Veranstaltungshinweis: Lehre und Forschung für die Energie des 21. Jahrhunderts

FDP-Fraktion im Deutschen BundestagWir möchten heute auf eine Veranstaltung der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag aufmerksam machen. Genauer: Einen Kongress. In Karlsruhe. Am Freitag, den 1. Juni 2007 von 14 bis 18.30 Uhr. Die Fraktion lädt LHGler und sonstige Interessenten ausdrücklich dazu ein und würde sich über unsere Teilnahme sehr freuen! Die LHG selbst wird dort mit einem Messestand vertreten sein.

Thema: Lehre und Forschung für die Energie des 21. Jahrhunderts

Ort: Tulla-Hörsaal der Universität Karlsruhe (TH), Kaiserstraße 12 (Gebäude 10.11), 76131 Karlsruhe —> Link zu Google Maps

Gastgeber:
Cornelia Pieper MdB: Forschungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion und stellv. Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages

Patrick Meinhardt MdB: Bildungspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion
Uwe Barth: Hochschulpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion

Anmeldung: Erbeten. Bis 29. Mai 2007. Mittels dieses Formulars

Programm: Programmheft zum Download als pdf-Datei < Link anklicken

Hochschulpolitik? Aber bitte mit Hirn!

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Ein Gedanke zu „Veranstaltungshinweis: Lehre und Forschung für die Energie des 21. Jahrhunderts

  1. Am vergangenen Freitag fand in Karlsruhe auf Initiative der FDP-Bundestagsfraktion ein Kongress zum Thema „Lehre und Forschung für die Energie des 21. Jahrhunderts“ statt. Neben Vertretern der FDP (Pieper, Barth, Meinhardt und Bachmann) nahmen zahlreiche hochrangige Vetreter aus Industrie und Forschung teil. Die Diskussion blieb trotz zum Teil grundlegend verschiedener Ansichten und Interessen der Teilnehmer stets sehr sachlich und unaufgeregt – liberal eben. Der Kongress war mit über 100 Gästen gut besucht und bot viele interessante Einblicke und Gesprächsgelegenheiten, von denen ich hier natürlich nur einen Bruchteil oberflächlich zusammenfassen und kommentieren kann.

    Gleich zu Anfang stellten Herr Bachmann und Frau Pieper klar, dass ihrer Ansicht nach die Atomkraft weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Energie der Zukunft sein soll („Ausstieg aus dem Ausstieg“). Dieser Schwerpunkt überraschte mich zugegebenermaßen, zumal viele Liberale hier in Südbaden der Atomkraft eher skeptisch gegenüberstehen. In der Tat dürfte jedoch der geplante Ausstieg in 15 Jahren kein echter sein – denn dann werden wir ‚Atomstrom‘ mangels eigener Kapazitäten halt aus dem Ausland beziehen. Sollen sich halt die anderen für uns damit herumschlagen? Das kann nicht die Lösung sein. Doch was tun? Laufzeiten verlängern, mit Hochdruck an erneuerbaren Energien forschen, sagen manche. Das klingt zwar gut, aber irgendwie beschleicht mich dabei immer das Gefühl, als wolle man etwas auf die lange Bank schieben. Gut gefallen hat mir daher der Vorschlag von Professor Weber (Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg), die Laufzeit der AKW zu verlängern, aber einen Teil der Gewinne für die Forschung und das Einspeisegesetz abzuzweigen. Überhaupt lobte er das Einspeisegesetz, weil es der regenerativen Branche ermöglicht hat, hoch entwickelte Technologie einer großen Volumenproduktion zuzuführen. So kommt Bewegung in einen aufstrebenden Markt, was letztlich auch der Forschung zugute kommt.

    Dr. Fritz von der Helmholtz-Gemeinschaft erläuterte anschaulich, wo bei der Forschung der Schuh drückt: Die Zuständigkeiten sind zum Teil über 5 Ministerien verteilt (Bürokratie!) und öffentliche Fördermittel wurden in den letzten 20 Jahren stark zurückgefahren. Eine Steigerung der Innovationsgeschwindigkeit sei jedoch von Nöten – übrigens auch bei den vermeintlich ‚alten‘ atomaren und fossilien Energieträgern, denn dort wird es weltweit noch einige Jahre lang deutliche Zuwächse geben. Deshalb müsste man auch diese Forschung im Interesse des Klimaschutzes und der Betriebssicherheit intensivieren, anstatt sie herunterzufahren.

    Überhaupt, finde ich, sollte sich die Politik hüten, Forschern ins Handwerk zu pfuschen und mit ideologischen Scheuklappen zu gängeln. Deutschland muss für die Zukunft auf Wissen und Innovation durch eine freie und unabhängige Forschung setzen – für Technologie für uns selbst, aber auch und vor allem für den Export. Das ist unsere Nische in einer zusammenwachsenden Weltgemeinschaft und muss unserer Gesellschaft mehr Geld wert sein. Außerdem muss es gelingen, mehr Nachwuchs für diese Zukunftsbranche zu begeistern, und Forschung, Lehre und Wirtschaft enger zu vernetzen. Der Wirtschaft sind durch eine verlässliche Politik langfristig stabile Rahmenbedingungen zu bieten, denn Investitionen müssen auf Jahrzehnte und nicht bloß bis zur nächsten Legislaturperiode planbar sein. Klingt alles selbstverständlich, aber bei all diesen Punkten herrscht Verbesserungsbedarf.

    Die Stromversorgung der Zukunft basiert auf einer breiten Mischung verschiedener Technologien, die Atomkraft ist eine Übergangstechnologie auf dem Weg dorthin. Fraglich ist, inwieweit eine nationale Unabhängigkeit möglich sein wird, denn gerade regenerative Energien lassen sich meist anderswo in Europa (und angrenzenden Regionen) einfacher und wirtschaftlicher produzieren. Ebenso wichtig wie die Erzeugung sind die Möglichkeiten der Speicherung und Einsparung von Strom, aber diese Fässer lass‘ ich jetzt mal zu… 😉

    Dieser Beitrag wurde verfasst von Hartmut Hanke (Vorsitzender der Jungen Liberalen Region Freiburg).

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