Für mehr Demokratie und Mitbestimmung
Wir fordern die sofortige Einführung eines demokratisch legitimierten Studierendenparlaments als entscheidungsgebendem Gremium. Das fachschaftsbasierte Rätesystem des u-asta lehnen wir in seiner gegenwärtigen Form ab. Entscheidungen werden von Minderheiten getroffen und der Mehrheit der Studierenden aufgezwungen. Das ist weder demokratisch noch repräsentativ.
Ein Studierendenparlament ist aber nur ein erster Schritt zu mehr Demokratie. Wir fordern die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft mit hochschulpolitischem Mandat, in der die Kompetenzen des Studierendenparlaments gegenüber dem gegenwärtigen AStA deutlich ausgebaut werden.
Bachelor stärken, Bologna weiterentwickeln
Wir fordern eine Weiterentwicklung der Bachelor- und Masterstudiengänge. Der Bachelor-Abschluss muss – beispielsweise durch eine Festlegung auf 240 ECTS und eine Regelstudienzeit von 8 Semestern – tatsächlich berufsqualifizierend sein. Bachelor- und Master-Studiengänge müssen flexibler gestaltet werden und mehr Freiheit und Eigenverantwortung erlauben. Uni darf kein zweites Mal Schule sein!
Für mehr Chancengleichheit
Studiengebühren in ihrer jetzigen Form lehnen wir ab. Einerseits führen sie zu weniger Chancengleichheit, andererseits dienen sie tatsächlich nicht ausschließlich der Verbesserung von Studium und Lehre. Deshalb fordern wir nachlaufende Studiengebühren, die erst ab einem bestimmten Mindesteinkommen nach erfolgreichem Studienabschluss ratenweise gezahlt werden. Außerdem müssen Studiengebühren zu tatsächlichen Verbesserungen führen, die direkt den Studierenden zu Gute kommen. Ihre Verwendung muss transparent und unter Mitsprache der Studierenden beschlossen werden.
Für die gläserne Uni, nicht den gläsernen Studierenden
Wir fordern mehr Transparenz in der Arbeit der Gremien wie Universitätsrat, Senat und AStA und bei der Verwendung der Studiengebühren. Sitzungen müssen öffentlich angekündigt werden und offen für alle zugänglich sein. Informationen über die Arbeit und Protokolle müssen zeitnah öffentlich bereit gestellt werden.
Doch auch Datenschutz und Persönlichkeitssphäre müssen gestärkt werden. Welche Daten werden von der Uni erhoben? Was geschieht damit? In vielen Studiengängen sind qualifizierte Atteste bei krankheitsbedingter Nichtteilnahme an Prüfungen notwendig. Das heißt, Atteste müssen eine genaue Erklärung über die Art der Erkrankung enthalten, ein einfaches ärztliches Attest reicht nicht aus. Diese Praxis ist ein Einschnitt in die Privatsphäre und muss ein Ende haben.
Schluss mit der ausufernden Bürokratie
Anwesenheitslisten, schriftliche Anmeldungen für Veranstaltungen und gesonderte Prüfungsanmeldungen, die dazu nur in einem kurzen Zeitraum möglich sind: höchste Zeit, die bürokratischen Fesseln an der Uni zu lockern. Unverständlich finden wir auch, dass es keine Möglichkeit gibt, Studien- und Prüfungsleistungen im Nachhinein festzulegen.
Für besetzte Lehrstühle, nicht Hörsäle
Hörsaalbesetzungen als Druckmittel lehnen wir strikt ab. Es darf nicht sein, dass eine protestierende Minderheit vielen anderen Studierenden schadet, weil Lehrveranstaltungen ausfallen oder in viel zu kleine Hörsäle verlegt werden müssen. Besetzt werden müssen frei gewordene Lehrstühle, und das möglichst zeitnah mit qualifizierten Kräften.
Bildungsdialog statt Streik
Ein ausufernder Bildungsstreik führt noch lange nicht zu Verbesserungen! Stattdessen ist ein Dialog auf Augenhöhe zwischen Lernenden und Lehrenden, zwischen Bildung und Politik erforderlich.
Mehr Raum zum Lernen und Wohnen
Durch den Umbau der UB gibt es gerade im Universitätszentrum einen deutlichen Mangel an Lernraum. Deshalb fordern wir die Öffnung der Mensen als Lern- und Arbeitsraum für die Studierenden.
Jedes Jahr zu Beginn des Wintersemesters herrscht in Freiburg akute Wohnungsknappheit. Durch den doppelten Abiturjahrgang 2012 wird sich dieses Problem noch verstärken. Deshalb muss in Freiburg das Angebot an bezahlbaren Wohnheimzimmern unbedingt ausgebaut werden.
Bessere Online-Angebote, offene Standards
Wir fordern eine flächendeckende Nutzung von Campus Online statt der dezentralen Bereitstellung von Lernmaterialien, wie sie noch von einigen Lehrstühlen praktiziert wird. Dringend nötig ist auch eine benutzerfreundlichere Gestaltung der gegenwärtig oft verwirrenden Uni-Website.
Darüber hinaus sprechen wir uns für die stärkere Nutzung offener Standards und freier Software an der Uni aus. Ärgerlich ist, dass Studierenden Dateien zum Teil nur in Pseudo-Standard-Formaten zur Verfügung gestellt werden, deren Verarbeitung kostenpflichtige Software voraussetzt. Auch muss freier Software mehr Raum zugestanden werden, beispielsweise Linux neben Windows als Dual-Boot-Option in den Rechner-Pools.