. Dort gibt es nachlaufende Studiengebühren, die erst 2 Jahre nach dem Hochschulabschluss fällig werden und auch nur dann zurückgezahlt werden müssen, wenn ein bestimmtes Einkommen überschritten wird. So ist sicher gestellt, dass niemand finanziell überfordert wird, denn solange die Einkommensschwelle nicht überschritten wird muss kein müder Euro zurückgezahlt werden. Ein ganz wichtiger Punkt ist dabei, dass das ganze zinslos erfolgt, während das Land fast 6 % Zinsen verlangt und so die Gebührenlast unnötig zu Lasten derer, die die Gebühren nicht sofort bezahlen können, erhöht.

Ein zweiter Punkt ist der, dass wir mitbestimmen wollen, was mit unseren Gebühren geschieht. Ob wir mehr Bücher oder mehr Lehrkräfte wollen. Ob wir Reinigungspersonal oder Schließfächer wollen. All dieses ist im Moment nicht gewährleistet. Als Studierende haben wir über unsere 4 Senatssitze derzeit nur einen äußerst geringen Einfluss auf die Verwendung.

Schließlich sollen die Universitäten selber über die Gebührenhöhe entscheiden können. Wenn eine Uni durch besonders effiziente Verwaltung nur einen Bedarf von 300 Euro hat, dann soll sie die Gebühren entsprechend absenken können, hat sie dagegen durch besonders aufwändige Lehrveranstaltungen oder -bibliotheken einen erhöhten Bedarf, dann soll sie auch diesen erheben können, wenn die Studierenden zustimmen. Derzeit wird den Universitäten die Höhe der Gebühren vom Land pauschal vorgegeben ohne auf Besonderheiten einzugehen.

Es gibt also noch viel Verbesserungsbedarf um die Studiengebühren sozial gerecht zu gestalten.

Daher lehnen wir Studiengebühren in der jetzigen Form ab.

Autonome Hochschule

Was ist eine autonome Hochschule?

Nach unserer Überzeugung ist eine autonome Hochschule, eine Hochschule in der alle Interessengruppen gleichberechtigt und frei entscheiden können, wie sie ihre Mittel einsetzt, was sie lehrt und forscht und welche Personen studieren und lehren.

Was gehört alles dazu?

Studentische Mitbestimmung

Zu allererst ist es notwendig, dass mit den Studierenden die Hauptgruppe der Universität endlich wieder ernsthaft mitbestimmen kann. Dazu gehört unbedingt eine Verfasste Studierendenschaft mit eigener Finanz- und Satzungsautonomie und einem hochschulpolitischen Mandat.

Auswahl der Studierenden; Abschaffung der ZVS

Des Weiteren muss es der Universität freigestellt sein, ihre Studierenden selber nach eigenen Kriterien auszusuchen. Das bedeutet vor allem, dass auch die ZVS, als Studierendenverschickungsorganisation abgeschafft wird. Die Studierenden können sich dann selber direkt bei der Uni bewerben zu der sie wollen – ohne die Gefahr plötzlich statt in Freiburg in Kiel zu landen.

Auswahl der Dozenten; Abschaffung des Beamtenstatus

Den Universitäten soll es frei gestellt werden, wen sie als Dozent wählen. So können auch erfahrene Praktiker verstärkt ihre besonderen Kenntnisse einbringen. Über die Abschaffung des Beamtenstatus soll es ermöglicht werden mit den Dozenten individuelle Verträge über Bezahlung und Lehrstuhlausstattung zu treffen. Nicht zuletzt eröffnet dass die Möglichkeit unmotivierte oder unqualifizierte Dozenten wieder zu entlassen oder sie mit finanziellen Anreizen wieder zu motivieren.

Einführung von Bildungsgutscheinen

Mit Hilfe von Bildungsgutscheinen soll es ermöglicht werden die Mittelzuweisung der Hochschulen direkt an die Studierendenzahl zu koppeln. So entsteht unter den Hochschulen ein verstärkter Wettbewerb um Studierende. Dieser Anreiz führt zu verbesserten Angeboten und Bedingungen für uns Studenten.

Alternative Trägermodelle

Schließlich soll es auch privaten Initiativen und Stiftungen ermöglicht werden Hochschulen zu gründen. Dieses private Engagement führt zu einer weiteren Dynamisierung der Hochschullandschaft.